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International Demonstrationen in 170 US-Städten

Der Fall Michael Brown löste in den USA eine Protestwelle aus – von Los Angeles bis New York. In mehreren Städten legten die Demonstranten den Verkehr lahm. In Los Angeles und St. Louis verhaftete die Polizei mehrere Protestierende.

Legende: Video Landesweite Proteste gegen Urteil abspielen. Laufzeit 1:24 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 26.11.2014.

Der Entscheid, dass sich Polizist Darren Wilson für die tödlichen Schüsse auf Michael Brown nicht vor Gericht verantworten muss, führte in der zweiten Nacht in Folge in zahlreichen US-Städten zu Demonstrationen und Protesten. In New York versammelten sich Hunderte auf dem Times Square und skandierten Parolen wie: «Schickt den rassistischen Polizisten ins Gefängnis!»

In Los Angeles kam es im Rahmen der Proteste zu drei Verhaftungen, wie lokale TV-Sender berichten. Auch in San Francisco und etwa 170 weiteren Städten gingen die Menschen auf die Strasse. In vielen Orten legten die Protestierenden den Verkehr lahm.

Zwischenfälle in Ferguson

In der Kleinstadt Ferguson beruhigte sich die Lage während der Nacht nach den schweren Unruhen. Vor der lokalen Polizeistation versammelten sich zwischen 200 und 300 Menschen. Als die Polizei sie aufforderte, die Strasse zu räumen, kam es laut einem DPA-Reporter zu mehreren Festnahmen.

Nur wenige Kilometer von Ferguson entfernt wurden zwei FBI-Agenten bei einer Schiesserei angeschossen, aber nicht lebensgefährlich verletzt, wie NBC berichtet. Noch ist nicht klar, ob die Schiesserei mit den Protesten in Ferguson zusammenhängt.

Schulen und Einrichtungen der Stadt blieben den ganzen Tag geschlossen. Um erneute Randale und Plünderungen zu verhindern, hat Jay Nixon, Gouverneur von Missouri, die Zahl der Nationalgardisten in Ferguson auf rund 2200 verdreifacht.

Dennoch warf ihm James Knowles, der Bürgermeister der Kleinstadt, vor, die Reserveeinheiten der Nationalgarde während der Unruhen viel zu zögerlich eingesetzt zu haben. «Das ist sehr beunruhigend», sagte Knowles. Er rief den Gouverneur dazu auf, «alle verfügbaren Ressourcen zu mobilisieren».

Legende: Video Darren Wilson äussert sich im Interview abspielen. Laufzeit 0:44 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 26.11.2014.

Knowles gab zudem an, dass noch nicht entschieden sei, wie es mit dem Polizisten Wilson beruflich weitergehen soll. Er ist nach wie vor beurlaubt, erhält aber weiterhin seinen Lohn.

Kritik von Barack Obama

US-Präsident Barack Obama verurteilte derweil die gewaltsamen Proteste in Ferguson. Gebäude und Autos in Brand zu setzen und Menschenleben zu gefährden, sei keine konstruktive Antwort, sagte Obama nach den Ausschreitungen. «Dafür gibt es keine Entschuldigung.» Solche Taten müssten bestraft werden.

Er habe aber noch nie erlebt, dass ein Gesetz Realität wurde, «nur weil ein Auto angezündet wurde». Obama äusserte zugleich Verständnis für das Gefühl vieler Menschen, dass Gesetze «nicht immer einheitlich oder gerecht» angewandt würden. Er habe aber kein Verständnis für Menschen, die «ihre eigenen Gemeinden zerstören».

Tweets von SRF-Korrespondent Arthur Honegger

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Müller, Frauenfeld
    Obamas Worte zu den Demonstranten bzw. Bevölkerung "Wir sind eine Nazion, die dem Gesetz verpflichtet sind." ... "Menschen zu verletzen und Eigentum zu zerstören ist nicht die Antwort." Herr Obama, es ist für mich sehr interessant, dass sie dieses Verhalten von den Bürgen fordern, ihre Regierung aber Guantanamo betreibt, Kriege und Umsturzwellen im nahen Osten und in Europa anführt und somit Leid, Tod und Flüchtlingswellen auslöst. FALSCH, einfach nur FALSCH.
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    1. Antwort von c.jaschko, Bern
      Amerika hat power um diese Welt von Hunger , Leid und Armut zu befreien macht aber das Gegenteil. Ich denke Obama ist nur eine weitere Marionette der Reichen und seine Aussagen reflektieren das vorgegebene Scenario :-) Er selber hat keine Power um irgend etwass zu verbessern oder zu veraendern :-)
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    2. Antwort von Otmar Wirtz, Coppell TX
      Ich fürchte, Sie überschätzen den Einfluss von Obama. Egal ob er sich Präsident nennen darf oder nicht und Woche für Woche die Abschussliste für die US-Drohnen, die weltweit zum Einsatz gelangen, unterschreiben muss, kann, darf... Positiv in Erinnerung geblieben ist mir Obama im Jahre 2009, als er einen Rassismusvorwurf gegenüber einem Polizisten, direkt mit den beiden Protagonisten, bei einem Bier im Garten des Weissen Hauses beilegte.
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    3. Antwort von Nathalie Zimmermann, Effretikon
      Nazion, perfekter Tippfehler :D
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