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International Das grosse Feuer gegen den Elfenbeinhandel

Die kenianische Regierung hat 105 Tonnen beschlagnahmtes Elfenbein in Brand gesetzt. Damit will sie ein Zeichen gegen den Elfenbeinschmuggel setzen.

Legende: Video Kenia setzt Zeichen gegen Elfenbeinhandel abspielen. Laufzeit 1:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.04.2016.

Ein Zeichen gegen die Ausrottung von Elefanten durch Elfenbeinschmuggel: Kenias Präsident Uhuru Kenyatta hat am Samstag in Nairobi den ersten von zwölf Scheiterhaufen aus Elfenbein in Brand gesetzt.

Brennende Elefantenzähne
Legende: Die Vernichtung des Elfenbeins soll rund 48 Stunden dauern. Reuters

Es soll sich um die grösste Menge an Elefantenstosszähnen handeln, die jemals vernichtet wurde: 105 Tonnen des wertvollen Materials sollen innert 48 Stunden verbrennen. Das Ereignis erfolgt am Ende einer zweitägigen Konferenz zum Schutz von Wildtieren in Afrika, an der Staatschefs und Prominente teilgenommen hatten.

Zwar gab es weltweit Applaus für die Aktion. In Kenia selbst waren aber durchaus auch kritische Stimmen zu hören, weiss SRF-Korrespondent Patrik Wülser. «Hier kann man vor dem Spital sterben, weil man ohne Geld nicht behandelt wird. Und dann öffentlich Hunderte Millionen zu verbrennen, das löst bei vielen Kenianern Kopfschütteln aus.» Viele würden sich deshalb fragen, ob man mit dem Geld aus dem Verkauf nicht etwas Sinnvolles für den Aufbau des Landes tun könnte.

Kenia verzeichnet Erfolge im Kampf gegen Wilderer

Kenias Engagement hatte in den vergangenen Jahren bereits Wirkung gezeigt, wie die kenianische Naturschutzbehörde (KWS) mitteilte. Wurden 2012 noch rund 384 Elefanten in dem ostafrikanischen Land von Wilderern getötet, waren es im vergangenen Jahr nur mehr 96.

Heute leben schätzungsweise noch bis zu 500'000 Elefanten in Afrika. Jährlich werden mehr als 30'000 getötet, vor allem um die Nachfrage in Asien zu befriedigen.

Das Washingtoner Artenschutzabkommen (Cites) hatte 1989 den Handel mit Elfenbein verboten. China als grösster Abnehmer des «weissen Goldes» erlaubt jedoch den Weiterverkauf von Elfenbein, das vor dem Verbot gekauft worden war.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Afrika braucht mehr modern aufgerüstete Wildhüter die grössere Gebiete überwachen können. Auf dem Schwarzmarkt hätten die angezündeten Stosszähne, für die 8000 Elefanten sterben mussten, umgerechnet mehr als 88 Millionen Euro eingebracht, die noch wertvolleren Rhinozeros-Hörner 70 Millionen Euro. Dass das arme Land Stosszähne und Hörner von diesem Wert verbrenne, sorgte für Kritik aus dem Ausland.Anders als andere afrikanische Staaten will sich Kenia nicht an dem illegalen Handel beteiligen.
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Und die Käufer wären die gleichen geblieben. Ich habe mir das auch lange überlegt, das Geld hätte Kenia bitter nötig gehabt . Aber nur so konnte man ein entschiedenes Zeichen setzen.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Da nur seltene Dinge einen Wert haben, wäre eine Überschwemmung des Marktes mit "Billig-Elfenbein" sicher eine Überlegung wert. Das Verbrennen als symbolischer Akt ist nicht nachhaltig, das weiss man seit den entsprechenden Aktionen während der Prohibition in den USA zur Genüge. Ausser der Selbstdarstellung von lokalen Politgrössen ist das zu nichts nutze und letztendlich nur kontraproduktiv.
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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    An WEN verkaufen ? An die Asiaten ? Ich finde es wurde mit dem Verbrennen ein grosses Zeichen gesetzt für den Elefantenschutz in Kenia. Hoffen wir, Kenia bekommt diese Elfenbeinbanden endlich unter Kontrolle.
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