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International «Der Klimawandel ist kein Scherz»

Die Bürger Kaliforniens werden zum Wassersparen verdonnert. Eine anhaltende Dürreperiode zwingt die Führung des US-Sonnenstaates zu einschneidenden Massnahmen. Gouverneur Jerry Brown hat die Zwangsmassnahmen jetzt verteidigt - und erläutert, warum die Landwirtschaft aussen vor bleibt.

Legende: Video «Streit wegen Wasserspar-Programm» abspielen. Laufzeit 2:13 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 07.04.2015.

Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown hat die angesichts der Dürre in dem US-Bundesstaat erhobenen Massnahmen zum Wassersparen verteidigt.

Jerry Brown
Legende: Der Klimawandel als Alarmsignal: Kaliforniens Gouverneur findet klare Worte zur Verteidigung seiner Pläne. Keystone

Mit Bezug auf Kalifornien sei der «Klimawandel kein Scherz», sagte Brown am Sonntag dem US-Sender ABC. Er sprach von einem «Alarmsignal», das eigentlich in der gesamten Welt gehört und beachtet werden müsse.

Tarife gegen Wasserverschwendung

Brown hatte in der vergangenen Woche verpflichtende Regeln angekündigt, mit denen der Wasserverbrauch um 25 Prozent gesenkt werden soll. Grund dafür sei, dass kein Ende der derzeitigen Trockenheit in Kalifornien in Sicht sei. In dem Bundesstaat leben rund 40 Millionen Menschen.

Nun sollen unter anderem in Grünanlagen der Städte insgesamt 4,6 Millionen Quadratmeter Rasenflächen durch anspruchslosere Pflanzen ersetzt werden. Universitäten, Golfplätze, Friedhöfe und andere Einrichtungen mit grossen Rasenflächen sollen zum sparsameren Bewässern angehalten werden. Darüber hinaus sollen Wasserversorger ihr Tarifsystem so ändern, dass Wasserverschwendung für die Verbraucher teuer wird.

Bauern (noch) verschont

Weitgehend von den Sparmassnahmen ausgenommen ist der Landwirtschaftssektor, obgleich dort der Grossteil des Wassers verbraucht wird. Brown verteidigte dies und sagte dem Sender ABC, viele Bauern litten bereits enorm unter der Dürre, zehntausende Hektar Land lägen deshalb brach. Die Bauern müssten daher weiter in der Lage sein, ihre Produkte herzustellen.

Legende: Video «Klimakatastrophe als Chance – Naomi Kleins Plädoyer» abspielen. Laufzeit 6:24 Minuten.
Aus Kulturplatz vom 01.04.2015.

Sollte sich die Lage verschlechtern, müsse aber erneut über die Massnahmen nachgedacht werden, sagte der Gouverneur. Die Kalifornier müssten «in jeder erdenklichen Weise Wasser sparen», hatte er vor wenigen Tagen betont und den Notstand ausgerufen. Der Bundesstaat leidet seit mehreren Jahren unter Trockenheit.

«Keine einzige Schneeflocke gesehen»

Der Leiter der Behörde für Wasserversorgung in Bundesstaat Kalifornien, Mark Cowin, sagte, die diesjährige Schneeschmelze werde praktisch keinen Tropfen Wasser in die Reservoirs spülen.
Ein Sprecher seiner Behörde sagte, in den Bergen der Sierra Nevada, wo seit 1941 üblicherweise zu dieser Jahreszeit durchschnittlich mehr als anderthalb Meter Schnee gemessen worden seien, gebe es so gut wie keinen Schnee. «Ich war dort oben und habe keine einzige Schneeflocke gesehen», sagte der Sprecher.

35 Kommentare

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  • Kommentar von Sandra Herrman, Stuttgart
    Ich finde zwar auf die schnelle nicht diesen Bericht, jedoch weiß ich noch, dass es in Kalifornien in den letzten ca.100 Jahren sogar relativ feucht war und es sich um eine Anomalie handelt, weil es in der ganzen Zeit zuvor sogar noch viel trockener war und sich in Kalifornien lediglich wieder der Normalzustand einpendelt. Klar brauchen die für die Landwirtschaft viel Wasser(vgl.Situation am Aralsee).In Verbindung mit dem Finanzsystem und der Bevölkerungsentwicklung ist die Debatte heuchlerisch.
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Müssig darüber zu streiten, wieviel am Klimawandel natürlich oder menschgemacht ist. Wir werden ganz einfach von den resultierenden Tatsachen überrollt. Ob nun Inseln überflutet, Küstenstädte absaufen und uns gleichzeitig die globalen Süsswasserreserven nicht mehr reichen. Jeder Brunnen liefert seine begrenzte Menge des lebensnotwendigen Elixiers. Es ist zu befürchten: „Die Menschheit wird für sauberes Wasser früher Kriege führen, als für die letzten abbaubaren Kohlenwasserstoffe.“
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  • Kommentar von P. Frei, Eschenbach
    das problem besteht schon seit mindestens 40-50 jahren, aber passt halt gut in die heutige zeit , ach ja und wie war das in den 70er die angebliche abkühlung die nie eintraf, das waldsterben (war auch gelogen) und das ozonloch der saure regen usw.
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