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International Der grosse Schulterschluss rückt in die Ferne

Bei aller Tragik gab es nach der Attentatsserie von Paris eine leise Hoffnung – die nach einem internationalen Zusammenrücken, einem gemeinsamen Kampf gegen die Terrormiliz IS. Doch nach dem türkischen Abschuss eines russischen Kampfjets scheint aus diesem Schulterschluss nichts zu werden.

Flaggen der G20-Staaten
Legende: Flaggen der G20-Staaten: Von Schulterschluss keine Spur. Keystone

Manchmal ist auch wichtig, was Politiker nicht sagen: Nach dem Dringlichkeitstreffen der Nato sagt deren Generalsekretär Jens Stoltenberg mit keinem Wort, die Türkei habe zu Recht den russischen Kampfflieger abgeschossen.

Er kritisierte zwar Verletzungen des türkischen Luftraums scharf, vor allem aber will er die Wogen glätten. Ruhe müsse man jetzt bewahren und die Situation entkrampfen, so Stoltenberg.

Auch Russlands Präsident Wladimir Putin will den ganz grossen und alten Ost-Westkonflikt wegen Syrien nicht wiederbeleben. Scharfe Worte richtet er allein an die Adresse Ankaras, nicht an jene des Westens oder der Nato.

Dennoch kann mit dem akut ausgebrochenen Konflikt zwischen den beiden Potentaten Putin und Recep Tayyip Erdogan von einer gemeinsamen Front gegen die Terrormiliz IS und einem gemeinsamen Engagement für einen Friedensprozess in Syrien kaum noch die Rede sein.

Passieren wird wenig

Frankreichs Präsident François Hollande fordert zwar weiter gemeinsame, umfassende und klare Antworten angesichts der terroristischen Bedrohung – am Montag bei David Cameron, am Dienstag bei Barack Obama, am Mittwoch bei Angela Merkel, am Donnerstag bei Wladimir Putin, am Wochenende mit der chinesischen Führung. Überall wirbt Hollande für eine globale Allianz und alle werden ihn verbal unterstützen. Doch passieren wird wenig.

Zumal die Interessen in der Syrienfrage unterschiedlich sind und unterschiedlich bleiben. Nicht nur zwischen der Türkei und Russland. Putin und der Iran setzen ungerührt auf Diktator Assad. Der Westen könnte zwar zähneknirschend eine eng begrenzte Kooperation mit dem syrischen Regime gutheissen. Doch das Regime in Damaskus voll in eine Lösung für Syrien einzubinden, das kann er unmöglich. Von Schulterschluss also keine Spur.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Udo Gerschler (UG)
    Eine Verurteilung der Türkei durch die NATO wäre das mindeste.Zeigt es doch wiedereinmal die Skrupellosigkeit der Türkischen Regierung.Ich fälle doch auch nicht des Nachbars Baum weil mal ein Ast über den Zaun wächst.Aber Menschenleben zählen zum Machterhalt und Ausdehnung bei denen nicht.Nun sehe ich das auch nicht als Zufall, wenn Krimmtataren (Türken)die Energieleitungen kappen.
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  • Kommentar von Susanne Lüscher (Lol)
    Schulterschuss kann es gar nicht geben! Wie auch, schliesslich unterstützen USA, Türkei, Frankreich, England, Katar und Saudi-Arabien den IS. Russland wurde in der Vergangenheit das eine oder andere Mal beschuldigt gegen Recht verstossen zu haben, z.B. Beschuss eines Spitales, wo es jedes Mal Beweise vorlegen konnte, dass dem nicht so war. Laut Augenzeugen wurde der Jet über syrischem Luftraum abgeschossen, Beweise liegen noch keine vor - mit anderen Worten abwarten bis es Beweise gibt!
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    1. Antwort von Anaj Miliv (Anaj Miliv)
      Der ägyptische Außenminister Ahmed Abu Al-Gheit sagte, er habe ein persönliches Treffen mit Obama gehabt, bei welchem ihm Präsident Obama mitteilte, er sei noch ein Moslem, der Sohn eines moslemischen Vaters, der Stiefsohn eines moslemischen Stiefvaters, dass seine Halbbrüder in Kenia Moslems seien und dass er den moslemischen Ansichten wohlwollend gegenüberstehe.
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  • Kommentar von Klaus Waldeck (kdwbz)
    Möglich ist das die Türkei die russischen Maschine gerade jetzt abgeschossen hat um so die Verhandlungen zur gemeinsamen Bekämpfung des IS hinauszuzögern. Es scheint das diese Rechnung im Moment aufgeht.
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