Deutlich mehr zivile Opfer in Afghanistan

Die internationalen Truppen sind letztes Jahr aus Afghanistan abgezogen. Die Folge: Mehr tote Zivilisten, vor allem Frauen und Kinder.

Zwei afghanische Mädchen gehen über den Schnee.

Bildlegende: Ob diese zwei Mädchen eine gute Zukunft erwartet? Afghanistan ist das Land der begrabenen Träume. Keystone

Die Zahl der getöteten und verletzten Zivilisten ist 2013 um 14 Prozent gestiegen. Die UNO registrierte 2959 Todesopfer und 5656 Verletzte. Seit 2009 kamen im Zuge des Konflikts in dem Land am Hindukusch rund 14'000 Zivilisten ums Leben.

Besonders betroffen sind Frauen und Kinder. Die Opferzahlen dieser Menschen stiegen um mehr als ein Drittel. 2013 ist damit das opferreichste Jahr bei Frauen und Kindern seit 2009 gewesen.

Land ohne Sicherheit

Die Taliban-Extremisten haben den Abzug der internationalen Truppen genutzt, um ihre Angriffe zu verstärken. Neu tragen die einheimischen Streitkräfte die Verantwortung für die Sicherheit. Doch diese können ihre Aufgabe nicht in allen Regionen erfüllen.

Die USA und ihre Nato-Verbündeten wollen bis Ende des Jahres alle Kampftruppen aus dem Land abziehen. Der internationale Einsatz in Afghanistan hatte Ende 2001 mit dem Sturz der Taliban-Regierung begonnen.

Vor allem Bombenanschläge

Die tödlichsten Instrumente in dem Krieg sind nach wie vor Bomben und andere Sprengsätze. Immer öfter werden diese auf öffentlichen Plätzen wie Märkten, Strassen und in der Nähe von Regierungsgebäuden gezündet. Ein Drittel der zivilen Opfer geht auf das Konto dieser Waffen.

Für den Anstieg der Opferzahlen macht die UNO sowohl Regierungstruppen als auch Taliban verantwortlich. Drei Viertel der getöteten und verletzten Zivilisten sind allerdings Opfer von Taliban-Aktionen.