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Die Proteste drücken aufs Wirtschaftswachstum
Aus SRF 4 News aktuell vom 13.11.2019.
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Demonstrationen ohne Ende Hongkong schlittert in eine Rezession

Die seit fünf Monaten anhaltenden Proteste drohen weiter zu eskalieren. Inzwischen leiden viele Geschäfte unter den fast täglichen Ausschreitungen.

«Schauen Sie sich doch um – wir haben keine Kunden», sagt die Ladenbesitzerin etwas genervt. Die Geschäfte liefen schlecht. Zusammen mit ihrem Mann verkauft sie getrockneten Fisch, darunter auch Haifischflossen.

Ihr Laden befindet sich in der Nähe des chinesischen Verbindungsbüros in der Hongkonger Innenstadt. Just vor jenem Hochhaus liefern sich Polizei und Demonstranten immer wieder Strassenschlachten. Die ständigen Unruhen seien schuld daran, dass die Kunden ausbleiben, klagen die Ladenbesitzer.

Keine Kunden, dafür Strassenschlachten

Das ist nicht überraschend. Wer will schon inmitten von Tränengas und Molotowcocktails getrockneten Fisch kaufen? «Was sollen wir tun, wenn das jeden Tag in jeder Woche so weitergeht?», fragt die Frau verzweifelt. Der Umsatz sei in den letzten Monaten um die Hälfte eingebrochen.

Auch im Geschäft nebenan laufen die Geschäfte «mies», wie der dortige Fischhändler erklärt. Vor allem chinesische Touristen hätten früher bei ihm eingekauft. Doch sie blieben seit den Protesten aus.

Touristenzahlen brechen ein

Nicht nur die Fischhändler klagen über sinkende Umsätze. Betroffen sind auch Warenhäuser, die während der Proteste schliessen oder die Hotels, die inzwischen mit Sonderangeboten versuchen, Gäste nach Hongkong zu locken.

Leute im Tränengas.
Legende: Ladenmeile im Tränengasnebel: Wer will hier noch einkaufen? imago images

Und auch die Fluggesellschaften leiden unter tieferen Buchungszahlen. Hongkongs grösste Fluggesellschaft, Cathay Pacific, stellte mehrere Flugrouten ein. Ihren Angestellten bietet sie jetzt gratis Flugtickets an. Die Hongkonger Regierung ihrerseits kündigte an, der Tourismusindustrie mit Subventionen helfen zu wollen.

Konjunktureinbruch wegen Protesten

In der Tat schrumpfte Hongkongs Wirtschaft im zweiten und dritten Quartal dieses Jahres im Vergleich zur Vorjahresperiode. Deshalb befindet sich die chinesische Sonderverwaltungszone jetzt in einer Rezession. Und ein Ende der Proteste scheint nicht in Sicht.

Hongkong wird sich auch in den kommenden Quartalen auf ein negatives Wirtschaftswachstum einstellen müssen.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla  (m.mitulla)
    Die Kolonie Hongkong wurde von den Engländern an China zurückgegeben. Das war rechtens und vom Westen so gewollt. Hinterher zu kommen und zu meinen, man könne mittels Demos den Status Quo aus der Zeit der Kolonialismus aufrecht erhalten, zeugt m.E. von einer unglaublichen Naivität.
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    1. Antwort von Arnold Vass  (Captain Planet)
      Nur leider gibt es da die "Chinesisch-britische gemeinsame Erklärung zu Hongkong", die die KPCh in Hong Kong verbietet, nämlich bis 2047. Leider stellen mittlerweile sogenante "Pro-Peking-Parteien" mehr als die Hälfte der Parlamentarier des Legislativrats.
      China will nicht bis 2047 warten, trotz vertraglicher Zusage, und das ist das Problem und deswegen sind die Proteste mehr als gerechtfertigt.
      Bevor sie die HKer als Naiv beschimpfen, sollten sie lieber vor ihrer eigenen Haustüre kehren.
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  • Kommentar von P Gasser  (pasgas)
    Es bleibt zu hoffen, dass Hong Kong die Freiheit erhält. Wo bleibt der Westen? Freiheit und Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung ist den G7 Staaten doch sonst auch so wichtig. Es wäre Zeit sich klar gegen China und für ein freies Hong Kong zu positionieren.
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  • Kommentar von Pascal Zürich  (PascalZH)
    China wird jetzt nochmals zeigen können, ob sie sich an Verträge halten oder nicht.
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