Der schwierige Kampf gegen Ebola

In Westafrika gibt es erste Anzeichen einer Abschwächung der gefährlichen Lage. Die Sterblichkeitsrate sei gesunken, meldet das Deutsche Rote Kreuz. Die Gefahr ist aber noch längst nicht gebannt.

Im Kampf gegen das tödliche Virus gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer: «Die Zahl der Neuinfektionen steigt nicht mehr so schnell», sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon am Donnerstag. Um die Krankheit bis Mitte kommenden Jahres einzudämmen, seien aber weitere Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft dringend nötig.

Diese Einschätzung bestätigt auch der medizinische Koordinator von «Ärzte ohne Grenzen», Frank Dörner, in Sierra Leone. Alleine in dieser Woche wurden dort 500 Neuinfektionen gemeldet. Grund für weitere Ausbreitung seien vor allem fehlende Behandlungszentren und der Mangel an Fachpersonal. «Viele der Gesundheitsarbeiter waren als erste betroffen und fehlen nun,» sagt Dörner in der Sendung «Echo der Zeit».

Für die Hilfskräfte in den Ebola-Krisengebieten ist die Gefahr einer tödlichen Ansteckung gross. Inzwischen seien 588 Helfer erkrankt, von denen 337 gestorben seien, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag in Genf mit.

Staatengemeinschaft in der Verantwortung

Verschärft würde die Lage in Sierra Leone durch das fehlende Vertrauen in staatliche Behörden. Noch immer würden längst nicht alle Fälle bei den Gesundheitsbehörden gemeldet. Zudem sei die internationale Hilfsaktion auch nur schleppend angelaufen. «Diese muss nun deutlich verstärkt werden», so der mahnende Appell von Dörner.

Die Hilfsorganisation «Médecins sans Frontières» alleine könne Ebola nicht besiegen. Institutionen wie beispielsweise die WHO und die UNO sowie die Behörden der betroffenen Länder seien nun gefordert, die Probleme in den Griff zu bekommen.