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Kim vs. Trump Deshalb wäre ein Krieg mit Nordkorea so gefährlich

Ein Angriff der USA auf Nordkorea wäre brandgefährlich. 8 Gründe, warum der Konflikt alle betrifft.

Legende: Video Nordkorea droht mit Angriff auf Guam abspielen. Laufzeit 2:08 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.08.2017.

US-Präsident Donald Trump erwägt «militärische Optionen», um Nordkorea an der weiteren Entwicklung von Atomwaffen und Interkontinentalraketen zu hindern. Ein gezielter Militärschlag oder selbst eine ungewollte militärische Eskalation dürfte aber sofort einen Gegenschlag Nordkoreas auslösen – mit verheerenden Folgen besonders für Südkorea und die dort stationierten 28 500 US-Soldaten:

Hohe Opferzahlen: Nur 50 Kilometer südlich der Grenze zu Nordkorea leben rund 25 Millionen Menschen im Grossraum der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.

Grosses Waffenarsenal: Auch ohne den Einsatz von Atomwaffen wären die Bewohner Seouls in Gefahr. Nordkorea hat bis zu 15'000 Artilleriegeschütze an den Berghängen der Demarkationslinie stationiert. Das amerikanische Nautilus-Institut schätzt, dass davon immerhin 700 Kanonen und Raketenwerfer die südkoreanische Hauptstadt unter Beschuss nehmen könnten.

Gefahr einer Massenpanik: Seoul ist schwer zu evakuieren: In der Mitte wird die Stadt durch den Han-Fluss geteilt, im Süden von Bergen eingekesselt. Eine Massenpanik wäre die Folge.

Angriff auf Japan: Nordkorea könnte auch Raketen auf den amerikanischen Verbündeten abschiessen.

Neue globale Wirtschafts- und Finanzkrise: Südkorea ist die elftgrösste Wirtschaftsnation der Erde. Die Aktienmärkte weltweit dürften bei einem Krieg massiv einbrechen. Schon Trumps Drohungen und die jüngste Eskalation verunsichern die Investoren.

Ausweitung auf globalen Konflikt: Es ist unklar, wie sich Russland und vor allem China bei einem Krieg der USA gegen Nordkorea verhalten würden. Es könnte zu einer Konfrontation zwischen China und den USA kommen, auch wenn der grosse Nachbar und einstige Verbündete nicht mehr wie im Korea-Krieg (1950-53) an der Seite Nordkoreas kämpfen dürfte. Chinas Militär bereitet sich vielmehr darauf vor, im Kriegsfall schnell in Nordkorea einzudringen, um die Atomwaffen unter Kontrolle zu bringen und die Lage zu stabilisieren.

Neue Flüchtlingswelle: Es drohen Millionen von Flüchtlingen über die Grenze nach China zu strömen und die Lage in Nordostchina zu destabilisieren.

Neue geopolitische Lage: China fürchtet eine zwangsweise Wiedervereinigung Koreas unter Führung der USA, an deren Ende US-Truppen direkt an Chinas Grenze stehen könnten.

Infografik: Nordkoreas Raketen

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Jürgen Bernhardt (Bitachon)
    Ein Bekannter wusste aus der Geschichte, dass totalitäre Regimes nach max. 70 Jahren zusammen brechen. Ich prüfte dies z. B. anhand der damaligen Sowjetunion: 1922-1992. Wenden wir diese Regel auf die Kim-Dynastie in Nordkorea an (1948-2018), dann wird die Weltgemeinschaft bald von diesem System erlöst werden - wie auch immer.
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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Nach Jahrzehnten der Drohungen kann ich nicht glauben, dass Nordkorea wirklich einen Krieg vom Zaun bricht. Es könnte sicherlich viel Schaden anrichten, es wäre aber auch das sichere Ende von Nordkorea. Hunde welche konstant bellen, beissen in der Regel nicht. Wissen tu ich es natürlich nicht aber ich hoffe doch sehr, dass Kim Jong-un nur ein bellender Hund ist.
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  • Kommentar von René Pfeifer (Whistler)
    Den Überraschungsangriff hatten wir doch schon einmal. Unter Döbbeljuh wollten die Amis innert 3 Tagen im Irak die nicht vorhandenen Chemiewaffen vernichten, Saddam verhaften und die Demokratie erzwingen. Was ist daraus geworden? Der IS ist daraus entstanden und die Infrastruktur ist zerstört. Nur geht es hier nicht um fiktive Chemiewaffen . Weiss das DT im fernen DC ( momentan Golfplatz FL ) überhaupt ?
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