Dämpfer für Tea Party: McDaniel scheitert trotz Millionen-Spende

Die erzkonservative Tea-Party-Bewegung hat eine wichtige Abstimmung über den künftigen Kurs der Republikaner verloren. In Mississippi unterlag ihr Kandidat bei der Nominierung für den Senat.

Chris McDaniel winkt, im Hintergrund die Südstaatenflagge.

Bildlegende: Tea-Party-Kandidat Chris McDaniel verabschiedet sich aus dem Rennen um den Senatssitz. Reuters

Die Tea-Party-Bewegung hat bei einer Abstimmung über den künftigen Kurs der Republikaner eine knappe Niederlage erlitten.

In Mississippi unterlag Tea-Party-Neuling Chris McDaniel dem Polit-Veteranen Thad Cochran bei der Nominierung für den republikanischen Spitzenkandidaten für den Senat. Medienberichten zufolge erhielt der 76-jährige Cochran rund 51 Prozent der Stimmen, während McDaniel auf 49 Prozent kam.

Für Aufsehen hatte die Abstimmung bereits im Vorfeld gesorgt, da ihr laut «Washington Post» nicht nur einer der teuersten, sondern auch einer der am härtesten geführten Wahlkämpfe in diesem Jahr vorausgegangen war. So hatte McDaniel mehr als 10 Millionen Dollar an Spenden eingenommen.

Kongresswahlen im November

Erst vor zwei Wochen hatte die Tea Party mit einem Überraschungssieg für ein politischen Erdbeben in den Reihen der Republikaner gesorgt. Ihr weitgehend unbekannter Kandidat David Brat hatte bei parteiinternen Vorwahlen im Kreis Richmond im US-Staat Virginia den Mehrheitsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus, Eric Cantor, deutlich geschlagen.

In den USA finden im November Kongresswahlen statt. Bei den Vorwahlen geht es darum, wer für die Abstimmung im November aufgestellt wird.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Mississippi zwischen Erz-Konservativen und Konservativen

    Aus Tagesschau vom 24.6.2014

    Bei den Vorwahlen für die Kongresswahlen im Herbst, greift die erzkonservative Tea Party nicht nur den Erzfeind, die Demokraten, an. Neuerdings gehören auch die konservativen Republikaner zu ihrem Beuteschema. In Mississippi könnte heute ein Konservativer einem Erz-Konservativen unterliegen.

  • Amerikas Tea Party gelingt ein Coup

    Aus Tagesschau vom 11.6.2014

    Der Kongresswahlkampf in den USA hat seine erste grosse Überraschung: Eric Cantor, mächtige Nummer zwei der Republikaner im Repräsentantenhaus, wird abgewählt im internen Zwist mit einem Konkurrenten der Tea Party.