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International Delhi hat schmutzigste Luft der Welt

Die Luftqualität von Indiens Hauptstadt Delhi ist extrem schlecht. Das sagt zumindest eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO. Kümmern tut das kaum jemanden in Delhi – obwohl die Folgen bereits heute spürbar sind.

Smog über Delhi.
Legende: Gemäss WHO hat Delhi die schlechteste Luftqualität weltweit. SRF/Karin Wenger

Jetzt ist es besonders schlimm. Durch die Kälte kann der Smog nicht entweichen. In Delhi sieht man oft nur ein paar hundert Meter weit. Die Abgase von zweieinhalb Millionen Autos liegen in der Luft. Jeden Tag kommen in Delhi 1400 Autos mehr dazu. Die Autos sind aber nicht alleine verantwortlich für die schlechte Luft.

In der Stadt wärmen sich die Migranten und Wächter überall an kleinen, offenen Feuern. Und ausserhalb der Stadt brennen Bauern im Winter ihre Felder ab. Den Rauch treibt es in die Hauptstadt.

Schlechteste Luftqualität weltweit

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO weist Delhi im Durchschnitt die schlechteste Luftqualität weltweit auf. Vor allem der Feinstaub war in den vergangenen Wochen alarmierend hoch. In der Schweiz gelten Werte von mehr als 20 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter als bedenklich.

In Delhi enthält die Luft oft deutlich mehr als 400 Mikrogramm pro Kubikmeter, also mehr als das Zwanzigfache der in der Schweiz zulässigen Menge. Ein Besuch in einem Spital der Hauptstadt zeigt, dass das gesundheitsschädigend ist.

Die 50-jährige Patientin Punam klagt über Atemnot: «Ich habe Asthma und eine Lungenentzündung wegen der Luftverschmutzung. Wenn immer möglich bleibe ich im Haus.» So wie Punam gehe es in Delhi vielen, sagt Arzt Vikas Maurya: «Wir haben mehr Patienten mit Lungenentzündungen, Infektionen, Lungenkrebs, chronischer Bronchitis und Asthma. Vor allem die älteren Menschen und Kinder sind von der zunehmenden Luftverschmutzung betroffen.»

Bewusstsein für Problem ist niedrig

Laut dem Yale Zentrum für Umweltrecht haben Menschen, die in Indiens Grossstädten aufgewachsen sind, die niedrigste Lungenkapazität weltweit. Das Land verzeichnet die höchste Zahl von Todesfällen durch Atemwegserkrankungen.

Trotzdem sei das Bewusstsein für das Problem extrem niedrig, sagt Geschäftsmann Barun Aggarwal. Er verkauft Luftfilter in der Hauptstadt – vor allem an Ausländer. Denn: «Viele Inder glauben noch immer, wenn sie die Luft in ihren Wohnungen säubern, dann schwäche das ihr Immunsystem.»

Indische Regierung: Studie übertrieben

Die indische Regierung bezeichnete die Studie der WHO, nach der Delhi die schlechteste Luftqualität aufweist, als übertrieben. Im Oktober lancierte sie dennoch im Rahmen ihrer Mission für ein sauberes Indien einen Online-Index. Damit kann man die aktuelle Luftqualität anhand von Zahlen und Farben auf dem Internet mitverfolgen. Derzeit dominiert in Delhi die Farbe rot: extrem gesundheitsschädigend.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Sascha Schulthess, Guadalajara
    Dheli hat somit Mexiko Stadt abgelöst. Hier werden immer mehr Fahrrad Stationen gebaut. Man kann hier ein Velo mieten zur Arbeit fahren und wieder zurück, gute Idee. Die Kritik ist etwas übertrieben, da auch Schwellenländer aufsteigen möchten und dürfen, dafür sind wir mitschuldig. In Europa geschah dasselbe zur Zeit der Industrialisierung. Saubere Energie ist der Schlüssel. Die Schweiz hat Vorbildfunktion in Sachen Wasserkraft! Wasser wird nicht verbraucht und Indien hätte genug Wasser
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  • Kommentar von manish Gupta, Gümligen
    Da wird sich auch nichts ändern!! So viele Fahrzeuge die tagtäglich auf den Strassen verkehren und Menschen die nicht merken, dass alle die Umwelt selber zerstören. Asiatische Länder werden immer viel Luftverschmutzung, Umweltverschmutzung etc..erzeugen, wenn die einzelnen Menschen bei sich selber anfangen. In Indien wird z.B. Plastikflaschen, Täfelipapier etc...meistens einfach auf den Boden geworfen. In den Häusern wird nicht einzeln sortiert nach Metall, Plastik, Papier etc....
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  • Kommentar von Barbara Frei, Zürich
    Indien hat in den letzten 10 Jahren eine Bevölkerungszunahme von 160 Milionen. Entweder kommen jetzt von der Regierung eine, nach europäschischen Werten, gegen Menschenrechte verstossende Geburtenregelung, oder bald das natürliche Massensterben. Das ist nicht Politik, das ist Mathematik und Evolution. Nur ein naiver Grüner glaubt das Problem könne durch Umweltschutz gelöst werden. China stand einmal vor der gleichen Wahl und hat sich für die Geburtenregelung entschieden.
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