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Die neue Seidenstrasse Der Güterverkehr per Bahn wird immer wichtiger

China will die alte Handelsroute, über die einst Seide von Asien nach Europa transportiert wurde, mit neuen Korridoren zu einem modernen Verbindungsnetz ausbauen. Immer wichtiger werden dabei Güterzüge. Was steckt hinter dem Trend?

Schneller als das Schiff, günstiger als die Luftfracht

Der Warentransport per Bahn hat im Vergleich zu den anderen Verkehrsmitteln Vor- und Nachteile. Die Züge benötigen in der Regel 12 bis 19 Tage. Damit sind sie deutlich schneller als die Frachtschiffe, die meistens einen Monat oder länger unterwegs sind.

Demzufolge sind auch die Frachtpreise per Schiff entsprechend höher. Verglichen mit der schnelleren Luftfracht, liegen die Transportpreise der Bahn allerdings um ein x-faches darunter.

Derzeit verkehren die meisten Züge zwischen Duisburg und Städten im Norden sowie Westen Chinas. Von Deutschland aus werden die Container weiter an ihre Zieldestinationen verteilt, darunter auch Basel.

Auch in Europa kommen laufend neue Städte hinzu, die als Ausgangspunkt dienen für diese Verkehrsroute: Madrid, Budapest, London, Nürnberg sind nur die jüngsten Beispiele.

Maschinen nach China, Textilien nach Europa

Seit 2008 verkehren regelmässig Güterzüge zwischen Europa und China, wobei der grosse Aufschwung erst in den vergangenen drei Jahren einsetzte. Treibende Kraft hinter dieser Entwicklung ist die chinesische Regierung, die den Schienenverkehr finanziell fördert.

Lange war das Handelsvolumen zwischen Ost und West nicht ausgeglichen: Das Volumen auf den Güterzügen war von China nach Europa wesentlich grösser. Inzwischen sind die Transporte in beide Richtungen mehr oder weniger ausgeglichen.

Die neue Seidenstrasse

Es ist ein Mammutprojekt. Mit der neuen Seidenstrasse will China die Entwicklung neuer Wirtschaftskorridore fördern. Entlang der antiken Handelsrouten sollen Asien, Afrika und Europa über Land und See besser verbunden werden. China lässt sich die Initiative einiges kosten: Mehr als 100 Milliarden Franken stellt Peking für die Finanzierung von Häfen, Strassen, Bahnstrecken und anderer Infrastruktur in Aussicht. Insgesamt werden die Kosten auf 900 Milliarden Franken geschätzt. Ein Fokus liegt dabei auf schnelle und zuverlässige Schienenverbindungen für Güter.

Transportiert werden auf diesen Güterzügen alle möglichen Waren: Von Europa aus sind es vor allem Maschinen, technische Geräte, Autos oder spezielle Produkte wie Stahlelemente oder sogar demontierte Fabriken. In umgekehrter Richtung sind es Computer, Plastikwaren, Smartphones oder Textilien.

Über 10'000 Kilometer mit der Bahn

Bislang fehlt verlässliches Zahlenmaterial über das Volumen der Güterzüge zwischen Europa und China. Aber alleine die grossen Anbieter wie Trans-Eurasia Logistics oder InterRail fertigen insgesamt weit über ein Dutzend Züge pro Woche ab. Dabei besteht jeder Zug aus gut 40 Wagons, die in der Regel mit je einem 12 Meter langen und rund 2,5 Meter hohen Container beladen sind.

Da die Schienen in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion – namentlich Weissrussland, Russland und Kasachstan – eine andere Spurweite haben, können die Güterzüge bislang nicht durchgängig fahren. An der polnisch-weissrussischen Grenze und in China müssen die Container jeweils einmal umgeladen werden. Dieser Vorgang dauert meistens zwei bis drei Stunden.

Infografik: So sieht der Verlauf der neuen Seidenstrasse aus

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Auch hier wieder grossartig, dass diese Linie von einer Schweizer Firma betrieben wird. Gut für den Ruf der Schweiz im Kern einer so zentralen Initiative aktiv zu sein und nicht nur mit Absichtserklärungen mitzumischen.
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  • Kommentar von Simeon Räber (S. Räber)
    Jetzt fehlt es nur noch, dass die Lokomotiven an Stelle von Diesel mit Wasserstoff/Brennstoffzellen betrieben werden und der Güterverkehr würde umweltfreundlich, CO2-neutral und ohne schädlichen Abgasen... Das wäre doch eine Herausforderung und tolles Projekt für unsere Zugbauer - Stadler Rail, wenn sie Brennstoffzellen-Lokomotiven entwickeln würden. Zudem würden sie das Spurweitenproblem sicher mit Links lösen...
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Das Spurweitenproblem ist also noch nicht gelöst.
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