China und USA lassen ihre militärischen Muskeln spielen

Die USA haben zwei Bomber über die von Japan und China umkämpfte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer fliegen lassen – durch die Luftverteidigungszone. Die chinesische Armee griff nicht ein – noch nicht?

B52-Bomber

Bildlegende: Die USA haben die von China neu eingerichtete «Luftverteidigungszone» ignoriert. Reuters/archiv


Wie kommt die Erklärung der USA in China an?

3:52 min, aus SRF 4 News aktuell vom 27.11.2013

48 Stunden nachdem Peking überraschend und einseitig eine neue Luftverteidigungszone in dem Seegebiet geschaffen hat, haben die USA mit zwei B-52-Bombern demonstrativ das neue Sperrgebiet überflogen.

Der Einsatz sei seit langem geplant gewesen, sagte ein Pentagonsprecher. Er wies Spekulationen zurück, der Einsatz stehe in Zusammenhang mit dem aktuellen japanisch-chinesischen Konflikt. China wurde jedoch vorab nicht informiert, wie es der am Samstag in Kraft getretene Sechs-Punkte-Katalog Pekings bei Androhung von Gewaltmassnahmen bindend verlangt.

Das chinesische Verteidigungsministerium teilte mit, es habe die Bomber auf dem Radar gehabt. «Die Reaktion war gelassen und zurückhaltend», analysiert SRF-Korrespondent Martin Fritz die Situation. «In diesem Fall hat China auf die Anordnung verzichtet. Das heisst aber nicht, dass es auch in Zukunft so bleiben wird», betont er jedoch weiter.

Flugzeugträger zu Inselgruppe entsandt

Als Demonstration seiner maritimen Stärke entsandte China seinerseits den neuen und einzigen Flugzeugträger «Liaoning» zu einer Trainingsfahrt ins Südchinesische Meer, wo China auch mit anderen Nachbarn um Inselgruppen streitet. Der Flugzeugträger wurde von zwei Zerstörern und zwei Fregatten begleitet. «Das ist schon ein Signal», sagt Fritz. Die regionalen Anspannungen hätten sich zugespitzt.

China und Japan streiten seit langem über die unbewohnte Inselgruppe, die praktisch unter japanischer Verwaltung steht. Die Gegend gilt als fischreich. Ausserdem werden im Meeresboden Rohstoffe vermutet. Japan betreibt in dem Seegebiet seit den 60er Jahren seine eigene Luftverteidigungszone. Beide überlappen sich jetzt.

Chinas Anordnung

In Sechs-Punkte-Katalog verlangt China von ausländischen Flugzeugen, dass sie sich identifizieren und den Anweisungen seiner Luftwaffe folgen. Sonst drohen ihnen Gegenmassnahmen. «Auf diese Art und Weise wollen sie ihren Besitzanspruch auf die Inseln durchsetzten», sagt SRF-Japan-Korrespondent Martin Fritz.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • USA mischen sich in Inselstreit ein

    Aus Tagesschau vom 27.11.2013

    Die Spannungen im Ostchinesischen Meer verschärfen sich. Die USA haben die neue Luftverteidigungszone der Chinesen durchbrochen. Peking droht, künftig auf solche Vorfälle zu reagieren.