China sperrt Bo Xilai lebenslang hinter Gitter

Hohe Strafe für einen früheren Stern an Chinas Polithimmel: Der gefallene chinesische Politiker muss für den Rest seines Lebens ins Gefängnis. Ein Gericht hat Bo Xilai der Korruption und des Amtsmissbrauchs für schuldig gesprochen.

Bo Xilai in Handschellen vor Gericht.

Bildlegende: Bo Xilai vor Gericht: Das Volksgericht von Jinan veröffentlichte in seinem Blog ein Bild des gefallenen Politstars. Reuters

Lebenslängliche Haftstrafe, Beschlagnahmung des gesamten Vermögens und die Aberkennung aller politischen Rechte auf Lebzeiten: Ein chinesisches Gericht hat den früheren Spitzenpolitiker Bo Xilai wegen Korruption und Amtsmissbrauchs verurteilt. Die Strafe fiel damit höher als erwartet aus.

Bo Xilai ist Sohn des Revolutionsveteranen Bo Yibo, der zu den «Acht Unsterblichen» der Partei gehörte. Wegen seiner sozialen Politik und «roten Kampagnen» in Chongqing war er zur Galionsfigur der linken Kräfte in der Partei aufgestiegen.

Ehefrau wegen Mordes verurteilt

Bis heute geniesst Bo viele Sympathien. Einst hatte er deswegen gute Aussichten, in die neue Führungsspitze der kommunistischen Partei aufzusteigen. Im März 2012 wurde sein Aufstieg jedoch jäh gestoppt. Ein enger Vertrauter enthüllte, Bos Frau habe einen britischen Geschäftsmann umgebracht. Im August 2012 wurde sie wegen Mordes verurteilt. Die Staatsanwaltschaft warf Bo unter anderem vor, den Mord vertuscht zu haben.

Der einstige Parteichef der Grossstadt Chongqing hatte die Vorwürfe stets bestritten. Das Staatsfernsehen berichtete, es sei «sehr wahrscheinlich», dass er Berufung einlegen werde.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Polizeiwagen vor dem Gericht in Jinan, Provinz Shandong am, 23. August 2013, wo der Prozess gegen den ehemaligen chinesischen Politiker Bo Xilai stattfindet.

    Bo Xilai bleibt hartnäckig

    Aus Echo der Zeit vom 23.8.2013

    Auch am zweiten Prozesstag zeigt sich der ehemalige Spitzenpolitiker Bo Xilai widerborstig. Ein Schuldspruch scheint unabwendbar. Im Internet dagegen äussern viele ihre Sympathie für den Angeklagten. Gespräch mit ARD-Korrespondentin Ruth Kirchner in Peking.

    Roman Fillinger

  • Polizisten bewachen das Haupttor des Gerichts, wo der Prozess gegen den chinesischen Politiker Bo Xilai in Jinan, Provinz Shandong stattfindet am  22. August 2013.

    Der grosse Auftritt des Bo Xilai

    Aus Echo der Zeit vom 22.8.2013

    Der chinesische Politiker war populär und erfolgreich. Zwei Dinge, die in China nicht unbedingt Hand in Hand gehen. Doch jetzt steht er vor Gericht - wegen Bestechlichkeit, Unterschlagung und Amtsmissbrauch. Der Angeklagte wehrte sich vor Gericht allerdings erstaunlich selbstbewusst.

    Ruth Kirchner

  • Filmreifer Politkrimi

    Aus Tagesschau vom 22.8.2013

    Heute hat in China der Prozess gegen den ehemaligen Spitzenpolitiker Bo Xilai begonnen. Dem 64-Jährigen werden Machtmissbrauch, Korruption und Bestechlichkeit vorgeworfen. Der Prozess soll zwei Tage dauern. Bo Xilai droht eine lange Haftstrafe oder sogar lebenslänglich. Das Urteil wird im September erwartet.