«Costa Concordia»: Schettinos neuestes Manöver

Versenkt der Kapitän nach dem Kreuzfahrtschiff auch sein Berufungsverfahren, oder beeindruckt die Richter seine Poesie?

Francesco Schettino

Der Kapitän der vor vier Jahren havarierten «Costa Concordia», Francesco Schettino, hat vor dem Beginn seines Berufungsverfahrens den Richtern geschrieben. Er finde keinen Frieden mehr und denke ständig an die 32 Opfer, zitierte die Zeitung «Corriere della Sera» aus dem Schreiben.

Er wolle den «menschlichen Aspekt» seines Falles in den Vordergrund rücken, so der 55-Jährige. «Mein Leben ist an diesem Tag zu Ende gegangen», schreibt Schettino. Als das Schiff gesunken sei, habe er sich in einem «unsäglichen Notstand» befunden. «Ich sah die Concordia vor mir, auf der Seite liegend, wie ein verletztes Tier. Ich hätte sie mit meinen eigenen Händen aufrichten wollen.»

Schettino war in erster Instanz zu 16 Jahren Haft wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft warf ihm zudem vor, das Schiff noch während der Evakuierung verlassen zu haben. Der Anwalt des Kapitäns hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt.