Das auf La Réunion gefundene Wrackteil gehört zu MH370

Das bei La Réunion angeschwemmte Flugzeug-Wrackteil stammt vom vermissten Malaysia-Airlines-Flug MH370. Der malaysische Premierminister Najib Razak hat in einer Fernsehansprache letzte Zweifel ausgeräumt. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, ob das Flugzeug bereits in der Luft explodierte.

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Erster bestätigter Hinweis zum mysteriösen Absturz von MH370

1:10 min, aus 10vor10 vom 5.8.2015

Das auf La Réunion angespülte Wrackteil einer Boeing 777 stammt nach malaysischen Angaben von dem seit langem vermissten Flug MH370. Dies hätten die Untersuchungen des internationalen Expertenteams ergeben, erklärte Ministerpräsident Najib Razak am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) in einer Fernsehansprache.

Zuvor hatten am Mittwoch internationale Experten das Wrackteil in einem Untersuchungszentrum des französischen Verteidigungsministeriums in Balma bei Toulouse untersucht. Die erste Analyse dauerte am Nachmittag etwa vier Stunden.

Nun müsse herausgefunden werden, was am 8. März 2014 mit der Boeing 777 geschehen sei, fügte der malaysische Premierminister in seiner Ansprache an.

Zurückhaltende Töne aus Frankreich

Für die Ermittler in Frankreich sprach Staatsanwalt Serge Mackowiak am Mittwochabend in Paris von einer «sehr starken Vermutung». Die Identifizierung der Flügelklappe stützte sich auf Informationen des Flugzeugbauers Boeing und der Fluggesellschaft Malaysia Airlines. Vertreter von Boeing hätten bestätigt, dass das Wrackteil zu einer Boeing 777 gehört, sagte Mackowiak in Paris. Ausserdem sei die technische Dokumentation der Fluggesellschaft mit dem Wrackteil im Untersuchungszentrum bei Toulouse abgeglichen worden.

Das Ergebnis solle noch mit weiteren Analysen bestätigt werden, die am Donnerstag beginnen sollten, sagte Mackowiak. Wie lange diese dauern werden, sei nicht abzusehen.

Das Ermittlungsverfahren läuft in Frankreich, weil auch Franzosen an Bord der Maschine waren. Paris ermittelt sowohl wegen fahrlässiger Tötung als auch wegen Entführung mit terroristischem Hintergrund.

Bereits in der Luft explodiert?

Eine Untersuchung der Strömungen zeigte, dass Wrackteile aus dem Gebiet, wo der Absturz vermutet wird, tatsächlich nach La Réunion gedriftet sein könnten. Unklar ist noch, ob auch ein Teil eines Koffers von Flug MH370 stammt. Die Polizei werde es so schnell wie möglich untersuchen, sagte Staatsanwalt Mackowiak.

Auch die Flügelklappe wird weiter untersucht. So könnte sich feststellen lassen, ob die Maschine in der Luft explodierte oder intakt in den Ozean stürzte.

Der Jet verschwand mit 239 Menschen an Bord auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking. Experten gehen davon aus, dass die Maschine nach einer Kursänderung noch stundenlang weiterflog, bevor sie in den Indischen Ozean stürzte. La Réunion liegt vor der Küste Madagaskars, gehört aber zu Frankreich.