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International Der Irak streitet mit der Türkei – und ruft die Nato zu Hilfe

Die Türkei hat ein Ultimatum verstreichen lassen, das der Irak gesetzt hatte. Sie zog ihre Soldaten im Nordirak nicht wie gefordert bis gestern Abend ab. Nun will die irakische Regierung alle notwendigen Schritte unternehmen.

Türkische Panzer fahren in der Wüste.
Legende: Auslöser des Konfliktes sind rund 150 Soldaten, die die Türkei als Ausbilder in den Nordirak geschickt hatte. Keystone / Symbolbild

Der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi hat Unterstützung der Nato im Streit um die Entsendung türkischer Soldaten in sein Land gefordert. Er habe dazu mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg telefoniert, berichtete das irakische Fernsehen. «Die Nato muss die Türkei auffordern, ihre Soldaten aus irakischen Gebieten zurückzuziehen», sagte der Regierungschef.

Legende: Video Türkische Bodentruppen im Irak abspielen. Laufzeit 1:05 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.09.2015.

Unterdessen gab es irakische Agenturberichte, wonach irakische Kampfflugzeuge mehrere Aufklärungsflüge über türkischen Stützpunkten im Norden Iraks unternommen hätten.

Der Irak hatte das Nato-Land Türkei am Dienstag erneut zum Abzug seiner Soldaten von irakischem Boden aufgefordert. Zugleich beauftragte das Kabinett in Bagdad den Ministerpräsidenten damit, alle notwendigen Schritte gegen «die Verletzung der irakischen Souveränität» zu unternehmen. Al-Abadi hatte der Türkei am Sonntagabend 48 Stunden gegeben, um die Einheiten abzuziehen.

Auslöser des Konfliktes sind rund 150 Soldaten, die die Türkei mit mindestens 20 Panzern in den Nordirak geschickt hatte. Sie bilden dort unter anderem kurdische Peschmerga und sunnitisch-arabische Milizen aus.

24 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Gemäss ihren eigenen Richtlinien müsste die Nato die Türkei verurteilen, denn das Eindringen eigener Miltärs in einen anderen Staat ist lau Nato- Leitlinien nicht vorgesehen - und schon gar nicht im Sinne eines Bündnisfalles. Im "Washingtoner Vertrag", dem eigentlichen Gründungsvertrag der Nato, geht es um einen Verteidigungs - nicht um einen Angriffspakt... eigentlich...
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
    An der so genannten "Friedens - Konferenz" in Saudi - Arabien haben die von der westlich- arabisch- türkischen Allianz unterstützten Rebellen Ahrar al-Scham ( islamische Bewegung der freien Männer in Levante), eine offizielle Erklärung abgegeben, dass Syrien ein islamischer Staat werden soll und Verhandlungen mit einer säkularen Regierung nicht akzeptiert werden soll. Laut HRW hat Ahrar al-Scham mit anderen bewaffneten Oppositionsgruppe zahlreiche Massaker an Zivilisten in Latakia begangen.
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Von Turken unterstützte Islamisten verlieren immer grössere Gebiete. Es ist klar, dass Sultan in Ankara nervös wird. Angeblich sind schon turkische Spezial Einheiten in Syrien eingedrungen. Turkische Aussenminister redet von Ethnische Sauberungen und dabei vergisst, dass schon 2013 haben Turkmene alle nicht Turkmenen vertrieben. Es gibt eine syrische Weissheit; wenn Turken über Turkmenen reden, dann vorbereiten sie nächste Aktion.
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