Elitetruppen für Dschihadisten Das Söldnerwesen ist zurück

Längst kämpfen auf den Schlachtfeldern der Welt auch private Militärfirmen. In Syrien ist vor einem Jahr eine Söldnerfirma aufgetaucht, die ihre Dienste ausschliesslich dschihadistischen Gruppierungen anbietet: Malhama Tactical.

Eine kleine Gruppe usbekischer Kämpfer spielt plötzlich eine grosse Rolle im Mittleren Osten: Malhama Tactical, eine Söldnerfirma, mit einem Chef, der erst 24 Jahre alt ist, sich Abu Rafiik nennt und in Russland militärisch ausgebildet wurde.

Besonders an dieser Firma: Die Gruppe war bisher vor allem in der Gegend von Aleppo tätig – und zwar für sunnitische, dschihadistische Milizen, zum Beispiel für die Nusra-Front und andere Organisationen, die vom Westen als terroristisch eingestuft werden.

«  Malhama Tactical ist der Anfang einer besorgniserregenden Entwicklung. »

Sean McFate
Professor Georgetown

Malhama Tactical betont, aus ideologischen Gründen zu kämpfen – ein Vorwand, glaubt Sean McFate. Für den Professor an der National Defence Universität von Georgetown ist klar, dass es sich bei der Gruppe um klassische Söldner handelt: «In ihrem Geschäftsgebaren unterscheiden sich Malhama Tactical und Blackwater nicht», so der Amerikaner, der selbst für eine private Militärfirma gearbeitet hat.

Eine Entwicklung der jüngeren Zeit

Blackwater, die Söldnerfirma, die unter anderem für die amerikanische Regierung kämpft, würde – wie auch Malhama Tactical – gegen Bezahlung als Eliteeinheiten kämpfen und Soldaten ausbilden.

Soldaten mit Panzer..

Bildlegende: Die Söldner von Malhama Tactical ist bisher vor allem in Syrien aktiv (Symbolbild). Reuters

Das Auftauchen dieser neuen Militärgruppe markiert auch eine internationale Entwicklung im Söldnerwesen: Waren Söldner vor 20 Jahren noch mehrheitlich eine Eingebung von Hollywood, hat sich dies in jüngerer Zeit deutlich verändert: «Nigeria heuerte erfolgreich internationale Söldner im Kampf gegen Boko Haram an, Abu Dhabi tat das Gleiche im Kampf gegen die Huthis, Blackwater kämpft in Irak und auch in der Ukraine kommen Söldner zum Einsatz», so McFate.

«  Historisch gesehen ist dies eine Rückkehr zur Normalität. »

Sean McFate
Professor Georgetown

Für den Professor ist das Ende des Kalten Krieges der Grund für den Aufschwung des Söldnertums, als die internationale Sicherheitspolitik immer chaotischer wurde. An vielen Orten sei ein Sicherheitsvakuum entstanden, das die Söldner ausfüllen konnten. «Historisch gesehen ist dies eine Rückkehr zur Normalität», sagt McFate.

Für die Terrorbekämpfung ist eine dschihadistische Organisation wie jene von Malhama Tactical ein schwerer Schlag: Es zeigt, dass diese terroristischen Vereinigungen professioneller werden und dadurch fast unmöglich zu besiegen, glaubt der Professor: «Malhama Tactical ist der Anfang einer besorgniserregenden Entwicklung.»