Das Oberhaupt von Portugals Wirtschaft tritt zurück

Mitten in der Sturmfahrt durch die finanzielle Staatskrise demissioniert Portugals Finanzminister Vitor Gaspar. Die Finanz-Staatssekretärin Maria Luis Albuquerque tritt automatisch in seine Fussstapfen. Keine leichte Aufgabe für die Privatisierungs-Spezialistin.

Portrait von Portugals Finanzminister Vitor Gaspar, der sich am Kopf kratzt.

Bildlegende: Am Ende des Lateins. Portugals Finanzminister Vitor Gaspar überlässt das Geschäft seiner Nachfolgerin. Keystone / archivbild

Der Finanzminister des Euro-Krisenlandes Portugal, Vitor Gaspar, verzichtet auf seinen Posten. Die Regierung gab seinen Rücktritt bekannt.

Ministerpräsident Pedro Passos Coelho habe das Rücktrittsgesuch Staatschef Anibal Cavaco Silva vorgelegt, welcher es akzeptiert habe, erklärte das Büro des Regierungschefs. Demnach wird Finanz-Staatssekretärin Maria Luis Albuquerque die Nachfolge Gaspars antreten. Sie war bislang vor allem für die Privatisierungen zuständig.

Unmut in der Bevölkerung

Vize-Regierungschef Gaspar war massgeblich an der Ausarbeitung des umstrittenen Sparprogramms beteiligt, mit dem Portugal die Schuldenkrise in den Griff bekommen will.

Portugals Mitte-Rechts-Regierung hatte sich im Mai 2011 zu drastischen Einsparungen verpflichtet, um im Gegenzug ein Hilfspaket im Umfang von 78 Milliarden Euro zu erhalten. In der Bevölkerung haben die Massnahmen für Unmut gesorgt.