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International Cleveland-Polizist erschoss 12-Jährigen aus nächster Nähe

Das Video ist brisant: Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen, dass der mit einer Spielzeugpistole fuchtelnde 12-Jährige aus nächster Nähe erschossen wurde. Diese Tat hat die Unruhe in den USA noch weiter geschürt.

Legende: Video Polizist aus Cleveland abspielen. Laufzeit 1:04 Minuten.
Vom 27.11.2014.

Der Polizist, der am Wochenende in den USA die tödlichen Schüsse auf einen Zwölfjährigen mit einer Pistolen-Attrappe abgegeben hat, hat nach der Ankunft am Ort des Geschehens binnen Sekunden das Feuer eröffnet. Das zeigt ein Video vom Vorfall.

Die Behörden von Cleveland im Staat Ohio veröffentlichten am Mittwoch Aufnahmen einer Überwachungskamera, die den tragischen Vorfall dokumentieren. Auf körnigen Schwarz-Weiss-Bildern ist darauf der zwölfjährige Tamir Rice zu sehen, wie er auf einem Gehweg läuft und mit der Waffenattrappe herumfuchtelt.

Legende: Video Cleveland-Video heizt Rassismus-Debatte an abspielen. Laufzeit 1:30 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 27.11.2014.

An einer Stelle zielt Rice auf jemanden, dann setzt er sich in einen kleinen Pavillon. Sekunden später kommt ein Polizeiwagen angerast und stoppt direkt neben dem Pavillon. Zwei Beamten steigen aus, während sich Rice dem Fahrzeug nähert und offenbar an seinem Gürtel herumspielt.

Mehrmalige Aufforderung

Einer der Polizisten schiesst dann unmittelbar nach dem Verlassen des Autos auf den schwarzen Jungen. Nach Angaben der Polizei wurde der Zwölfjährige in der kurzen Zeit mehrmals aufgefordert, die Hände zu heben. Laut Polizei war seine Waffe nicht als Attrappe zu erkennen.

Die Behörden veröffentlichten auch den Notruf eines besorgten Anwohners, der den Einsatz ausgelöst hatte. «Da ist ein Typ mit einer Pistole», sagt der Anrufer. «Sie ist wahrscheinlich unecht, aber er zielt auf jeden.»

Der Anrufer verweist auch darauf, dass es sich offenbar um ein Kind handelt. Den Beamten, die dann zum Einsatzort geschickt wurden, wurden diese Angaben aber offenbar nicht übermittelt.

Eltern äussern Kritik

Die Eltern des toten Jungen zeigten sich nach Veröffentlichung der Aufnahmen überzeugt, dass der Tod ihres Sohnes hätte verhindert werden können. «Das Video zeigt eine Sache sehr klar: Die Polizisten hatten sehr schnell gehandelt», hiess es in einer von der «Washington Post» veröffentlichten Erklärung.

Bei dem Schützen handelt es sich um einen 26-jährigen Weissen, der erst seit März bei der Polizei ist. Er und der 46-jährige zweite Polizist im Einsatz sind derzeit beurlaubt, während der Fall untersucht wird. Der Vorfall hatte Proteste in Cleveland ausgelöst.

Die Anspannung in den USA ist derzeit ohnehin hoch, nachdem am Montag bekannt wurde, dass sich ein weisser Polizist nicht für seine tödliche Schüsse auf einen schwarzen Teenager in Ferguson in Missouri verantworten muss.

21 Kommentare

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  • Kommentar von M. Haener, Büsserach
    Die Spielzeugwaffe steckte im Hosenbund, also war die Markierung welche die Spielzeugwaffe als solche ausgewiesen hätte, für die "Polizisten" in keinem Fall sichtbar. Abgekratzt oder nicht steht hier nicht zur Debatte, diese Äusserung dient nur dazu, um vom tatsächlichen Sachverhalt abzulenken. Vom krassen Fehlverhalten der "Polizisten", in allen Belangen. Sieht man sich dieses Video mehrfach an, vergrössert und analysiert es Bild für Bild, gibt es keine Zweifel.
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  • Kommentar von M. Haener, Büsserach
    Vom Moment an, wo das Polizeiauto im Bereich der Überwachungskamera erscheint, bis der der Junge am Boden liegt, vergehen knapp 5 Sekunden. Es ist auch absolut wiedersinnig, so nahe an eine bewaffnete Person heran zu fahren und eine Zielscheibe abzugeben. Ausser man weiss, dass diese Waffe keine Waffe ist, dann gibt es aber keinen Grund zu schiessen. Wäre dies eine Szene aus einem "Hollywoodstreifen", würde ich sagen, was für ein Schwachsinn. So muss ich sagen, das war Mord.
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  • Kommentar von Rolf Künzi, Winterthur
    Was in Mexico, Brasilien und Amerika gescheit ist ein Armutszeugnis. Ich hatte nie eine Waffe und werde nie eine haben. Vor allem Amerika ist schon lange überdurchschnittlich Paranoid. In beiden Fällen hätten Elektroschock genügt.
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