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International «Das ist mehr als die Finanzmärkte erwartet hatten»

Die Europäische Zentralbank (EZB) legt im Kampf gegen die hartnäckige Konjunkturflaute und fallende Preise nach. Geplant sind Wertpapierkäufe in der Höhe von 60 Milliarden Euro pro Monat. Eine Einschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktor Thomas Oberer.

Legende: Video «Draghi schwemmt Milliarden in die Märkte» abspielen. Laufzeit 0:55 Minuten.
Vom 22.01.2015.

Mario Draghi enttäuscht die Finanzmärkte nicht. Nachdem er es lange angekündigt hatte, startet er jetzt ein Ankaufsprogramm für Staatsanleihen und andere Wertpapiere in grossem Stil.

Mit dem Öffnen der Geldschleusen nach dem Vorbild der USA soll ein Abrutschen der Konjunktur im Euro-Raum in eine Deflation verhindert werden, also eine langanhaltende Schwächephase aus fallenden Preisen und schrumpfenden Investitionen.

Mit dem Kauf von Staatsanleihen bringt die Europäische Zentralbank EZB neues Geld in Umlauf. Und das hat zur Folge, dass der Euro schwächer wird. Das wiederum soll die Wirtschaft ankurbeln. Denn europäische Produkte werden so billiger. Die Exportindustrie kann mehr verkaufen.

Fehlende Aufträge für die Wirtschaft

Für 60 Milliarden Euro pro Monat will die EZB ab März Staatsanleihen kaufen, und zwar bis Ende September 2016. Das ergibt eine Summe von rund 1,1 Billionen Euro. Das ist mehr als die Finanzmärkte erwartet hatten. Aber ob das viele Geld reicht, die wirtschaftliche Schwäche der Eurozone zu beseitigen oder zumindest zu lindern, das ist derzeit offen. Denn es fehlt vielen Firmen nicht an Geld und auch die Banken haben genug Reserven.

Es fehlt vielmehr an Aufträgen und an einer positiven wirtschaftlichen Perspektive. Investitionen werden im Moment zurückgehalten und so gerät Europa immer mehr ins Hintertreffen. Zudem befürchten Kritiker, dass die EZB mit dem Kauf von Staatsanleihen den Reformeifer in Krisenländern bremst. Denn damit werden deren Kosten zur Aufnahme neuer Schulden gedrückt.

In den nächsten Monaten muss sich jetzt zeigen, ob die Geldspritze der EZB tatsächlich nützt oder ob die Wirkung rasch verpufft. Und ob Mario Draghi allenfalls schon bald nachlegen muss.

Bündel von Euronoten.
Legende: Vielen Unternehmen fehlt es nicht an Geld sondern an Aufträgen und an positiven wirtschaftlichen Perspektiven. Keystone

Schweiz bleibt unter Druck

Mit dem Entscheid der EZB bleibt der Druck auf den Schweizer Franken hoch. Denn das EZB-Programm schwächt eben den Euro – und stärkt im Gegenzug den Franken. Der Eurokurs ist heute ja bereits leicht gefallen. Und das ist für die Schweizer Wirtschaft weiter eine sehr schwierige Situation.

Zwar geht die Schweizerische Nationalbank immer noch davon aus, dass der Euro-Kurs nicht auf Dauer knapp unter einem Franken bleibt, sondern sich wieder ein wenig erholt. Aber niemand weiss, wie es mit dem Wechselkurs wirklich weitergeht. So aber können Unternehmen nun, Anfang Jahr, keine saubere Planung machen. Ausserdem wird bereits wieder über Lohnsenkungen diskutiert. Eine solche Unsicherheit ist immer Gift für die Wirtschaft.

6 Kommentare

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  • Kommentar von c.jaschko, Bern
    Keiner hat Europa wirtschaftlich mehr geschadet wie Deutschland. Es freut mich zu sehen dass die EZB jetzt Deutschland aufkaufen wird um es besser kontrollieren zu können :-) Wenn die Staatsanleihen erstmals in der Hand der EZB sind wird es nur einen Schritt brauchen und weg lobiert ist Deutschland, auf nimmerwiedersehen :-) Ja die aus D werden jetzt protestieren aber bitte denen aus ES, P, GR, IR, IT hat es auch nicht geschmeckt, so einfach stark bleiben wenn der Druck zurück nach D kommt :-)
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    1. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      @Jaschko: Was für Wahnvorstellungen. Hauptsache Hetze und abartige Schuldzuweisungen in Richtung Deutschland, grenzt schon an Volksverhetzung. Man kann den Entscheid der EZB kritisieren, tue ich auch, aber das was Sie hier von sich geben ist spottet jeglicher Beschreibung. Wundert mich, dass derart unter Niveau liegender Nonsens hier nicht unter die Netiquette fällt.
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    2. Antwort von c.jaschko, Bern
      Lieber Marcel , Anscheinend haben Sie nicht mitbekommen wie das Spiel von Deutschland aus gespielt wird :-) Was denken Sie zum Beispiel wie Deutschland sich aufgebaut hat nach dem Krieg ? Haben Sie mitbekommen wieviel Gold die so immernoch herum haben :-) Ein Land welches pleite schon war vor dem Krieg kann nicht, nach dem Krieg reich sein , oder ? Wo zum Beispiel kommt das Deutschlands Gold her ? Aus welchem Abbau haben die all das Gold her :-) Mit Fair Play ist keiner Reich geworden :-)
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Diese Schwemme bringt mit Sicherheit eine Ueberschwemmung von Papier ohne Gegenwert .Spätestens dann , wenn der Klotz wieder verbraten ist , legt man eine neue Währung auf und der Irrsinn beginnt von neuem oder man fängt zu streiten an , bis alles flach liegt und schon haben wir neuen Wachstum ! Gell ihr lieben Weltpolitiker, in diese Richtung treibt ihr das Volk oder habt ihr einen ehrlichen Weg ? Flüchte wer kann in Gold !
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  • Kommentar von Rolf Künzi, Winterthur
    Inflation ist wie eine versteckte Steuer, wenigstens verstehen wir jetzt Herr Jordan und sehen welchen Marktvorteil ein Notenbänker hat. Er konnte nicht eine Bilanzsumme verantworten die ein Jahreseinkommen der Schweiz übersteigt. Und setzt auf den Dollar, mal schauen was geschieht wenn die Zinsen in Amerika angehoben werden. Währungsreform! Der einzige Trost auch heute ist die Weltbevölkerung wieder um 220000 Menschen gewachsen, Netto. Jetzt muss nur noch das Geld zu den Menschen kommen.
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