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International China verschärft Internet-Zensur

China fordert von seinen 500 Millionen Internet-Nutzern, sich mit ihren echten Namen anzumelden. Für einen besseren Schutz privater Informationen, heisst es. Womöglich aber ist es ein Schritt Richtung noch härtere Zensur.

Chinesen sitzen in einem Internet-Café in China.
Legende: Wie Chinesen an ihre Informationen aus dem Netz kommen, will die Regierung kontrollieren. Reuters

Ein neues Gesetz in China sieht vor, dass sich die Internet-User bei den Dienstanbietern ausweisen müssen. Die Regelung diene «dem besseren Schutz privater Informationen und der Sicherung öffentlicher Interessen», hiess es.

Wohl mehr aber ist es ein Zeichen für Chinas harten Zensur-Kurs im Internet. Die Nutzer werden mit einer aufwendigen «grossen chinesischen Firewall» vor unerwünschten Informationen abgeschottet.

Korrupte Beamten weiterhin geschützt

Dazu werden unter anderem Filter eingesetzt, die auf bestimmte Worte reagieren. Tausende Zensoren sind im Einsatz, westliche Online-Dienste wie Facebook und Twitter sind blockiert. Google hat sich wegen der Internet-Zensur mit seinem Suchdienst gar ganz aus China zurückgezogen. Zugleich werfen vor allem die USA chinesischen Geheimdiensten immer wieder vor, Unternehmen und Behörden über das Netz auszuspionieren.
 
Das neue Gesetz sei eine Reaktion auf Fälle, in denen Internet-Nutzer im Netz beleidigt oder verleumdet sowie digitale Informationen illegal genutzt worden seien, erklärte ein Rechtsverantwortlicher des Nationalen Volkskongresses. Wer etwa korrupte Beamte anzeigen wolle, würde trotz der neuen Regelung geschützt.

Legende: Video Google in China: Bericht von SF-Korrespondentin Barbara Lüthi abspielen. Laufzeit 6:11 Minuten.
Vom 31.05.2012.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Gut das niemand weiss, dass ich Rumpelstilzchen heiss ;-) Wie naiv ist diese Partei? Es entzieht sich meines Wissens, ob in China Meldepflicht besteht. Wohl genau so wenig wie hierzulande oder USA. Wir machen Wohnsitzwechsel wie es passt und kaum ein Schwein weiss, wo wir tatsächlich wohnen. USA = Social Number und hier = Cedula/DPI. Proxiserver, versteckte IP und Pseudonamen ist doch Alltag im Internet. Ich lach mich krumm aber mein Name hier ist korrekt. MfG
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    1. Antwort von Fritz Frei, Buriram
      Da unterschätzen sie den chinesischen Polizeistaat. Und Proxy-Server sind von China aus nicht erreichbar, sie werden alle laufend gesperrt, selbstverständlich mit der freundlichen Hilfe westlicher Websites, die minutengenau melden, welche Gratis-Proxies neu verfügbar sind. Im gleichen Rhythmus werden diese Adressen von China aus für ihre IP-Adressen gesperrt. In den USA geht Freiheit über Kontrolle und in Ländern wie Guatemala oder Thailand überragt die Inkompetenz der Regierung alles an...
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    China ist auf dem Weg zur Eroberung des Rests der Welt. Überall kauft sich das Land in fFrmen ein, auch in der Schweiz. Schon zu meiner Jugendzeit in den 50er und 60er Jahren warnte man vor "China, der gelben Gefahr". Seien wir wachsam, sonst werden bald auch wir nicht mehr googeln können!!!!!
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    1. Antwort von Fritz Frei, Buriram
      Da hat die Natur glücklicherweise vorgesorgt. Alles, was zu gross wird, zerbricht früher oder später.
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