Zum Inhalt springen

International Der F-35 steht unter einem schlechten Stern

Auf der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough hätte der US-Kampfjet F-35 diese Woche seine internationale Premiere haben sollen. Doch die fällt wegen technischer Unzulänglichkeiten flach. Es ist die jüngste in einer langen Reihe von Pannen und Peinlichkeiten.

Ein Kampfjet F-35 in der Luft von vorne, darunter Wolken.
Legende: Der F-35 kämpft mit Kinderkrankheiten. Das US-Verteidigungsministerium checkt ihn nochmals durch. Keystone

Keine Frage, der F-35 ist der weltweit beste Kampfjet, den es gibt. Testpiloten fliegen ihn gern, Waffennarren sind begeistert. Er ist wendig, kampfstark und dank Tarnkappentechnik für den Feind fast unsichtbar. Doch nach einem Brand an einer Maschine wird er nun der Welt – und vor allem möglichen Käufern – nicht präsentiert.

Frank Kendall vom Pentagon sagt, man müsse zuerst die Brandursache ermitteln. Doch auch ohne die jüngste Panne steht das gigantische Rüstungsvorhaben unter einem schlechten Stern. Von Beginn weg gab es technische Schwierigkeiten.

Manche Kampfjet-Experten nennen den F-35 einen Zwitter, der zu viele Zwecke erfüllen müsse und deshalb nicht wirklich exzellent sein könne.

Zu «hochgezüchtet» für Einsatz in Afghanistan

Vor allem aber lief das Vorhaben finanziell völlig aus dem Ruder. Die geplanten Kosten verdoppelten sich auf inzwischen 400 Milliarden Dollar. Im Lauf der Lebensdauer der Jets kommen weitere Hunderte von Milliarden dazu.

Die Kunden, neben den USA sind das Grossbritannien, Kanada, Australien, die Niederlande und Israel, bezahlen für einen einzigen Jet fast 140 Millionen Dollar.

Die Preise für moderne Kampfflieger steigen viel schneller als ihr Kampfwert und ihre militärische Nützlichkeit. In den allermeisten tatsächlichen Einsatzsituationen, etwa in Afghanistan, bringen derart hochgezüchtete Maschinen kaum Mehrwert.

Es klingt daher stark nach Zweckoptimismus, wenn US-Verteidigungsminister Chuck Hagel trotz allem beteuert: «Der F-35 ist die Zukunft der US-Armee.»

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ozan Temiz, Berneck
    Es ist schade, dass dem Volk nur immer das beschrieben wird wie man es am besten hören bzw. lesen möchte. Wieso wird nicht erwähnt, dass die Türkei der grösste Abnehmer ist mit 150Stück und bei der Mitentwicklung dabei war?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Oh Gott, lass alle diese F 35 und wie immer die heissen runterfallen... nimm den Menschen endlch die Waffen, auf dass endlich Friede wachsen kann, Und behuete uns vor religioesen Fanatikern.. und politischen Groessenwahnsinnigen! AMEN!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von peter müller, zürich
    Der beste Kampfjet ist ein Witz. Der F-35 hat einen Einsatzradius von gerade mal 1000 km - Geschwindigkeit von 1600 km/h und das ist deutlich weniger als ein Mirage III von 1964 hatte. (Mach 2.15, Einsatzradius über 1200 km) Für einen Flug entlang der norwegischen Küste bis Spitzbergen muss er mindestens 1-2 x auftanken. Die Suchoi T-50 kommt mit über Mach 2, eine Reichweite von 5500 km und einer Dienstgipelhöhe von 20'000 m - 5000 m mehr als der F-35.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Angeblich ist die Reichweite sogar noch geringer, aber das sagen die Amis ungern :D
      Ablehnen den Kommentar ablehnen