Zum Inhalt springen

International «Der Hölle entkommen»

Nach einem Bericht von Amnesty International haben jesidische Frauen und Mädchen im Nordirak besonders unter dem Islamischen Staat gelitten. Sie wurden verkauft, verschenkt, weitergegeben und sexuell ausgebeutet.

Legende: Video IS-Gewalt gegen Jesidinnen abspielen. Laufzeit 1:48 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.12.2014.

Im Nordirak sind jesidische Frauen laut Amnesty International von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sexuell ausgebeutet worden. «Die Frauen wurden verkauft, als Geschenke übergeben, zwangsverheiratet, gefoltert und vergewaltigt», heisst es in einem unter dem Titel «Der Hölle entkommen» veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation.

Flüchtlingsmädchen auf einem Traktor. Dahinter Frauen und Kinder.
Legende: Wer vor dem IS flüchten konnte, hatte Glück. Viele der verschleppten Kinder werden als Sexsklavinnen missbraucht. Keystone

Darin enthalten sind 40 Interviews mit weiblichen Angehörigen der religiösen Minderheit der Jesiden, die unter den Taten von IS-Kämpfern und deren Gefolge zu leiden hatten oder Zeuginnen davon geworden waren.

«Leben liegen in Scherben»

«Die Leben Hunderter jesidischer Frauen liegen in Scherben», heisst es in dem Report weiter. «Viele von denen, die als Sexsklavinnen gehalten wurden, sind Kinder.» Einige seien nicht älter als zehn oder zwölf Jahre. Vergewaltigungen würden als Mittel des Krieges benutzt. Einige der Frauen und Mädchen, die sich über Monate in IS-Gefangenschaft befunden hätten, seien so verzweifelt gewesen, dass sie Selbstmord begangen hätten.

Wie es im Bericht weiter heisst, waren die meisten Täter Iraker oder Syrer; viele davon gehörten dem IS an, andere gehörten zu deren Gefolge. Einige der befragten Jesidinnen hätten bei den Familien ihrer Peiniger, also mit deren Frauen und Kindern, gelebt.

Kurdische Regionalregierung soll mehr tun

Die 16-jährige Randa gab an, an einen Mann weitergegeben worden zu sein, der doppelt so alt war. Dieser habe sie vergewaltigt. «Der IS hat unser Leben ruiniert (...) Was wird aus meiner Familie? Ich weiss nicht, ob ich sie jemals wiedersehen werde.»

«Der körperliche und psychische Preis der furchtbaren sexuellen Gewalt, die die Opfer aushalten mussten, ist katastrophal», sagte Donatella Rovera von Amnesty International. Sie forderte die kurdische Regionalregierung dazu auf, ihre Anstrengungen zur Verbesserung der Lage deutlich zu erhöhen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M.Mila, Serbien
    GIBTS DEN NIMAND AUF DEM WELT DER HELFEN KANN wo kleine Mädchen Kinder und Frauen zu tote missbraucht werden? Kann sein das uns allen egal ist solche berichte täglich zu lesen unabhängig von Religion und Herkunft? Kann sein das wir ALLE(!) so Gefühl los sind das uns allen satanischen Handlungen am Ar... vorbei...!!! Und UNO kann nicht mehr als ab und zu berichte schreiben so verdienen sie ihre dicke Löhne und Rest geht ebenfalls am Ar....vorbei. Ich bette zu Gott unserenWelt vonleid zuerlösen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Ist jemand eigentlich islamophob, wenn er/sie sich laut Gedanken und Sorgen darüber macht, dass IS-Propaganda- und Enthauptungsvideos millionenfach "Likes" von in Europa lebenden Muslimen bekommen?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Mila mila, Luzern
    Nein, Sie sind keine Rassistin, nur etwas engstirnig und einiges weniger aufgeklärt, als das man es von uns Schweizer erwarten darf. Versuchen Sie sich doch anstelle gegen den islamischen Terror, gegen den Terror im Allgemeinen zu schiessen. Wir Christen müssen uns auch nicht für Kriege und Attentate, welche die unseren begangen haben, verantworten. Daher müssen sich die 99% Moslems, welche sich nichts anderes als Frieden wünschen, auch nicht für den IS verantworten. Bleiben Sie mennschlich!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Ingrid Betschart, Schattdorf
      Mila mila Ich bin ja auch im Allgemeinen gegen Terror. Das Problem ist aber sobald es um Islam geht wird es als Rassismus bezeichnet. Übrigens bin ich Atheistin. Als mir bewusst wurde wie rückständig die katholische Kirche ist, bin ich ausgetreten. Ich hasse es einfach, wenn in Religionen oder Kulturen Leute(vor allem Frauen) schlechter behandeln werden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen