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International Der griechische Bauern-Aufstand geht in die nächste Runde

Die Regierung Griechenlands steht unter Druck. Seit zwei Tagen protestieren die Bauern in Athen gegen die geplante Rentenreform – mittlerweile sollen es an die 15'000 sein. Nun bekommen die Landwirte sogar Unterstützung von verschiedenen Seiten.

Griechische Bauern haben den zweiten Tag in Folge in Athen gegen die geplante Renten- und Steuerreform protestiert. In der griechischen Hauptstadt sind nach Schätzungen der Polizei mittlerweile mindestens 15'000 Bauern eingetroffen. Den Protesten schloss sich auch die kommunistische Gewerkschaft PAME an.

Um die Mittagszeit demonstrierten mehrere Tausend Landwirte und Mitglieder dieser Gewerkschaft friedlich vor dem Parlament, wie das Fernsehen zeigte. «Belagerungszustand» hingegen lautete der Tenor des Athener Boulevardblatts «Ethnos».

Legende: Video Bauern-Proteste in Athen abspielen. Laufzeit 0:49 Minuten.
Aus 10vor10 vom 12.02.2016.

Unterstützung anderer Berufsgruppen

Die Landwirte wollen ihre Proteste noch den Rest des Tages vor dem Parlament weiterführen. Für den Abend haben auch Freischaffende ihre Unterstützung angekündigt. Die Verbände der Rechtsanwälte, Apotheker, Notare, Prokuristen hatten dazu aufgerufen.

Daneben blockierten Landwirte mit ihren Traktoren weiterhin wichtige Strassen im ganzen Land. Autofahrer mussten erneut lange Umwege in Kauf nehmen. «Tsipras hat uns belogen. Er hatte versprochen, es werde keine Belastungen mehr geben, und jetzt verhängt er neue Steuern und will mehr Rentengeld haben», sagte ein aufgebrachter Bauer im Fernsehen.

Anhebung der Einkommenssteuer

Für die Bauern ist unter anderem eine Anhebung der Abgaben für die Pensionskasse von 7 auf 20 Prozent vorgesehen. Zudem soll ihre Einkommenssteuer von 13 auf 26 Prozent erhöht werden. Auch die Freischaffenden werden mit ähnlichen Massnahmen zur Kasse gebeten.

Bei den Protesten am Vortag war es in Athen zu Ausschreitungen gekommen. Die Lage beruhigte sich am Freitagabend. Vor dem Parlament in Athen fand dann eine erste grosse Kundgebung statt. Unter dem Jubel der versammelten Landwirte fuhren mehrere Traktoren hupend am Parlament vorbei. Viele Bauern übernachteten in Zelten vor dem Parlament.

Dialog vom «Null-Punkt» aus

Die Landwirte fordern die Rücknahme der Renten- und Steuerreform. Sie sind bereit zu einem Dialog quasi vom «Null-Punkt» aus, als habe es diese Vorschläge nicht gegeben, sagen die Vorsitzenden ihrer Verbände.

Die Reformen sind Voraussetzung für weitere Hilfen der europäischen Gläubiger. Tsipras hat wiederholt gewarnt, dass Renten ohne diese Reform bald überhaupt nicht mehr ausbezahlt werden könnten.

10 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Griechenland ist das Land, in dem die Finanzelite (ESM, IWF, EZB) einen Versuchsballon hochgehen lassen. Wie reagiert die Bevölkerung auf die Sparpakete??? Es ist bekannt, dass Griechenland seine Schulden niemals zurückbezahlen kann. Die Verschuldung ist von 125 auf 175% des BIP angewachsen. Die Einnahmen sind weggebrochen: 1.Kaum mehr Steuereinnahmen 2.Keine rentablen Staatsbetriebe mehr, denn die wurden/ werden privatisiert. In Portugal steht der "Schuldenpegel" derzeit auf 135%...
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Tsipras Warungen sollte man tunlichst ernst nehmen. Auf europäische oder andere Gläubiger abstützen wird nicht funktionieren. Griechenland ist eigentlich nicht reif für die EU oder einen internationalen Wettbewerb. Innerhalb dieser Liga werden sie nie mithalten können. Eine Reife für diese Liga, lässt sich nicht von aussen her erzwingen.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Es sind keine friedlichen Bilder. Die EU in Brüssel wird diese Proteste aussitzen und aufs Abklingen dieser Unruhen warten. - Um etwas zu erreichen müssten die Griechen eine Art von Protest wie Mahatma Gandhi machen. Absolut legal und friedlich und dennoch wirksam. Absolut keine Gewalttätigkeiten ist angesagt. - Vielleicht ein radikaler Landesstreik wo alles ganz ruhig bleibt. Aber so wie hier auf den Bildern gezeigt, geht es nicht !!!
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