Christen-Protest zeigt Wirkung: Mursi ändert Wahltermin

Nach Protesten der christlichen Kopten hat der ägyptische Präsident Mohammed Mursi die Termine für die Parlamentswahl geändert. Der Beginn des Urnengangs wäre sonst auf christliche Feiertage gefallen. Nun startet der Urnengang wenige Tage früher.

Die ägyptische Parlamentswahl sollte ursprünglich am 27. und 28. April beginnen. Im Kalender der christlichen Kopten fällt auf den 28. April aber der Palmsonntag und somit der Auftakt zur Karwoche.

Der zweite Durchgang sollte am 4. und 5. Mai stattfinden, wenn für die Kopten wiederum Ostern ist. Laut Erklärung der Präsidentschaft soll dieser nun am 29. und 30. April stattfinden. Insgesamt soll der Wahlprozess in mehreren Etappen bis Anfang Juli dauern.


«Ägypten muss durch einen dunkeln Tunnel gehen»

5:43 min, aus SRF 4 News aktuell vom 11.02.2013

Das bisherige Parlament war im vergangenen Juni aufgelöst worden. Zuvor hatte das Verfassungsgericht die Wahl wegen formaler Fehler im Wahlgesetz für ungültig erklärt.

An seiner Stelle übernahm der Schura-Rat, das Oberhaus, die parlamentarischen Aufgaben. Er wird von den Muslimbrüdern, die auch Mursi unterstützen, und den islamisch-fundamentalistischen Salafisten beherrscht.

Die Opposition fordert, die Wahl zunächst ganz auszusetzen und wegen der Krise im Land lieber eine Übergangsregierung aus allen politischen Kräften zu bilden.

Der liberale Oppositionelle Mohamed al-Baradei rief zum Boykott der Wahl auf. Er wolle den herrschenden Islamisten nicht die Hand zum Betrug reichen, erklärte der frühere Chef der UNO- Atomaufsicht IAEA.