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Schwere Vorwürfe gegen Moskau CIA: Putins Griff nach US-Wahl

Legende: Video Hacker-Hearings in Washington abspielen. Laufzeit 3:53 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • CIA, FBI und NSA machen den russischen Präsidenten Putin persönlich für eine Kampagne des Landes während der US-Wahlen verantwortlich.
  • Russland habe mit der Kampagne das Ziel verfolgt, einen Wahlsieg Clintons zu verhindern
  • Der Bericht warnt vor weiteren Kampagnen gegen Verbündete der USA und deren Wahlprozesse.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Einschätzung der US-Geheimdienste eine Kampagne angeordnet, um den Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahl zu beeinflussen. Zu dieser Einschätzung kommen CIA, FBI und NSA in einem Bericht, der jetzt veröffentlicht wurde.

Russland habe das Ziel verfolgt, den Glauben der Öffentlichkeit in den demokratischen Prozess der USA zu untergraben, die demokratische Kandidatin Hillary Clinton zu verunglimpfen und ihre Chancen auf einen Wahlsieg zu schmälern, heisst es darin. Der Kreml habe zudem eine «deutliche Präferenz» für den Republikaner Donald Trump entwickelt.

Warnung vor weiteren Kampagnen

Der Bericht warnt zudem vor ähnlichen Beeinflussungsversuchen des Kremls in Ländern, die mit den USA verbündet sind. Moskau werde die Lehren und Erfahrungen aus der Kampagne gegen die Wahlen in den USA künftig für ähnliche Manöver anwenden – «auch gegen Verbündete der USA und ihren Wahlprozess».

Der Öffentlichkeit legten die Geheimdienste nur eine gekürzte 25-seitige Fassung des Untersuchungsberichts vor. Die Originalversion ist doppelt so umfangreich und enthält vertrauliche Geheimdienstinformationen. Die Geheimdienste hatten diesen Bericht am Donnerstag Obama und am Freitag Trump vorgestellt.

Widerspruch von Kreml und Assange

CIA, NSA und FBI machen Moskau für Hackerattacken auf Computer des Parteivorstands der Demokraten und des Stabs von Clinton verantwortlich, bei denen E-Mails gestohlen wurden. Die von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichten Dokumente offenbarten interne Machtkämpfe unter Clintons Mitarbeitern.

Putin und Hillary Clinton
Legende: Einstige Politik-Kollegin abgehört? Clinton und Putin beim APEC-Gipfel 2012 in Wladiwostok. Reuters

Der nationale Geheimdienstdirektor James Clapper hatte schon am Donnerstag durchblicken lassen, dass er Putin persönlich für den Urheber der Angriffe hält. Der Kreml wies die Vorwürfe zurück. Wikileaks-Gründer Julian Assange bestreitet ebenfalls eine Beteiligung staatlicher russischer Stellen. Die Informationen der amerikanischen Geheimdienste lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Trump: «Politische Hexenjagd»

Der künftige US-Präsident Trump zweifelte die Geheimdiensterkenntnisse in den vergangenen Tagen wiederholt an und sprach von einer «politischen Hexenjagd». Das Trump-Lager macht geltend, die noch amtierende Obama-Regierung wolle den 70-jährigen New Yorker diskreditieren und seine Wahl als illegitim erscheinen lassen.

Gute Beziehungen zu Moskau

Am Samstag bekräftigte Trump erneut seinen Annährungskurs zu Russland. «Ein gutes Verhältnis mit Russland zu haben, ist eine gute Sache, nicht eine schlechte Sache», twitterte der Republikaner.

Nur törichte Leute oder Dummköpfe würden denken, dass es schlecht ist!
Autor: Donald TrumpDesignierter US-Präsident

«Wir haben genügend Probleme rund um die Welt. Wenn ich Präsident bin, wird Russland uns viel mehr respektieren, als sie es jetzt tun. Und beide Länder werden vielleicht zusammenarbeiten, um einige der vielen grossen und dringlichen Probleme und Fragen auf der Welt zu lösen!», schrieb Trump weiter.

Trump kündigt Cyberabwehr an

Der künftige US-Präsident Trump will ein Sofortprogramm zur Abwehr von Cyberangriffen umsetzen. Dies solle in den ersten 90 Tagen seiner Amtszeit geschehen, sagte er in New York. Russland, China und andere Länder versuchten «unablässig» in Datensysteme von US-Regierungsstellen, Firmen und Organisationen wie der Demokratischen Partei einzudringen.

150 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Da gibt es die einen, die sich nicht nur an den MSM orientieren und deshalb bestens informiert mit Recht die üblen Machenschaften der US-Geheimdienste hinterfragen, wogegen die denkfaulen Propagandagläubigen in altbekannter Manier ihr fest zementiertes Weltbild mit allen Mitteln zu verteidigen suchen. Ist ja ok, nur "Ausdünstungen" am Thema vorbei, die einzig auf Kommentatoren zielen gehören nicht hierher.
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    1. Antwort von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
      Wenn auch die Argumente fehlen, so ist doch jede/r herzlich willkommen, um all die bezahlten Putin-Trolle hier ein wenig aufzumischen. Wobei Experten der Meinung sind, dass exakt dieses Verhalten typisch für Trolle ist: Kommunikation in Internet-Foren fortwährend und auf destruktive Weise dadurch zu stören, dass Beiträge verfasst werden, die sich auf die Provokation anderer Gesprächsteilnehmer beschränken und keinen sachbezogenen und konstruktiven Beitrag zur Diskussion enthalten.
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    2. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      @ J. Zwahlen: was denken Sie: wenn Putin bezahlte Trolle einsetzt um in den Foren Propaganda zu verbreiten, verzichten andere Staaten, insbesondere die USA, auf solche Mittel? Sind Sie also sicher vor Propaganda, wenn Sie alles ablehnen, was für Sie wie russische Propaganda vorkommt?
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    3. Antwort von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
      Herr Bernoulli, ich glaube nicht an Trolle. An Zwerge und Elfen auch nicht. ;)
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Die produktive Anarchie des Netzes, wo jeder auf irgendeiner Plattform etwas veröffentlichen kann, droht die gewohnten Regeln der politischen Kommunikation ausser Kraft zu setzen. Die Parteien haben die Medienkontrolle verloren. Es gibt Kanäle, die sich nicht mit den üblichen Mitteln in die gewünschte Richtung steuern lassen und somit missliebige Meinungen veröffentlichen.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Die Leichtigkeit, mit der sich falsche Behauptungen veröffentlichen und verbreiten lassen, lässt deren Widerlegung wie einen aussichtslosen Kampf erscheinen. Bedeutet: Man hat kein Monopol mehr auf Wahlkampflügen, andere lügen jetzt auch. Viele hätten daher gerne den alten Zustand zurück.
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    2. Antwort von paul waber (sandokan)
      Die wichtigsten Medienkonzerne wurde jedoch von den Interessen und Parteien unter ihre Kontrolle gebracht...Wer die Medien beherrscht, beherrscht die Meinungen!
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    3. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Wie Paul Craig Roberts erwähnt, kontrollieren in den USA ein paar wenige Familien praktisch die gesamte Medienlandschaft, inklusive Nachrichtenagenturen wie Reuters. Da sind unabhängige investigative Journalisten und gut informierte "Insider" wie Paul Craig Roberts, Ray McGovern, Robert David Steele, Thesaker, Robert Parry, Seymour Hersh u.a. vertrauenswürdiger. Diese Leute werden in den kontrollierten Medien ohne Beweise (!) als russische Propagandisten diffamiert (=Verleumdung!).
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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Ich wende mich mal ab vom vorgegebenen Beitrag. Darf ich sicher nicht! Versuchs nur mal. geniesst den schönen verschneiten Sonntag. Wir in Basel hatten über Wochen Sonnenschein. Und nützt die Gelegenheit den schönsten Krimi letzter Woche Nochmals zu lesen..die Schweiz rüstet mit Waffen auf...nur leider ist der Ausgang kein wirklicher Krimi. Aber so lesenswert.!
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