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Deeskalation im Handelsstreit Trump signalisiert Nachsicht mit China

  • US-Präsident Donald Trump geht vor Handelsgesprächen auf China zu und will den chinesischen Technologiekonzern ZTE wieder ins Geschäft bringen.
  • ZTE musste seinen Betrieb einstellen, nachdem das US-Handelsministerium US-Zulieferern wie Qualcomm oder Intel für sieben Jahre verboten hatte, Bauteile oder Software an ZTE zu verkaufen.
  • Er arbeite mit Chinas Präsident Xi Jinping an einer Lösung in der Sache, so Präsident Trump. Im Gegenzug will Chinas Vize-Regierungschef Liu He zur Entschärfung des Konflikts in die USA reisen.

Ab Dienstag wolle Liu He in den USA für einen Erfolg der Gespräche über Zölle arbeiten, teilte das chinesische Aussenministerium mit. Trump teilte derweil über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, er habe sein Handelsministerium angewiesen, dem ZTE-Konzern zu helfen:

ZTE ist mit 70'000 Angestellten nach Huawei der zweitgrösste Smartphonehersteller Chinas. Das Unternehmen musste seinen Betrieb einstellen, nachdem das US-Handelsministerium US-Zulieferern wie Qualcomm und Intel für sieben Jahre verboten hatte, Bauteile oder Software an ZTE zu verkaufen.

Hintergrund der US-Strafmassnahmen ist ein ZTE angelasteter Verstoss gegen Iran-Sanktionen, den der Konzern auch eingeräumt hatte.

Das sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Matthias Heim:

Bei Trumps Kehrtwende geht es um den Handelskrieg zwischen den USA und China: Das Verhältnis zwischen Washington und Peking ist stark angespannt, seitdem die USA die Zölle auf ausgewählte chinesische Waren erhöht haben. Insbesondere die Sanktionen gegen ZTE sollen die chinesische Regierung erzürnt haben. Jetzt, im Vorfeld hochrangiger Gespräche zwischen den beiden Regierungen, zeigt Trump offenbar seinen guten Willen – schliesslich erhofft er sich in einer anderen Sache die Unterstützung Pekings: Beim Druck, den die USA nach der Kündigung des Atomabkommens auf Iran ausüben. Trumps Ankündigung ist also letztlich bloss ein Element in einem grossen geopolitischen Spiel.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Herr Trump hat wohl ein schlechtes Gewissen und schadet selbst seiner eh schon stark angekratzten Glaubwürdigkeit. Man kann nicht jemandem bewusst schaden und dann kommen um zu sagen So wollte ich es nicht.
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  • Kommentar von Konrad Schläpfer (Koni)
    Trump, Nachsicht mit China? China ist der einzige Staat den die USA fürchten, deshalb gibt es auch keine Sanktionen gegen China. Ein Krieg mit China würde die USA wegen der geographischen Lage direkt betreffen, da legt man sich lieber mit Russland an. Ein solcher Konflikt würde über Europa ausgetragen.
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    1. Antwort von Arnold Weiss (A.Weiss)
      Immer wieder diese Vereinfachungen! Dieses mal sogar besonders absurd: Mit der Beringstrasse haben die USA und Russland praktisch eine gemeinsame Grenze! (Was man von China-USA nicht behaupten kann)
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    2. Antwort von Konrad Schläpfer (Koni)
      Arnold Weiss, warum dann die Aufrüstung mit Raketen und Panzern in der Ukraine? Die USA führen seit vielen Jahren um die halbe Welt Kriege aber ihren Staat halten sie immer aus der Schusslinie. Es ist Strategisch nicht anzunehmen, dass die USA Russland über die Beringstrasse angreifen werden.
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    3. Antwort von Arnold Weiss (A.Weiss)
      @Schläpfer: Es ist strategisch nicht anzunehmen, dass die USA Russland überhaupt direkt auf eigenem Staatsgebiet angreifen werden und umgekehrt. Mit Panzern schon gar nicht. Beide Seiten wissen, dass sie der atomare Holocaust erwarten würde. (Interessanter Fakt: Bei Interkontinentalraketen werden jegliche Grenzen sowieso irrelevant).
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    1200 Milliarden $ Staatsschulden und noch mehr private Verpflichtungen sind ein starkes Argument, selbst für Twitter - Trump und die US-Wirtschaft und ihre Vertreter . In den USA Alternativen für die US - China Produktion auf zu bauen, ist nicht so leicht, wie es in den Fantasien von US - Patrioten wirken mag. Das liegt auch am Schulsystem und der mangelhaften Ausbildung der Mittel-und vor allem Unterschicht. Nur wenige werden wie Trump mit dem goldenen Löffel geboren.
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