Container-Unterkünfte für Flüchtlinge in Calais

Das berühmt-berüchtigte Flüchtlingslager im nordfranzösischen Calais ist um feste Unterkünfte erweitert worden. Die ersten Migranten konnten in ein aus Metallcontainern bestehendes Dorf einziehen.

Blick auf das Flüchtlingslager in Calais: Im Vordergrund Zelte, im Hintergrund die neuen Metallcontainer

Bildlegende: Für 1500 Flüchtlinge will die französische Regierung Metallcontainer bereitstellen. Keystone

In Calais halten sich nach aktuellen Schätzungen rund 4000 Flüchtlinge auf. Das Lager ist unter dem Namen «neuer Dschungel» bekannt geworden. Bisher leben die Menschen hier behelfsmässig in Zelten, unter Plastikplanen oder in Holzverschlägen.

Von Calais aus hoffen Tausende, nach Grossbritannien zu kommen: Auf einem Lastwagen oder mit einem Zug – diese werden hier für die 50 Tunnelkilometer nach Grossbritannien abgefertigt.

Fünf Millionen Euro für Container

Nun setzt die französische Regierung gut fünf Millionen Euro aus EU-Mitteln ein, um ein festeres Lager mit Platz für 1500 Menschen zu errichten. Die ersten Container konnten am Montag bezogen werden. Sie sollen die Lage für die in Calais lebenden Flüchtlinge verbessern.

Für Kritik sorgt, dass der Zugang zu den Containern mittels Handabdruck auf einem elektronischen Gerät kontrolliert wird. Nachrichtenagenturen zitieren Flüchtlinge, die befürchten so nicht mehr aus dem Lager wegzukommen.


Neue Unterkünfte im «Dschungel» von Calais

4:32 min, aus SRF 4 News aktuell vom 12.01.2016

Weitere Camps geplant

Nur wenige Kilometer weiter soll zudem in der französischen Gemeinde Grande-Synthe bei Dunkerque ein Flüchtlingslager nach internationalen Standards für rund 2500 Migranten entstehen.

In Grossbritannien erhoffen sich viele Flüchtlinge einfachere Bedingungen, weil sie Verwandte haben oder nur Englisch sprechen. Deswegen stellen sie keinen Asylantrag in Frankreich, obwohl sie nach Angaben des französischen Innenministeriums gute Chancen auf Anerkennung hätten.