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International Chodorkowskis Mutter skeptisch: «Hier ist alles möglich»

Nach Pussy Riot und den Greenpeace-Aktivisten nun auch Michail Chodorkowski: Russlands Präsident Putin hat angekündigt, ein Gnadengesuch des inhaftierten Gegners zu unterschreiben. Laut der Mutter des Inhaftierten ist es aber noch zu früh, sich zu freuen.

Legende: Video Putin kündigt Begnadigung Chodorkowskis an abspielen. Laufzeit 1:08 Minuten.
Aus Tagesschau am Vorabend vom 19.12.2013.

In Russland scheint das Tauwetter für Kremlgegner angebrochen: Der russische Präsident hat angekündigt, seinen Gegner Michail Chodorkowski zu begnadigen. Dies nachdem bereits die zwei Inhaftierten Musikerinnen der Putin-kritischen Punkband Pussy Riot und 30 Aktivisten von Greenpeace in den Genuss eines Amnestiegesetzes gekommen sind.

Laut der Mutter des inhaftierten Oppositionellen, Marina Chodorkowskaja, sei es noch zu früh, um sich definitiv zu freuen. Sie habe nach wie vor Angst, dass es doch nicht klappe. «In unserem Land ist alles möglich», meinte Chodorkowskaja gegenüber SRF. Weder sie noch die Anwälte ihres Sohnes wissen oder wussten davon, dass Chodorkowski ein Gnadengesuch an Putin geschrieben habe.

Michail Chodorkowski
Legende: Das dürfte Michail Chodorkowski freuen: Amnestie für den langjährigen Putin-Rivalen. Keystone

Politische Motive

Putin sagte, er werde auf ein Gnadengesuch des inhaftierten Chodorkowski eingehen. «Er hat mehr als zehn Jahre in Haft verbracht. Das ist eine ordentliche Zeit», sagte Putin an seiner grossen Jahrespressekonferenz. Der 50-jährige Oppositionelle muss noch acht Monate seiner Haftstrafe absitzen.

Der russische Regierungskritiker und frühere Ölunternehmer wurde vor 10 Jahren verhaftet. Ihm wurden unter anderem Betrug und Unterschlagung vorgeworfen. Kritiker sahen hinter der Verhaftung aber immer ein politisches Motiv, da Chodorkowski den russischen Machthaber Putin herausforderte.

Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina
Legende: Bald frei: Nadeschda Tolokonnikowa (l.) und Maria Aljochina von der Punk-Band «Pussy Riot». Reuters

Erste Putingegner frei

Ob die angekündigte Begnadigung in Zusammenhang mit dem Amnestiegesetz steht, ist unklar. Von dem Beschluss profitieren unter anderem die inhaftierten Musikerinnen der Punkband Pussy Riot, sie sollen demnächst freikommen. Zudem wurde die Klage wegen Rowdytums gegen 30 Umweltaktivisten von Greenpeace fallen gelassen.

Aber auch andere Gegner des Präsidenten profitieren von dem Erlass der russischen Duma. Im Zuge von Protesten gegen die Amtseinführung Putins im Jahr 2012 wurden mehrere Demonstranten verhaftet. Nun sollen acht von den insgesamt 27 Inhaftierten freikommen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat derweil die Freilassung sämtlicher politischer Gegner gefordert.

3 Kommentare

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  • Kommentar von V. Humbert, Carouge
    Dieser Putin ist nicht nur der mächtigste Alleinherrscher der Welt sondern der unberechenbarste und damit gefährlichste. Seinen zynischen Grössenwahn hat er heute wieder eindrücklich unter Beweis gestellt. Irgendwie erinnert er an Nero. Die Welt und allen voran Europa wäre gut beraten, auf alles gefasst zu dein.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Im Gegensatz zu Putin konnte Nero aber immerhin nicht schlecht dichten und singen, nicht umsonst wurde darüber geschrieben. Leider ist nichts erhalten geblieben, Tonaufnahmen konnten sowieso noch nicht gemacht werden. Zudem soll nicht er der Brandstifter von Rom gewesen sein, er selber verlor ja ebenfalls Häuser und einen Teil des Palastes. Das wurde ihm einfach angehängt, ja, nicht einmal die ersten Christenverfolgungen sollen von ihm angeordnet worden sein.
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  • Kommentar von Sandro Glatthart, Zürich
    Rechtsstaat sieht anders aus... schreckliche Vorstellung, der Gnade eines Diktators ausgeliefert zu sein. Man freut sich über die freigekommenen Individuen, aber eine frohe Botschaft ist das im Grunde genommen überhaupt nicht! Leider.
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