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International Demonstranten in Niger stecken Kirchen in Brand

Wütende Muslime haben in mehreren nigrischen Städten Kirchen angezündet. Bei den Protesten gegen die Mohammed-Karikaturen der Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» wurden seit Freitag mindestens zehn Menschen getötet.

Legende: Video Kirchen in Niger niedergebrannt abspielen. Laufzeit 00:31 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 17.01.2015.

Die jüngste Ausgabe der französischen Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» hat in mehreren islamischen Ländern Proteste ausgelöst. Nach dem gestrigen Freitagsgebet sind erboste Muslime etwa in Mali, Senegal und Jordanien auf die Strasse gegangen. Nicht überall blieb es dabei friedlich.

In Pakistan und Algerien gab es Ausschreitungen. Die Proteste im westafrikanischen Niger aber sind eskaliert. Bei blutigen Strassenkämpfen sind seit Freitag mindestens zehn Menschen getötet und Dutzende verletzt worden.

Wut gegen Frankreich

In der nigrischen Hauptstadt Niamey kamen am Samstag fünf Menschen ums Leben, vier davon in Kirchen und Bars, wie Präsident Mahamadou Issoufou in einer Rede an die Nation erklärte. Nach unterschiedlichen Angaben zündete der wütende Mob bis zu acht christliche Kirchen an oder plünderte sie. In einer der niedergebrannten Kirchen wurden laut Polizeikreisen zwei verkohlte Leichen entdeckt. Zudem sei eine tote Frau in eine Gaststätte gefunden worden. Sie sei vermutlich durch Tränengas und Rauch erstickt.

Die nigrische Regierung hatte die Demonstration vom Samstag verboten. Dennoch versammelten sich nahe der Grossen Moschee mindestens tausend jugendliche Muslime. Die Polizei versuchte, sie mit Tränengas zurückzudrängen. Einige der Demonstranten bewarfen sie mit Steinen, andere zündeten Autoreifen an und errichteten Strassenblockaden. Zugleich attackierte ein Mob eine Polizeistation und zündete mindestens zwei Streifenwagen an. Auch Bars wurden angegriffen. «Alles, was Frankreich versinnbildlicht, wird in Niger verschwinden, ehe wir aufhören», rief ein Angreifer.

Ein Mann hält neben einem brennenden Auto vor einer Moschee in Niamey einen Koran in die Höhe. (reuters)
Legende: Die Bevölkerung der ehemaligen französischen Kolonie ist überwiegend muslimisch. Reuters

Weitere Proteste geplant

Die französische Botschaft hat ihre Landsleute aufgerufen, nicht auf die Strasse zu gehen. Am Nachmittag beruhigte sich die Lage. Oppositionsgruppen riefen jedoch für Sonntag zu einer neuen Demonstration auf, was abermals für Spannungen sorgen könnte.

Bereits am Freitag hatte es in der zweitgrössten nigrischen Stadt Zinder schwere Ausschreitungen aus Protest gegen die Mohammed-Karikatur in der neuen «Charlie Hebdo»-Ausgabe gegeben. Mindestens fünf Menschen wurden getötet und 45 weitere verletzt, als Muslime ein französisches Kulturzentrum und drei Kirchen in Brand steckten.

Hollande verteidigt Rede- und Meinungsfreiheit

Frankreichs Präsident Francois Hollande rief dazu auf, die Rede- und Meinungsfreiheit auch in anderen Ländern zu achten. Es gebe Spannungen in Ländern, in denen die Menschen die Verbundenheit Frankreichs mit diesem Grundrecht nicht verstünden.

Muslimische Gelehrte verurteilen die Gewalt. Im nigrischen Fernsehen riefen sie zur Ruhe auf. An die Adresse der gewaltbereiten Demonstranten sagten sie: «Vergesst nicht, der Islam ist gegen Gewalt.» Frauen und Männer, Mädchen und Buben sollten sich beruhigen. Der Islam heisse Aktionen der Gewalt nicht gut.

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87 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Schulthess, 8824 Schönenberg
    Ich verstehe nicht warum man bei der ersten Ausgabe von Charlie Hedbo nach dem Anschlag, nochmals einer draufhauen muss mit solch einer Karikadur. Könnte man es nicht bleiben lassen. Wie heisst es so schön "dä gschider git na dä esel bliebt stah" Hat das jetzt etwas mit Freiheit und Meinungsäusserung zu tun?!? Ich denke nicht! Das ist Kindergarten mässig.
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Der Staat und dazu gehört auch das Schulwesen , ist klar von allen Religionen, deren Gesetzen und Bräuchen, zu trennen . Wer zu uns kommt , hat die Gesetze und Schulvorschriften ohne Ausnahmen seiner Herkunft zu befolgen . Unsere Bräuche und Sitten sind durch alle Integrationswilligen zu respektieren , wer sich nicht integrieren will, hat kein Recht, Bürger unseres Landes zu werden. Dies hat jeder Schweizer der im Ausland lebt, ebenso zu beachten, wenn er dort geachtet u. aufgen. werden will.
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  • Kommentar von Marco bieri, Bern
    Das haben würden Linken in der Schweiz zu verdanken die wollten ja immer diese Multi Kulti Schweiz was ja jeder normal denkender Mensch schon lange sieht das die beiden Religionen sich gar nicht vertragen. Wir sind ja die nicht GläubigenLso warum kommen wohl so viele Moslemen nach Europadas muss doch einmal Krieg geben.
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    1. Antwort von G.Beretta, Bern
      Das haben würden Linken zu verdanken? Religionen an sich sind das Problem!
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