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International Das Gipfel-ABC

Von Alm bis Zaun: Im Schloss Elmau kommen die Staats- und Regierungschefs zum G7-Gipfel zusammen. Wissenswertes rund um den Mega-Event von A bis Z.

Grenzschutz-Polizist blickt mit Fernrohr vom Gipfel an der Deutsch-Österreichischen Grenze.
Legende: Auch auf den Gipfeln der schlossnahen deutsch-österreichischen Grenze stehen Polizisten im Einsatz. Reuters

A wie ALM:

Die Elmauer Alm in der Nähe des Tagungshotels Schloss Elmau machte Schlagzeilen, weil der Hotelier das Dach ohne Genehmigung teilweise anheben liess. Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen ordnete daraufhin den Rückbau an. Die Alm ist möglicherweise Kulisse für das offizielle Foto der G7-Teilnehmer. Als Schwarzbau wäre sie dafür nicht infrage gekommen.

B wie BILDERBERG-KONFERENZ:

Kurz nach dem G7-Gipfel findet ganz in der Nähe, gleich hinter der österreichischen Grenze, die Bilderberg-Konferenz (10.-14. Juni) mit etwa 150 Top-Leuten aus Politik, Militär, Wirtschaft und Finanzen statt. Für einige Demonstranten möglicherweise ein Grund, länger in der Region zu bleiben.

C wie CAMP:

Am Ortsrand von Garmisch-Partenkirchen wollten G7-Gegner ihr Protest-Camp aufschlagen. Die Gemeinde verbot ihnen das allerdings vor allem mit dem Hinweis auf den Hochwasserschutz. Die G7-Gegner vom Bündnis «Stop G7 Elmau» kritisierten das Verbot als politische Entscheidung.

D wie DEMOKRATIEKOSTEN:

Mindestens 130 Millionen Euro kostet der Gipfel. Für die bayerische Staatsregierung sind das «Demokratiekosten», um die Sicherheit von Gipfelteilnehmern und friedlichen Demonstranten zu gewährleisten. Einen Teil der Kosten übernimmt der Bund. Der Steuerzahlerbund befürchtet weit höhere Kosten und rechnet mit 360 Millionen Euro.

E wie ELMAU:

Das Fünf-Sterne-Haus Schloss Elmau gilt wegen seiner Abgeschiedenheit im bayerischen Karwendelgebirge als idealer Tagungsort. Es liegt rund 100 Kilometer südlich von München in 1000 Metern Höhe in einem malerischen Alpental. Es wurde 1916 von dem Philosophen Johannes Müller erbaut und verfügt heute über etwa 150 Zimmer und Suiten.

Schloss Elmau

F wie FACEBOOK:

Über Verkehrs- und Sicherheitsfragen rund um den G7-Gipfel informiert die bayerische Polizei die Bürger auch auf Twitter und Facebook. Die Seiten sind unter facebook.com/g7polizei und twitter.com/g7polizei erreichbar.

G wie GRENZKONTROLLEN:

Das Schengener Abkommen wird für die Zeit rund um den Gipfel kurzerhand ausgesetzt. Es gibt wieder Kontrollen an innereuropäischen Grenzen.

H wie HEILIGENDAMM:

Der letzte Gipfel in Deutschland fand 2007 in Heiligendamm an der Ostsee statt. Damals war es noch ein G8-Gipfel und wurde ein beispielloses Mammutereignis mit der bis dato grössten Polizeitruppe in der Geschichte der Bundesrepublik. Allein mit dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush reisten Hunderte Amerikaner an die Ostsee. Vom Gipfel berichteten etwa 5000 Journalisten aus 73 Ländern.

I wie IMAGE:

Wenn es gut läuft für die Region, kann der Gipfel Werbung für den Tourismus in Bayern machen. Die Staats- und Regierungschefs nehmen ein Geschenkbuch über die Region mit in die Heimat, ein Imagefilm wird gedreht.

J wie JODELN:

Der Freistaat will sich von seiner besten Seite zeigen. Und dazu gehören nun mal Trachtler, Gebirgsschützen, Blasmusik und jodelnde Volksmusikanten.

K wie KRAWALLVERSICHERUNG:

Der Bund hat eine Krawallversicherung für den G7-Gipfel abgeschlossen. Der Vertrag des Auswärtigen Amts mit der Versicherungskammer Bayern soll vor allem Privatleute und kleine Betriebe zusätzlich absichern. Für die Fälle, in denen gar keine Versicherung zuständig ist, soll die bayerische Staatsregierung einspringen.

L wie LANDEPLATZ:

Wenn das Wetter passt, reisen die hochrangigen Gipfel-Teilnehmer mit dem Hubschrauber vom Münchner Flughafen an den Alpenrand. Im April machten Partypläne auf dem neu angelegten Hubschrauberlandeplatz neben dem Gipfel-Hotel Schlagzeilen, weil dort illegalerweise ein riesiges Zelt aufgebaut wurde.

M wie MARIE-HELEN KREBS:

Die Sommelière des Schlosses Elmau plädiert dafür, den hochkarätigen Gästen deutsche Weine zu offerieren. «Es wäre doch schade, keine Weine von hier anzubieten», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Und: «Regierungschefs sind auch nur Menschen, die sich beim Essen wohlfühlen wollen.»

N wie NACHBARN:

Nicht nur in Deutschland herrscht zur Gipfel-Zeit der Ausnahmezustand. Das gilt auch für die österreichischen Nachbarn. Wegen des G7-Gipfels gibt es erhebliche Grenzkontrollen. Gut 2000 österreichische Polizisten sind im Einsatz.

O wie ORGANISATION ist alles:

Zuständig für den Mega-Event ist der eigens eingerichtete Planungsstab G7.

P wie POLIZEI:

Mehr als 19 000 Polizisten aus Deutschland und Österreich werden rund um die beiden Gipfeltage im Einsatz sein.

Q wie QUEBEC:

Zu den Teilnehmern der Konferenz gehört auch der kanadische Premierminister Stephen Harper. Quebec mit ihrer gleichnamigen Hauptstadt ist übrigens die grösste Provinz Kanadas.

R wie RICHTER:

110 Richter sollen während des G7-Gipfels im Einsatz sein, um über Festnahmen und Untersuchungshaft zu entscheiden. Geplant ist nach Regierungsangaben, vom 25. Mai bis zum 9. Juni zwischen ein und fünf Präsenzrichter in zwei Schichten à zwölf Stunden einzusetzen. Hinzu kommen jeweils zehn Bereitschaftsrichter. Ausserdem soll es «Sammelstellen» für festgenommene G7-Gipfelgegner geben.

S wie «STOP G7 ELMAU»:

Das Bündnis besteht aus Dutzenden Gruppen. Die Organisatoren diverser Kundgebungen in und um Garmisch rufen zum Protest gegen den Gipfel und auch zum zivilen Ungehorsam auf.

T wie TOILETTEN:

Tausende Polizisten, tausende Demonstranten - was, wenn die mal müssen? Die Polizisten dürfen die rund 100 extra aufgestellten Toilettencontainer benutzen - die Demonstranten nicht. Die wollten 30 Toiletten im Protest-Camp aufstellen - aber das Camp wurde ja verboten.

U wie URLAUBSSPERRE:

Sie gilt für die Gipfel-Zeit nicht nur für die Politiker und ihre Delegationen und die bis zu 5000 Journalisten, auch die Polizei hat in Österreich und Deutschland hat eine solche verhängt.

V wie VERSAMMLUNGSFREIHEIT:

Dass es Proteste gegen den Gipfel geben wird, ist klar. Wie genau sie aussehen und wie viele Menschen demonstrieren werden, ist unbekannt. Mehrere Kundgebungen sind angemeldet, allein bei der vermutlich grössten am Samstag direkt vor dem Gipfel erwartet die Polizei zwischen 5000 und 10 000 Teilnehmer.

W wie WETTERSTEINWAND:

Sie ist die Kulisse des G7-Gipfels. Die illustren Gäste des Schlosses können sie von den diversen Pools und Liegeflächen aus sehen.

X wie X-TAUSEND:

Tausende Demonstranten werden erwartet. Wie viele genau, ist unklar.

Y wie YES WE CAN:

Erklärter Stargast des Gipfels ist US-Präsident Barack Obama.

Z wie ZAUN:

Ein drei Meter hoher und sieben Kilometer langer Zaun sichert das Schloss Elmau. Er wird mit einem 12 Millimeter dicken Stahlseil an Bäumen verspannt und soll nicht nur Demonstranten fernhalten, sondern auch gegen Berggeröll schützen. Laut Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kann der Zaun ganz einfach wieder eingerollt werden.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Einfach herzig, diese Bayern. Sie führen die Tafeln mit "Freistaat Bayern" immer noch. Als ich vor vielen Jahren noch viel in Europa herumreiste - so auch mehrmals nach München -, sah ich sogar noch Uniformen mit dem Vermerk "Freistaat Bayern". Diese braven Männer führten sogar noch in den Zügen Spezialkontrollen durch, sicher war sicher. Immerhin hatten sie ihren Freistaat noch behalten können, während die Sachsen auf den ihren ein halbes Jahrhundert lang hatten verzichten müssen.
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  • Kommentar von Peter widmer, Arosa
    Die demonstranten pochen auf die versammlungsfreiheit, doch ein guter teil dieser demonstranten möchte eine versammlung der staatschefs verhindern. In meinem verständnis haben auch die staatsoberen eine versammlungsfreiheit. Das nennt man dann wohl ironie.
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