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International «Der Donbass gehört nicht mehr zur Ukraine»

Die beiden bisherigen «Republikchefs» haben die Wahlen in den selbst erkannten «Volksrepubliken» Donezk und Lugansk gewonnen. Das führt international zu grossen Protesten.

Legende: Video Droht der Ukraine die Spaltung? abspielen. Laufzeit 1:31 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.11.2014.

Nach den umstrittenen Wahlen in der Ostukraine sehen sich die pro-russischen Separatisten in ihrem Konflikt mit der pro-westlichen Führung in Kiew gestärkt.

«Wir haben jetzt eine legitime Führung. Der Donbass gehört nicht mehr zur Ukraine – ob das jemandem nun gefällt oder nicht», sagte der Wahlleiter in Donezk. In den nicht anerkannten «Volksrepubliken» Donezk und Lugansk liessen sich die beiden bisherigen selbst ernannten «Republikchefs» Alexander Sachartschenko und Igor Plotnizki als Wahlsieger bestätigen.

Nach Auszählung aller Wahlzettel kam demnach Plotnizki in Lugansk auf 63,8 Prozent und lag damit vor seinen drei Mitbewerbern. Sachartschenko wurden 75,6 Prozent zugesprochen. Er hatte zwei Gegenkandidaten. Nach dieser ersten Wahl in dem Konfliktgebiet sollen die beiden Ukrainer am morgigen Dienstag in ihre Ämter eingeführt werden.

Die pro-westliche ukrainische Führung in Kiew hatte die Abstimmung am Sonntag als unrechtmässig kritisiert. Präsident Petro Poroschenko sprach von einer «Farce» und erklärte den Urnengang für ungültig. Auch die EU und die USA erkannten den ihrer Ansicht nach «verfassungswidrigen» Urnengang nicht an. Russland dagegen bekräftigte seine Anerkennung der Wahlen, bei denen auch Parlamente bestimmt wurden.

Legende: Video Einschätzungen von SRF-Korrespondent Christof Franzen abspielen. Laufzeit 2:07 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 03.11.2014.

Das russische Aussenministerium teilte mit, dass es weiter mit den internationalen Partnern konstruktiv zusammenarbeiten wolle, um eine Lösung für den Konflikt zu finden. Die Wähler in der Ostukraine hätten ihren Führungen aber auch ein klares Mandat ausgestellt, die Region wieder aufzubauen. Die gewählten Kräfte seien nun ausserdem legitimierte Ansprechpartner für einen Dialog mit der pro-westlichen Führung in Kiew.

«Republikchef» Sachartschenko betonte zuletzt mehrfach, dass er zu Gesprächen mit Vertretern Kiews über die Zukunft des Donbass bereit sei. Der russische Aussenpolitiker Andrej Klimow betonte, dass es nun darum gehen müsse, die Lage der Menschen in der krisengeschüttelten Ostukraine zu verbessern.

Die gewählten Politiker hätten das «moralische Recht», mit der ukrainischen Führung Verhandlungen aufzunehmen. «Jetzt gibt es für Kiew eine offizielle Seite, mit der es zu verhandeln gilt», sagte das Föderationsratsmitglied in Moskau.

Bei den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und pro-russischen Separatisten starben seit April mehr als 4000 Menschen. Trotz einer Waffenruhe kommt es fast täglich zu neuem Blutvergiessen.

120 Kommentare

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  • Kommentar von Susanne Leuenberger, Kt. St. Gallen
    Der Donbas gehört nicht mehr zur Ukraine: BRAVO Putin und es lebe hoch der Bolschewismus.
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  • Kommentar von Arthur rehruf, Schwanden
    USA und der EU geht es nicht um die Menschen ging es Ihnen noch nie die vertreten nur Firmen Interessen wie Energiekonzerne waffenindustrie Banken usw ,es geht um Zugriff zu Gas und oilquellen genau genommen wie auch im irak oder Afghanistan oder Syrien es ist ein resursenkrieg .die Gesellschaft dieser Welt ist hochgradig erdoilsüchtig 80millionen Fässer pro Tag ist der Verbrauch der Welt wer die resursen kontrolliert der beherrscht die Welt dass ist die Essenz der Politik der Großmächte!!
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    1993 wurde die KPU in Donezk als eigenständige ukrainische Partei wiedergegründet und wurde zu einer der größten Parteien der Ukraine. Vorsitzender ist bis heute Petro Symonenko. Trotz ihrer Neugründung sieht sich die KPU als direkte Fortsetzung der Kommunistischen Partei der Ukrainischen Sowjetrepublik.( Quelle : Wikipedia ) Nun können die klugen Schreiber hier, sich klarmachen, warum es heute eine Ostukraine gibt, die sich näher bei Russland fühlt wie bei der EU + USA - Unruhestifter .
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Die Reaktion einiger RU-orientierten Ostukrainer nach dem Putsch vom Februar war sicher konfrontativ und nicht pazifisch (Griff zu den Waffen usw.). Die Agression begann aber durch den Putsch und die von den USA geförderten Machtergreifung rechtsextremer, zu Gewalt aufrufenden extrem antirussischen Politikern. Gewalt hat Gegengewalt ausgelöst. Die Separatisten sind keine Pazifisten - wie auch die Scharfmacher in Kiew es keine sind. Kritik gilt der Rolle der USA, welche gezündelt haben!
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    2. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Seit über 80 Jahren gehört es zur US-Poliitk, aus deren Sicht unliebsame Staatenlenker mit Hilfe eines gewaltsamen Putsches zu entfernen und diese durch ihre Marionette zu ersetzen.Wie z. B. Familie Somoza in Nicaragua, Batista auf Kuba, der Schah von Persien, Pinochet in Chile, die Liste ist sehr lang! Nun handeln Jazenjuk&Poroschenko im Namen der CIA.
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