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International Der Wind bei Griechenlands Kolumnisten hat gedreht

Mehrere griechische Zeitungen pflegen tägliche Kolumnen zum aktuellen Geschehen. Seit Samstag hat der politische Wind gedreht. Lediglich in den Syriza-nahen Zeitungen wird für die Politik Tsipras' noch Partei egriffen.

Zeitungen
Legende: «Die Schäuble-Junta»: Ein Zeitungstitel aus dem Jahre 2012. Die Schlagzeilen in den Zeitungen ähneln sich seit Jahren. Keystone

Für Alexis Tsipras naht die Stunde der Wahrheit. Die Bekanntgabe eines Referendums hat hohe Wellen geworfen – auch in den griechischen Zeitungen. Allerdings hat sich der Ton verändert. Zu beobachten ist seit Samstag eine Abnahme politischer Kolumnen der grössten griechischen Tageszeitungen, welche Partei ergreifen für die Politik der aktuellen Regierung.

«Unendlicher Populismus», schreibt Georgios Papaioannou von der bürgerlichen Zeitung «To Vima». Tsipras versuche das Volk zu desorientieren, indem er im Staatsfernsehen behaupte, dass die geschlossenen Banken und die Kapitalverkehrskontrollen von aussen quasi auferlegt wurden, um das griechische Volk einzuschüchtern und zu einem Ja an der Urne zu zwingen.

Für Kolumnist Papaioannou ist klar: Das ist ein weiterer populistischer Zug des Regierungschefs, da ohne diese Massnahmen das Land längst schon bankrott wäre.

Screenshot der Kolumne Online.
Legende: Die Kolumne von Papioannou mit dem Titel «Unendlicher Populismus». SRF

«Meinungsumschwung festellbar»

«Wenn Tsipras die Drachme wirklich will, hat er bisher richtig gepokert», schreibt Alexis Papachelas in der konservativen «Kathimerini». Dann soll er aber auch hinstehen und dem Volk sagen, «ich habe meine Karten so ausgespielt, wie ihr mir mit eurer Stimme befohlen hat, zu spielen. Und das ist der entstandene Schaden, das der Gewinn».

Wenn Tsipras die Drachme wirklich will, hat er bisher richtig gepokert
Autor: Alexis PapachelasKolumnist

Kommentare dieser Art findet man vermehrt. Positive Meinungen zu Tsipras' Vorgehen hingegen muss man regelrecht suchen. «Es ist tatsächlich feststellbar, dass Politkolumnen mit Haltungen pro Tsipras in den seriösen Zeitungen seit Samstag abgenommen haben», sagt Kolumnistin Maria Katsounaki von der konservativen Zeitung «Kathimerini» zu SRF News. Die Unterstützung begrenze sich seither auf die Syriza-nahen Blätter.

Die Kolumne von Katsounaki.
Legende: «Directly to –the– Hell»: Die Kolumne von Katsounaki. SRF

«Directly to –the– Hell» lautet Katsounakis' heutige Kolumne. Sie fragt zum Schluss: «Was ist heldenhaft daran, Herr Tsipras, wenn die heute schon armen Rentner Ende Monat von nun an ganz ohne Geld in den Taschen leben müssen?»

Auch Papaioannou von der Zeitung «To Vima» bestätigt SRF News, dass sich die Haltung der Medien geändert habe. Die Zeitungen haben etwaige Sympathien fallen gelassen. Sie seien zur Kritik übergegangen, so Papaioannou. Der Umschwung in den Kolumnen widerspiegle die Meinung des Volkes, erklärt Papioannou. Alle diejenigen, die der Regierung vertrauten und ihr Geld auf den Banken beliessen, seien nun die Verlierer.

Positionen der griechischen Parteien zum Referendum

ParteiAnzahl Abgeordnete und politische Verortung
Position zum Referendum
Syriza
Regierungspartei, 149 Abgeordnete, linksgespalten
Anel
Koalition mit Syriza, 13, rechtsNein
Nea Dimokratia
76, konservativJa
To Potami
17, Mitte-linksJa
Goldene Morgenröte
17, rechtsextremNein
KKE
15, kommunistischStimmenthaltung
PASOK
13, sozialistischJa

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9 Kommentare

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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Könnte sein, dass die Eurogruppe bei einem allfälligen Austritt Griechenlands aus der Eurogruppe durch Hedge-Fonds, die sich verspekuliert haben, selber unter Druck kommt. Anklagen von Hedge-Fonds haben Dank weitreichendem Investorenschutz viele Möglichkeiten - und können sich vor Gerichten deshalb durchsetzen, s.Beispiel Argentinien. Die Moral spielt bei solchen Verfahren und Urteilen überhaupt keine Rolle mehr- der Höhepunkt des Finanzkapitalismus. Nachher folgt die Revolution- nicht nur in GR
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  • Kommentar von Alberto da Vinci, Pratteln
    Tsipras hat vor seiner Wahl dem Volk klar gesagt was er machen will, wenn er gewählt wird. Das Volk hat ihn deswegen gewählt und nun setzt er sein Versprechen in die Tat um. Einer der jetzt abspringt in dem er ja zur EU sagt kann man als Veräter bezeichnen. Ich wünsche mir so das Griechenland Tsipras und nicht Juncker, Schulz und Merkel vertraut. Griechenland hat die Chance als Ursprung der Befreiung der EU in die Geschichtsbücher ein zu gehen.
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  • Kommentar von m.fischbacher, bern
    Christos Lambrakis, der Besitzer der Zeitung «To Vima» wollte 1994 selber einmal Präsident von Griechenland werden..........
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