CIA verschwieg brutale Verhörmethoden

Die CIA selbst spricht von «harschen Verhörmethoden», Menschenrechtler nennen es Folter. Jetzt gibt es Hinweise, dass die Brutalität kaum Nutzen brachte.

Der US-Geheimdienst CIA hat nach einem Untersuchungsbericht eines Senatsausschusses jahrelang die Brutalität seines umstrittenen Verhörprogramms verschleiert. Zudem habe die CIA die Bedeutung der verhörten mutmasslichen Terroristen und potenziellen Verschwörern bewusst überbewertet, berichtete die «Washington Post». So seien beispielsweise Gefangene als Drahtzieher einer Sache hingestellt worden, obwohl sie offensichtlich nur eine Nebenrolle spielten.

Der Geheimdienst habe weiter behauptet, er habe mit Hilfe der weltweit kritisierten harten Verhörmethoden wichtige Informationen erhalten. «Stimmte das? Die Antwort ist nein», zitiert das Blatt einen Regierungsbeamten. Beispielsweise hätten die Foltermethoden nicht zur Aufspürung von Osama Bin Laden geführt, sagt SRF-Korrespondent Beat Soltermann.

Forderung nach Veröffentlichung

Die Zeitung beruft sich dabei auf einen noch unveröffentlichten Bericht des Senatsausschusses, der die Arbeit des Geheimdienstes nach den Anschlägen von 9/11 überwacht. Der Bericht liegt seit einem Jahr als Entwurf vor, dessen Inhalt blieb aber unter Verschluss.

Bei den Vorwürfen geht es um Verhörmethoden in ehemaligen geheimen CIA-Gefängnissen, etwa das «Waterboarding», bei dem Ertränken simuliert wird. Die Methoden waren nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 angewendet worden, geheime Gefängnisse soll es unter anderem in Afghanistan, Ägypten und Polen gegeben haben.

Ein CIA-Sprecher wollte keine Stellung nehmen, solange die Endfassung des Berichts nicht vorliege. Noch diesen Donnerstag will die Senatskommission bei Präsident Obama den Antrag stellen, dass dieser wenigstens eine Zusammenfassung des 6300-seitigen Berichts öffentlich zugänglich macht.