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International Der Papst als «Pilger des Friedens» in Sarajevo

«Sarajevo ist das Jerusalem des Westens», sagte Papst Franziskus. Mit seinem Besuch in der Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas will der Pontifex die Religionen zu Frieden und Aussöhnung anhalten.

Legende: Video Besuch im Zeichen des Friedens abspielen. Laufzeit 01:19 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.06.2015.

«Friede sei mit Euch», lautet das Motto der achten Auslandsreise von Papst Franziskus. Er komme denn auch als «Pilger des Friedens» nach Bosnien-Herzegowina – in ein Land, das in den 1990er Jahren Schauplatz eines langen Bürgerkriegs zwischen muslimischen Bosniern, orthodoxen Serben und katholischen Kroaten war.

Das Balkanland ist auch 20 Jahre nach dem Bürgerkrieg noch tief gespalten und hat grosse wirtschaftliche und soziale Probleme. Vor allem die Katholiken hoffen als kleinste Bevölkerungsgruppe, dass Franziskus ihr Anliegen nach mehr Anerkennung unterstützt.

60'000 Menschen an der Messe

Papst Franziskus hat bei seinem Besuch vor einem neuen Weltkrieg gewarnt und zu Frieden und Aussöhnung zwischen den Religionen aufgerufen. «Auch in unserer Zeit kollidieren das Streben nach Frieden und der Einsatz, ihn aufzurichten, mit der Tatsache, dass in der Welt zahlreiche bewaffnete Konflikte im Gang sind. Es ist eine Art dritter Weltkrieg, der stückweise geführt wird, und im Bereich der globalen Kommunikation nimmt man ein Klima des Krieges wahr», sagte der Pontifex bei der Messe im Olympiastadion am Samstag, zu der mehr als 60'000 Menschen gekommen waren.

Krieg bedeute zerstörte Häuser, zerbrochene Leben, sagte der Papst. «Ihr kennt das zu gut, weil Ihr es gerade hier erlebt habt. ... Heute erhebt sich noch einmal aus dieser Stadt der Schrei des Volkes Gottes und aller Männer und Frauen guten Willens: Nie wieder Krieg!»

Papst Franziskus schreitet in Sarajevo die Ehrengarde ab.
Legende: Papst Franziskus schreitet in Sarajevo die Ehrengarde ab. Keystone

«Sich nicht zufrieden geben»

Zwei Jahrzehnte nach dem Krieg seien zwar Fortschritte in Bosnien-Herzegowina erzielt worden, sagte Franziskus bei seinem Empfang beim Staatspräsidium des Landes. Es sei jedoch wichtig, sich nicht mit dem zufrieden zu geben, was bisher verwirklicht worden sei.

Die Katholiken stehen unter den Religionen in Bosnien-Herzegowina nur an dritter Stelle. Die Bevölkerungsmehrheit machen die Muslime aus, gefolgt von den Orthodoxen. Die Religionszugehörigkeit fällt in der Regel zusammen mit der Nationalität: Die Bosniaken sind Muslime, die Serben Orthodoxe und die Kroaten Katholiken.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von C. Szaabo, Thal
    Papst Franziskus packt auch Themen an, die unpopulär bei den Eliten sind. Er bereist auch konfliktbeladene Regionen, wo er nicht nur Beifall erntet. Nach den letzten Jahrzehnten des Vatikans eine wohltuende Neuerung. Ein Mensch, der die Probleme der einfachen Leute erkennt und sich auch auf sie einlässt. Dass er dadurch auf Widerstand gewisser Traditionalisten stösst, ist eigentlich ein gutes Zeichen seines Weges. Hoffentlich hat der neue Geist des Papstes Erfolg.
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    1. Antwort von E. Jenni, Ottikon
      @Szabo: Auch sie, als jemand der sich brüstet die Geschichte zu kennen, lassen sich blenden von der (Schein)Heiligkeit der Kirche Roms! Sie ändert wohl ihre Taktik, ihr Gesicht, aber nie ihre Absichten. Das ist alles nur Augenwischerei, denn die kath. Kirche kann nie von ihren Dogmen abweichen, weil die Päpste unfehrbar sind! Auch die Kirche spielte ihre zwiespältige Rolle im Jugoslawien-Krieg, weil das kath. Kroatien sich lösen sollte von Serbien, denn der Kirche Roms geht es um mehr Einfluss!
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    2. Antwort von Hans Jürg, Zürich
      @E.Jenni Was meinen Sie mit unfehrbar?
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    3. Antwort von C. Szabo, Thal
      @E. Jenni: Bin überaus kritisch gegenüber der Kirche Roms. Im Namen der Kirche wurden unsägliche Verbrechen am eigenen Volk/Gläubigen aber noch mehr an "Bekehrten" bzw. Opfern/Getöteten in fremden Kontinenten/Ethnien begangen. Die Aufarbeitung dieser Geschichte wird die Kirche irgendwann viel kosten. Denn die meisten Untaten erfolgten aus Gier oder Machtausdehnung in Koorperation mit Grossmächten. Doch die Nichtaufarbeitung lähmt den Vatikan. Aller Anfang ist schwierig und der Widerstand immens.
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    4. Antwort von E. Jenni, Ottikon
      @Jürg, Szabo: Sie haben recht, Herr Jürg, es sollte "unfehlbar" heissen. Seit 1880 hat die kath. Kirche in einem Dogma die Unfehlbarkeit des Papstes eingeführt. D.h. der Papst kann niemals etwas falsches machen und die kath. Kirche nie irren. Ja, Hr. Szabo das ist ihr Problem, sie werden erst konkreter wenn jemand ihnen ein wenig auf den Zahn fühlt. Das macht ihre Aussagen nicht eben glaubwürdiger. Die kath. Kirche wird sich in ihrem Wesen nie ändern. Sie kann es nicht wie ich oben erklärt habe.
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