Den Verkehr in den Griff kriegen

Die Internationale Energie-Agentur will den Vekehrskollaps in Zukunft verhindern und schlägt gewisse Rahmenbedingungen vor. Damit könnte viel Energie gespart werden – und viel Geld.

Steu auf der Autobahn beim Gotthard. Einige Fussgänger daneben.

Bildlegende: Stau am Gotthard: Vor den Feiertagen üblich. Keystone

Ein einziges Erfolgsrezept gibt es nicht - jede Stadt hat andere Probleme und eine andere Ausgangslage. Doch die Internationale Energie-Agentur IEA setzt drei Leitplanken, um den Verkehr in den Griff zu bekommen: Vermeiden, verlagern und verbesserte Technologien. Oder in englisch, wie es IEA-Direktorin Maria van der Hoeven an einer Medien-Telefonkonferenz sagte: «Avoid, shift and improve».

Energieverbrauch senken

Wenn es gelänge, den Verkehr in den Grossstädten effizienter zu organisieren, dann könnte der weltweite Energieverbrauch für den Verkehr in den nächsten 40 Jahren um 40 % gesenkt werden, so die IEA. Damit könnte die Riesen-Summe von 70'000 Milliarden Dollar eingespart werden.

Vermeiden

Das erste Element, Verkehr vermeiden, bedinge vor allem eine bessere Raumplanung: Denn wenn Wohnorte, Arbeitsplätze, Freizeit- und Konsumstätten näher beieinander lägen, würden viele Pendlerfahrten überflüssig, so der Studienautor John Dulac.

Verschieben

Dann als zweites: Verkehr verschieben - also weg vom Privatauto, hin zum öffentlichen Verkehr, der viel leistungsfähiger sei und die Umwelt weniger belaste. In Belgrad etwa habe sich die Zahl der Bahnbenützer verdoppelt, nachdem man das Angebot ausgebaut und die Anschlüsse verbessert habe.

Auch in der grössten chinesischen Stadt Schanghai seien derzeit 600 Kilometer Bahnstrecken im Bau, und 300 Kilometer reine Busspuren, damit die Busse auch bei verstopften Strassen vorwärts kommen.

Verbessern


Gegen verstopfte Strassen in Städten

2:52 min, aus Echo der Zeit vom 10.07.2013

Als drittes Element nennt die IEA schliesslich technologische Innovationen: Etwa intelligente Verkehrsleitsysteme wie in San Francisco, die den Automobilisten freie Parkplätze anzeigten; dies mache Suchfahrten überflüssig. Aber auch neue Antriebstechnologien könnten mithelfen, den Energieverbrauch zu senken.

Auf dem Weg zu einem weniger umweltbelastenden Verkehr sind laut der IEA vor allem die schnell wachsenden Grossstädte in den Schwellenländern gefordert, aber auch in den Industrieländern gebe es noch einiges zu tun. So ist auch in der Schweiz, die der IEA ebenfalls angehört, vieles bereits umgesetzt.

Wenn es aber um intelligentes Verkehrsmanagement oder die Förderung des Veloverkehrs geht, ist man anderswo schon weiter.

(fasc)