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International Der lange und holprige Weg von Rio nach Paris

Beim Klimagipfel von Paris sollen 195 Staaten einen weltweiten Vertrag verabschieden, der den Ausstoss der Treibhausgase auf ein bewältigbares Mass begrenzt. Diplomaten und Politiker arbeiten bereits seit Jahrzehnten an diesem Ziel. Ein Rückblick auf die Bemühungen.

Sonnenuntergang hinter Strommasten in Sydney. (reuters)
Legende: Der Gipfel von Paris gilt als wichtige Gelegenheit, einen Klimavertrag für die Zeit nach 2020 zu erreichen. Reuters

Nach jahrzehntelangen Warnungen von Forschern, dass Treibhausgase den Planeten gefährden, beginnen in den 1980er-Jahren einzelne Länder damit, das Problem anzupacken. Ein Rückblick auf die weltweiten Klima-Bemühungen.

  • 1987, Montreal, Kanada

Im Spätsommer 1987 einigen sich Regierungen erstmals auf ein multinationales Umweltabkommen. Weltweit wird darauf der treibhauswirksame und ozonzerstörende Stoff Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW) geächtet.

Das Treffen in Montreal ist kein spezifischer Klimagipfel. Es wird aber als Vorbild genommen, wie mit von Menschen verursachten Emissionen durch internationale Abkommen künftig umgegangen werden kann.

  • 1992, Rio de Janeiro, Brasilien

Nach der Klimarahmenkonvention von Rio dürfen die Treibhausgase nur so weit steigen, dass sich «die Ökosysteme auf natürliche Weise den Klimaänderungen anpassen können» und «die Nahrungsmittelerzeugung nicht bedroht wird». Heute gehen die meisten Experten davon aus, dass diese Grenze bei einem Temperaturanstieg von 1,5 bis 2 Grad liegt. 195 Staaten machen bei der Konvention mit.

  • 1997, Kyoto, Japan

Beim Kyoto-Protokoll vereinbaren die Industrieländer, ihren Treibhausgasausstoss von 1990 bis 2012 um mindestens 5 Prozent zu senken. Entwicklungs- und Schwellenländer bekommen keine Reduktionsziele. Wichtige Staaten wie die USA und Kanada treten dem Vertrag gar nicht erst bei oder verabschieden sich später davon.

  • 2009, Kopenhagen, Dänemark

Die Staaten bringen keinen UNO-Klimavertrag zu Stande. Sie nehmen lediglich «zur Kenntnis», dass die Erdtemperatur um nicht mehr als zwei Grad steigen sollte, und dass Industrieländer ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar an ärmere Staaten geben sollen.

  • 2010, Cancún, Mexiko

In Mexiko erkennen die Staaten erstmals offiziell die 2-Grad-Obergrenze an. Industrieländer sagen zu, ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar an Entwicklungsländer zu geben, wenn diese in transparenter Weise ihren Treibhausgasausstoss bremsen.

  • 2011, Durban, Südafrika

Die EU und weitere zehn Staaten beschliessen in Südafrika eine zweite Phase des Kyoto-Protokolls, die bis 2020 reicht. Diese Staaten stossen jedoch nur rund 15 Prozent der globalen Treibhausgase aus.

Legende: Video Einschätzungen von SRF-Korrespondent Jürg Brunner abspielen. Laufzeit 1:35 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 30.11.2015.
  • 2015, Paris, Frankreich

Im Vorfeld des Pariser Klimagipfels haben gegen 150 Staaten ihre nationalen Reduktionsziele für den Treibhausgasausstoss (INDC) bekanntgegeben. Darunter sind Länder wie die USA, China oder Indien mit erstmals formulierten Klimazielen. Der Gipfel von Paris gilt als wichtige Gelegenheit, einen Klimavertrag für die Zeit nach 2020 zu erreichen.

Infografik Treibhauseffekt

Der 21. Weltklimagipfel der UNO will Massnahmen gegen die globale Erwärmung beschliessen. Dabei geht es wieder einmal um den Treibhauseffekt. Doch wie entsteht dieser? Die Infografik klärt auf.

Der Weltklimarat IPCC

Der IPCC wird 1988 gegründet. Er soll zeigen, wie sich der Klimawandel auswirkt, welche Anpassungsstrategien es gibt und wie er gebremst werden kann. Tausende Forscher werten Daten für die regelmässig erscheinenden Berichte aus. Der IPCC befindet sich in Genf.