Desalegn neuer Chef der Staaten Afrikas

Ein Äthiopier steht ab sofort an der Spitze der Afrikanischen Union. Kein Zufall, denn der Staatenbund hat seinen Sitz in Addis Abeba und feiert in diesem Jahr sein 50. Jubiläum.

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Grosser Moment: Übergabe des Amtes an Desalegn. (unkommentiert)

0:24 min, vom 27.1.2013

Hailemariam Desalegn mit zusammengefalteten Händen an einem Tisch sitzend.

Bildlegende: Hailemariam Desalegn studierte in Finnland, ist Protestant und gilt als moderater Politiker. Keystone

Der äthiopische Regierungschef Hailemariam Desalegn ist zum neuen Vorsitzenden der Afrikanischen Union (AU) gewählt worden. In seiner neuen Funktion sprach er am Sonntag beim Gipfeltreffen in Addis Abeba zum ersten Mal vor den Vertretern der 54 Mitgliedstaaten.

Er war einstimmig für das Amt bestimmt worden. Seine Amtszeit dauert ein Jahr.

Zum Jubiläum ein Äthiopier als Chef

Desalegn löst den Präsidenten des westafrikanischen Benin, Thomas Boni Yayi, ab. Seine Wahl ist kein Zufall: Im Mai jährt sich die Gründung der Afrikanischen Union zum 50. Mal.

Zum Jubiläum ist eine grosse Feier geplant. Die Staatengemeinschaft hat seit jeher ihren Sitz in Äthiopien. Der Vorsitzende der Afrikanischen Union übt hauptsächlich repräsentative Aufgaben aus.

Gaddafi als Gründungsvater

Die Afrikanische Union ist ein Zusammenschluss von Staaten, der 2002 offiziell ins Leben gerufen wurde. Marokko ist der einzige afrikanische Staat, der dem Bund nicht angehört.

Die Initiative zur Gründung der AU geht auf den libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi zurück. Er war vehement für die Idee einer Union eingetreten und hatte mit grossem finanziellen Aufwand bei den afrikanischen Staatschefs dafür geworben.