China feuert «Phantombeamte»

Lohn beziehen ohne zu arbeiten. Diesen Traum scheinen sich im Reich der Mitte zehntausende Staatsdiener erfüllt zu haben. Die Staatsführung in Peking hat jetzt die Reissleine gezogen, und beamtete Faulenzer in grosser Zahl vor die Tür gesetzt.

Chinas Präsident Xi Jinping

Bildlegende: Initiierte die Kampagne gegen faule Staatsdiener: Chinas Präsident Xi Jinping. Keystone

Insgesamt seien letztes Jahr im Zuge einer landesweiten Kampagne 162'629 Menschen von den Lohnlisten der Regierung gestrichen worden, berichten Staatsmedien.


Gespräch mit ARD-Korrespondentin Ruth Kirchner

4:26 min, aus SRF 4 News aktuell vom 07.10.2014

Demnach wurden allein in der nördlichen Provinz Hebei fast 56'000 Staatsbedienstete ausgemacht, die Gehälter erhielten, aber keine Arbeit verrichteten. In Shanghai und Tibet wurden keine «Phantombeamten» gefunden.

Den Berichten zufolge sollen die betroffenen Beamten bestraft werden. Nähere Angaben machten die Medien nicht.

Unmut der Bevölkerung

Chinas Präsident Xi Jinping hatte nach seinem Amtsantritt im März 2013 eine landesweite Kampagne gegen Korruption und den Missbrauch von Steuermitteln gestartet, um dem Unmut der Bevölkerung angesichts der verbreiteten Bereicherung von Staatsbediensteten zu begegnen.

Laut Kritikern wird die Kampagne ohne echte Reformen wie der Schaffung eines wirklich unabhängigen Justizsystems kaum zum Erfolg führen.

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