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Nordkorea feiert Gründungstag Der Koreakrieg und die Folgen – spürbar bis heute

Vor bald 70 Jahren bekämpften sich die Grossmächte auf der koreanischen Halbinsel. Der Konflikt dauert bis heute an.

Legende: Audio Der Korea-Konflikt abspielen. Laufzeit 04:00 Minuten.
04:00 min, aus SRF 4 News aktuell vom 09.09.2017.

September 1945 – wenige Monate nach Europa ist der Zweite Weltkrieg schliesslich auch in Asien zu Ende. Die Japaner kapitulieren – und müssen die von ihnen besetzten Gebiete aufgeben. Dazu gehört auch die koreanische Halbinsel.

Bei der koreanischen Bevölkerung ist die japanische Besatzungsmacht verhasst – während der Kolonialzeit beuteten die Japaner das Land systematisch aus und unterdrückten die Bevölkerung.

Ein glühender Kommunist

Bereits vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs rückte die sowjetische Rote Armee in den Norden der koreanischen Halbinsel vor – aus der sowjetischen Besatzungszone wird später die Demokratische Volksrepublik Korea.

Die Russen setzen dabei auf Kim Il-Song – einen glühenden Kommunisten und Stalin-Verehrer. Nach sowjetischem Vorbild führt er ein sozialistisches System ein.
Für Kim Il-Song ist klar, dass die gesamte koreanische Halbinsel zu seiner Volksrepublik gehören sollte.

Angriff auf den Süden

Kim Il-Song besuchte 1949 die Sowjetunion, um die Beziehungen der beiden Staaten zu stärken. Dabei bittet Kim Stalin um Erlaubnis für einen Angriff auf den Süden; also auf die Republik Korea, die von den USA unterstützt wird. Stalin lehnt zuerst ab, willigt später ein, mit der Auflage, dass auch China einverstanden sein müsse. Mao Zedong sichert seine Unterstützung zu. Daraufhin gibt Stalin im Frühling 1950 grünes Licht.

Die Südkoreaner und US-Amerikaner sind auf den Angriff schlecht vorbereitet, Kims Truppen marschieren bald auch in Seoul ein. In Washington ist man alarmiert. Erst im Jahr zuvor hatte man ganz China an die Kommunisten verloren.

US-Präsident Harry S. Truman sieht sich zu einem massiven Eingriff gezwungen: Wenn der Kommunismus ein Land nach dem anderen absorbiere, warnt Truman, würden die USA von ihren Versorgungsquellen abgeschnitten – das amerikanische Leben würde sich so stark verändern, dass man es nicht mehr wiedererkennen könne.

Vorstoss bis zur chinesischen Grenze

Die USA greifen militärisch ein, unterstützt von der UNO. Nach einer riskanten Landung an Koreas Westküste gelingt die Wende. Wenige Tage danach erreichen die UN-Truppen die Vororte von Seoul. Stolz berichtet die amerikanische Wochenschau vom Erfolg.

Mit der Rückeroberung des südkoreanischen Territoriums will man sich jetzt nicht mehr zufrieden geben. Die Verbände stossen weiter in den Norden vor, bis an die chinesische Grenze.

Doch dann folgt der dritte Akt: China gegen die USA. Mao Zedong schickt Truppen über die koreanische Grenze, gemeinsam mit den Chinesen zwingen die Nordkoreaner die US-Truppen zum Rückzug – bald nehmen sie auch Pjöngjang wieder ein. Kim Il-Sung triumphiert, er hat die mächtigste Armee der Welt geschlagen.

Napalm über Nordkorea

Die Amerikaner diskutieren über den Einsatz von Atombomben, um den Krieg doch noch zu gewinnen. Präsident Truman entscheidet sich schliesslich dagegen. Aufgeben will man dennoch nicht: Die amerikanische Luftwaffe fliegt unzählige Bombenangriffe auf Nordkorea, zerstört dabei auch die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngyang.

Unter anderem werfen die Amerikaner mehrere zehntausend Tonnen Napalmbomben über Nordkorea ab, die Opfer sterben einen qualvollen Tod.

Nach drei Jahren Krieg und mindestens zweieinhalb Millionen Toten wird schliesslich ein Waffenstillstand ausgehandelt. Man einigt sich auf den 38. Breitengrad – den Satus Quo also. Die koreanische Halbinsel liegt in Trümmern, der Krieg lässt ein geteiltes Land zurück. Ein Friedensabkommen haben die beiden Seiten bis heute nicht unterzeichnet.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Mao hat nicht die Amerikaner geschlagen, sondern Trumen hat MacArthur abgesetzt und durch Omar Bradley ersetzt aufgrund von erheblichen Meinungsdifferenzen. Träumen wäre besser beraten gewesen MacArthurs Vorschläge zu folgen. - Krieg ist eben Krieg und da darf man sich keine Bloessen geben.
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    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      US-General MacArthur verlangte am 9. Juli 1950 um die Erlaubnis, gegen Nordkorea die Atombombe einzusetzen, was ihm dann doch verwehrt wurde. Nichtsdestotrotz, die Grausamkeiten der US-Armee in diesem Krieg inkl. Hinweise biologischer Kriegsführung, entsprechen Kriegsverbrechen unglaublichem Ausmass. Die USA haben in dem Krieg 20 bis 30% der nordkoreanischen Bevölkerung umgebracht.
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    2. Antwort von Juha Stump (Juha Ilkka Stump)
      Genosse Bernoulli, wenn schon informieren, dann auch richtig. MacArthur wollte keine Atombomben gegen Nordkorea einsetzen, sondern gegen chinesische Städte, aber erst nachdem die Chinesen über den Yalu-Fluss in den Norden eingedrungen waren, also noch nicht im Juli 1950. Zu diesem Zeitpunkt war man erst dabei, die Operation Inchon vorzubereiten. Natürlich wurden auch vom Westen Kriegsverbrechen begangen, aber eben auch von der anderen Seite. Ihre Worte sind nur plumpe Propaganda.
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    3. Antwort von Juha Stump (Juha Ilkka Stump)
      Eine klare Verfälschung der Tatsachen, Herr Bernoulli. Im Juli 1950 waren die westlichen Alliierten immer noch dabei, die Landeoperation Incheon vorzubereiten, die bekanntlich erfolgreich verlief. Erst nachdem die westlichen Truppen bis zum Grenzfluss Yalu vorgestossen waren und die Chinesen im Herbst aktiv in den Krieg eingegriffen hatten, war von Atombombeneinsätzen die Rede - nicht gegen Nordkorea, sondern gegen chinesische Städte. Ihre Worte sind reine rote Propaganda.
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    4. Antwort von Markus Guggisberg (gugmar)
      @Juha Stump: Sie wollen die Drohung mit Atombomben doch nicht schönreden oder ? Ist das Ihre Propaganda ?
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    5. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Mit dem Ausdruck " Genosse" wäre ich vorsichtig. Anscheinend ist es heutzutage möglich, sowohl Anhänger stalinistischer Regimes wie auch glühender Verehrer des russischen Oligarchenreiches zu sein. Der Hass auf die USA macht es möglich!
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Nach dem 2. WK freuten sich die Koreaner, von den Japaner befreit zu werden. Nichts wurde daraus, da die USA in SK eine brutale Diktatur errichteten, mit Hilfe der Japaner. Die Südkoreaner haben immer wieder versucht, sich zu befreien, mit Hilfe auch von NK. Die USA haben in Korea sehr viele Verbrechen begangen, und dies schon im 19. Jh.
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    1. Antwort von tom rosen (tom rosen)
      Genau. Und Kim Il Sung mit seinen Freunden Josef und Zedong wäre die demokratische Rettung gewesen. Blühende Landschaften und freie Menschen wären erblüht. Und der Teufel USA hat ihnen das versaut. Ja die bösen Amerikaner. Hätten sie doch ihre Finger aus der Weltpolitik gelassen. Heute würde die eine Hälfte der Welt mit Reichsmark zahlen, die andere mit Yen. Und Rubel wären vielleicht auch noch dabei gewesen. Die blöden Amis.
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    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Eine reichlich eigenwillige Darstellung, die so gar nicht stimmt.
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    3. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Naja, wenn man aus Prinzip gegen die USA ist muss manchmal etwas zurechtgebogen werden
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    4. Antwort von Markus Guggisberg (gugmar)
      @Albert Planta: Niemand ist aus Prinzip gegen die USA. Freunde sagen und ertragen die Wahrheit ! Falsche Selbstbilder, Gewalt, Erpressung und Übergriffe gilt es zu korrigieren. Die USA ist nicht besser oder schlechter als jeder andere Staat auch. Deshalb ist ein gesundes Gleichgewicht der Kräfte zwischen den Nationen wichtig. Keine Nation hat das Recht sich über andere zu erheben oder einzumischen. Es gibt weder höhere Moral noch Supermächte !
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    5. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Korea wurde 1871 von den US-Kriegsschiffen Monocacy und Palos invadiert. Mit dem der geheimen Taft-Katsura Abmachung 1905 akzeptierten die USA die völkerrechtswidrige Besetzung Koreas durch die Japaner im Gegenzug diese die US-Herrschaft über die Philipinen akzeptierten. Die Taft-Katsura Abmachung war ein Bruch des früheren US-Versprechens an die Koreaner, für ihre Unabhängigkeit einzustehen.
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    6. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      @ t. rosen: Schauen Sie bei Antony C. Sutton nach, wie durch die USA Weltpolitik gemacht wurde. Es ist vieles nicht so, wie es scheint. Ohne Hilfe aus den USA hätte es sowohl die bolschewistische Revolution wie auch Hitler nicht gegeben. Die USA haben sich ihre Feinde produziert sie aufgerüstet und die Kriege provoziert. Sutton beziffert in "Wall Street und der Aufstieg Hitlers", Kapitel 12, die Opfer dieser Politik von 1820 bis 1975 auf etwa 200 Mio.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (sensus communis)
    Ich bin praktisch nie ihrer Meinung M.Guggisberg, doch heute teile ich ihre Ansicht, wenn auch aus anderen Motiven. Die USA hat dort nichts zu suchen,wenngleich Trump mit einem Krieg liebäugelt. Wir können gespannt sein,ob das amerikanische Volk ihrem Präsidenten folgen wird.
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    1. Antwort von Markus Guggisberg (gugmar)
      @Niklaus Bächler: Die USA hat in SK nichts zu suchen. So wie die USA in SK ein erstes Mariottenregime installierten ist es heute auch. Das muss ein Ende haben. Das Morden ist zu Ende. Nur die freien Nationen können Demokratie und Eigenstaatlichkeit verwirklichen. Wir brauchen keine Imperien. Die Zeit der USA und EU ist abgelaufen. Wir brauchen keine Blöcke und auch keine Aggrression. Es gibt unterschiedliche Werte und die dürfen gelebt werden. Es gibt keinen Unterschiede der Motive !
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    2. Antwort von u. Felber (Keule)
      Kims Diktatur als freies Land zu bezeichnen ist nun doch sehr leicht übertrieben, Herr Guggisberg.
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    3. Antwort von Markus Guggisberg (gugmar)
      @u. Felber: Woher nehmen Sie die Überzeugung, die Bürger NK's seien nicht frei und glücklich ? Eigene Vorstellungen können nie als Masstab zur Beurteilung anderer dienen ! Die Freiheit vor dem US Imperium ist eine Freiheit, von der viele nur träumen können. Machen Sie sich frei von Ihren Vorstellungen und sie kommen der Realität näher !
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    4. Antwort von u. Felber (Keule)
      Ja wenn das so ist, dann gehen sie doch dort hin und leben sie ihr leben als überzeugter Untertan. Ich bitte sie ;)
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    5. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Die Bevölkerung von Nordkorea wird aufs Schändlichste unterdrückt und ausgebeutet. Alles andere ist erstunken und erlogen.
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