Zum Inhalt springen

International Der Krieg gegen Islamistengruppe Boko Haram ist eröffnet

«Wir sind hier, um Boko Haram den Krieg zu erklären», sagte der kamerunische Präsident Paul Biya. Auf einem Anti-Terror-Gipfel einigen sich Frankreich und die fünf betroffenen afrikanischen Staaten auf den gemeinsamen Kampf gegen die Islamistengruppe.

Legende: Video «Gefahr Boko Haram: Krisengipfel in Paris» abspielen. Laufzeit 1:28 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.05.2014.

Inzwischen wird Boko Haram nicht nur in Nigeria als Bedrohung wahrgenommen. Es ist international die Einsicht gewachsen, dass Boko Haram ganz West- und Zentralafrika terrorisiert. Und offenbar wurden sich Frankreich und die fünf afrikanischen Staatschefs einig. Am Schluss der Konferenz fasste der kamerunische Präsident Paul Biya vor den Journalisten zusammen: «Wir sind hier, um Boko Haram den Krieg zu erklären.»

Die Staatschefs haben einen Aktionsplan gegen die Terrororganisation Boko Haram beschlossen: Die Geheimdienste sollen enger zusammenarbeiten, die afrikanischen Militärs koordiniert vorgehen und die Grenzen in Afrika kontrollieren.

Wenige Stunden zuvor hatte Boko Haram eine chinesische Fabrik in Kamerun angegriffen. Auf Einladung Hollandes war als wichtigster Teilnehmer der nigerianischen Präsident Goodluck Jonathan nach Paris gekommen. In seinem Land hatten Boko-Haram-Kämpfer im April mehr als 200 Schülerinnen verschleppt.

Keine militärische Beteiligung des Westens

Karte hebt die Länder Benin, Niger, Nigeria, Tschad und Kamerun hervor
Legende: Diese fünf Länder sind vom Terror durch Boko Haram betroffen – und einen sich nun im Kampf gegen die Islamistengruppe. SRF

Auch die Staatschefs aus den Nachbarländern Nigerias – dem Tschad, Kamerun, Niger und Benin – beteiligten sich an dem Treffen, ebenso wie die USA, Grossbritannien und die EU. Eine Militäraktion des Westens gegen Boko Haram schloss Hollande allerdings aus.

Bei der Suche nach den verschleppten Schülerinnen helfen bereits die USA, Grossbritannien und Frankreich. Washington hatte vor wenigen Tagen ein Team von Experten nach Nigeria geschickt.

Aus Frankreich reiste eine Gruppe von Geheimdienstexperten an. Die nigerianische Regierung lehnt Verhandlungen mit Boko Haram über die Freilassung der Schülerinnen kategorisch ab.

4 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Max Hug, Luzern
    Gäbe es den Islam nicht, wäre auch kein Islamismus entstanden und folglich wäre der darauf basierende Terrorismus unbekannt, und wir hätten auf unserer Welt etwas mehr Frieden. Religion ist nunmal das Dümmste, das der Mensch je erfunden hat.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Daniel Zeller, Thierachern
      Da sind Sie etwas schief gewickelt. Religion wird häufig als Vorwand benutzt. Ohne Religion würde es nicht weniger Krieg geben, aber dafür andere Begründungen für die Auseinandersetzungen. Der Mensch ist ohne Religion nicht besser. Überlegen Sie sich einmal, wieviele Opfer der Kommunismus gefordert hat.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @D. Zeller: Doch die Geschichte beweist, dass bei bei vielen Kriegen Auslöser immer Konflikte zwischen unterschiedlichen Religionen sind. Das hat schon vor über 2000 Jahren bei der Christenverfolgung angefangen. Und im Mittelalter, wo Christen & Islamisten friedlich zusammen lebten, waren es dann Kreuzritter die Nicht-Gläubige auszurotten sollten. Klar, ist oft auch die politische Gesinnung Auslöser für Konflikte. Überlegen Sie sich einmal, wie viele Opfer der Faschismus & Co. gefordert hat
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Peter Meier, Zürich
      Religion genauso wie jede andere Massenbewegung die sich gegen anderes abgrenzt kann als Katalysator dienen. Ich bin nicht religiös, aber Herr Zeller hat aus meiner Sicht schon recht wenn er sagt dass Sie es sich etwas einfach machen wenn Sie einfach der Religion die Schuld geben. Meiner Meinung nach sollte Religion etwas Persönliches bleiben: Ich kenne Leute denen ihr Glaube durchaus geholfen hat. - Schwierig wird's erst wenn man manipulierbar wird für Religionsautoritäten wie Pfarrer, Imame,..
      Ablehnen den Kommentar ablehnen