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International Chinas Behörden lassen massenhaft Geflügel schlachten

In Teilen Chinas wächst die Angst vor einem bislang kaum bekannten Vogelgrippe-Virus. Nach offiziellen Angaben starben bislang sechs Menschen an dem Erreger H7N9. Die meisten von ihnen hatten Kontakt zu Geflügel. Als Vorsichtsmassnahme wurden nun Tausende Tiere getötet.

Im Geflügelmarkt Huuhai in Shanghai wurde am Morgen damit begonnen, Hühner, Enten, Gänse und Tauben zu töten.
Legende: Im Geflügelmarkt Huuhai in Shanghai wurde am Morgen damit begonnen, Hühner, Enten, Gänse und Tauben zu töten. Reuters

In der chinesischen Millionenmetropole Shanghai haben die Behörden etwa 20'000 Hühner, Enten, Gänse und Tauben geschlachtet – aus Angst vor einem bisher kaum bekannten Vogelgrippe Virus. 

Der Erreger H7N9 ist auch für den Menschen gefährlich. Nach offiziellen Angaben starben bislang sechs Erkrankte. Mindestens 14 weitere Menschen sollen infiziert sein, die meisten von ihnen leben in Shanghai und den Nachbarprovinzen. 

Nach bisherigen Erkenntnissen hatten die meisten Infizierten Kontakt zu Geflügel. Einer der Toten soll Koch gewesen sein. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist hingegen bislang noch nicht bestätigt. Gegen sie spricht auch der Fall eines 64jährigen Mannes, der an dem Virus gestorben ist. Mehr als 50 Personen aus seinem Umfeld wurden daraufhin untersucht – keiner zeigte Anzeichen einer Krankheit.

Erster Nachweis in Tauben vom Markt

Der Erreger war zuvor bei Tauben auf dem Huhai-Markt in Shanghai nachgewiesen worden – für die Behörden eine erste Spur, woher das Virus stammen könnte. Die Stadtverwaltung wies daraufhin an, das gesamte Geflügel des Marktes töten zu lassen. Die lokalen Gesundheitsbehörden versuchen nun herauszufinden, woher die Tauben stammen.

Die Gruppe der H7-Viren befällt normalerweise Vögel. Die WHO hatte jedoch zwischen 1996 und 2012 auch infizierte Menschen in den Niederlanden, Italien, Kanada, den USA, Mexiko und Grossbritannien registriert. Bisher habe das Virus vor allem Bindehautentzündung und eine leichte Entzündung der Atemwege hervorgerufen. In den Niederlanden starb allerdings ein Mensch an dem Erreger.

Behörden gelassen

Eine Epidemie zeichnet sich derzeit nicht ab. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte mit, bislang gebe es keine Beweise für Übertragungen zwischen Menschen. Und ohne diesen Infektionsweg sei das Risiko einer Epidemie ziemlich gering. 

Auch in der Schweiz sind die Behörden zurzeit noch gelassen. Derzeit werden nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit keine Massnahmen ergriffen. Eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit bestehe nicht.

Legende: Video In Shanghai werden die ersten Hühner gekeult abspielen. Laufzeit 01:15 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 05.04.2013.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    6 Menschen von ca 1 1/2 Mia, Wahnsinn! Vielleicht erinnert SRF wieder einmal, wieviele Mio Vögel jedes Jahr allein in Europa an Klebestreifen und sonstigen Fallen sinnlos+qualvoll zu Tode kommen, wieviele durch Katzen, Rebnetze, Lichtverschmutzung, wieviele Mio jährl. allein in der CH an Scheiben,oftmals erst lange nach dem Aufprall elendiglich abserbeln,wievielen Vögeln,besonders Bodenbrütern, die Bruten zermalmt, der Lebensraum zerstört wird usf? Das wäre sinnvoll und hilfreich.
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    1. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Es geht nicht um die 6 Menschen, sondern darum, einer potentiellen Gefahr zu begegnen. Mensch und Geflügel leben in China auf engstem Raum zusammen und es ist bekannt, dass Viren der Tiere u.U. auch auf den Menschen übertragen werden können. Praktisch alle Virus-Grippewellen haben ihren Anfang in China. Als bekanntestes Beispiel mit verheerenden Folgen etwa war die "Spanische Grippe" 1918; ungeachtet ihres Namens hatte auch sie ihren Anfang in Asien.
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    2. Antwort von Marie-Louise Marbach, Peking
      Auch wenn es 1 1/2 Mia Chinesen gibt, hat doch jeder davon genau so das Recht zu leben wie Sie und die Vögel. China ist ein sehr junges Land, dass Zeit braucht um all die Erkenntisse umzusetzen die wir im Westen seit ein paar Jahren haben. Vor 50 Jahren war es hier noch normal Leute umzubringen, heute noch hungern tausende und vorallem den Alten und Behinderten geht es wahnsinnig mies. Bitte haben Sie etwas Geduld.
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    3. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Menschenleben auf Kosten der Tiere?Auch China hat inzw.punkto Massenquälhaltungen/zuchten mit allem Drum+Dran wie Antobiotika,Herbi-,Pestizide+GT!! traurige Rekorde zu verzeichnen!Für die Ausbreitung von Seuchen unter Menschen,Tieren+Pflanzen,für die Ausmerzung alter Kulturvölker,Artenvielfalt von Pflanzen+Tieren,Verschmutzung der Gewässer/Grundwasser,Böden,Luft+Dunkelheit ist fast auschliesslich Homo"sapiens"verantwortlich.Keines unsrer Mitgeschöpfe ist schuld an seiner Ausrottung!
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    4. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Sie haben Recht, Frau Hermann. Ich hätte es nicht besser formulieren können, auch Ihren Beitrag unten nicht. Allerdings hat L. Kunz in dem Punkt Recht, dass die Menschen und das Geflügel - und zudem auch die Schweine - in China viel zu eng zusammenleben. Übrigens noch eine Ergänzung, Herr Kunz: Es wird von der Geschichtsschreibung gern unterschlagen, aber die Pest stammte ursprünglich auch aus China und gelangte später in den Nahen Osten - und wie es dann weiterging, wissen wir alle.
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    5. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Ja, Herr Stump, selber schuld, kann man da nur sagen, die Chinesen leben gewollt in Massen eng beieinander. Aber die Schuld, dass Menschen sich massenhaft vermehren und sich selber zu Sardinen degradieren, liegt nicht an ihren Fleischlieferanten. Ebensowenig deren derart skandalöse Haltung. Man kann es drehen und wenden wie man will, das Elend dieser Welt hat fast ausschliesslich die Krone der Schöpfung zu verantworten.
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    6. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Liebe M.-L.Marbach,es ist ja nicht so, dass nur in China die Gebote der Menschlichkeit und der Achtung der Natur, also unserer Lebensgrundlage und die aller anderer Kreaturen missachtet würden. Hier in der CH werden bspw. die Gesetze der BV zum Schutz der Natur und ihrer Artenvielfalt täglich massiv mit Füssen getreten. Finde es beelendend, dass überall auf dieser Welt der Mensch seine Denkfähigkeit missbraucht, sich als Nr.1 darstellt, aber nicht noch dekadenter verhalten könnte.
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    7. Antwort von Marie-Louise Marbach, Peking
      Eben, wenn selbst die reiche und vorschrittliche Schweiz das mit der Tierhaltung noch immer nicht kappiert hat, wie soll das dann China fertig bringen? Ich selbst esse kein Fleisch und ja, es macht mich traurig und sehr wütend wenn ich sehe wie die Tiere hier behandelt werden. Was ich einfach noch mal betonen möchte, es kann sich, so sehr wir uns es auch wünschen, nicht von heute auf morgen etwas ändern. Auch ich finde das Tiere und Menschen genau gleich wertvoll sind.
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    8. Antwort von Marie-Louise Marbach, Peking
      Was ich sagen will ist, dass ich Verständniss habe, dass Menschen die jeden Tag ums Überleben kämpfen müssen, zuerst an sich denken. Und Frau Stump, Sie sind falsch informiert, dank der strikten Einkind politik hat China nun ein demographisches Problem, es überaltert. Millionen von Rentner wissen nicht von was sie leben sollen, da es keine Kinder gibt die für sie sorgen könnten. Und die Menschen ziehen in die Stadt weil sie auf dem Land keine Perspektieven haben. Sie würdendanichtanders...
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  • Kommentar von Heiner Motschi, 4625
    Alle Jahre wieder… …beglücken uns die Gesundheits- (Krankheits-?) Oberbosse mit diesem Vogelgrippequatsch. Was ist wohl der Grund dafür, dass diese Märchen regelmässig aufgetischt werden? Wahrscheinlich lassen sich beunruhigte Leute besser führen mit höheren Gebühren belasten. Ignoriert diese Trashmeldungen!
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