Demonstrant in Frankreich starb durch Polizeigranate

Der 21-jährige Demonstrant, der am Sonntag bei Protesten gegen einen Staudamm in Frankreich starb, ist offenbar durch eine Polizeigranate getötet worden. Die Familie kündigte eine Anzeige gegen die Behörden wegen vorsätzlicher Tötung an.

Eine Gedenkstätte für den getöteten Demonstranten mit Bildern und Blumen.

Bildlegende: Auf dem Areal des geplanten Staudamms errichteten Aktivisten eine Gedenkstätte für den getöteten Demonstranten. Reuters


Proteste richten sich auch gegen die Regierung

3:15 min, aus SRF 4 News aktuell vom 29.10.2014

Der 21-jährige Rémi Fraisse war in der Nacht zum Sonntag bei Zusammenstössen zwischen Polizisten und Demonstranten gestorben, die gegen das Staudamm-Projekt von Sivens im Verwaltungsbezirk Tarn demonstriert hatten. Seine Eltern kündigten eine Anzeige gegen «Vertreter der Staatsgewalt» wegen des Vorwurfs der vorsätzlichen Tötung an.

Der junge Demonstrant ist offenbar durch eine Polizei-Granate getötet worden. Wie der Staatsanwalt im südfranzösischen Albi am Dienstag mitteilte, wurden Spuren des Sprengstoffs TNT an der Kleidung des 21-jährigen Opfers gefunden.

Proteste gegen Polizeigewalt

Dieser Sprengstoff sei in «offensiven Granaten» enthalten, die von der französischen Gendarmerie verwendet werden. Zudem sei die Granate offenbar aus dem Bereich abgefeuert worden, in dem sich Polizisten und Gendarmen aufhielten. Der französische Innenminister habe nun diese Granaten vorläufig aus dem Verkehr gezogen, sagt Frankreich-Mitarbeiter Rudolf Ballmer. Wegen des Vorwurfs der «Polizeigewalt» war es zu zahlreichen Demonstrationen in mehreren Städten Frankreichs gekommen.

Der seit dem 1. September im Bau befindliche Staudamm soll der Bewässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen dienen. Die Gegner des Grossprojekts kritisieren, dass davon lediglich Grossbetriebe profitierten, die eine intensive Landwirtschaft betreiben.