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International Deutsche Spezialeinheit nimmt drei mutmassliche Terroristen fest

Spezialkräfte der Polizei haben bei einem Grosseinsatz in Schleswig-Holstein und Niedersachsen drei mutmassliche Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen. Es handelt sich dabei um drei junge Syrer, die eine Schläfer-Zelle gebildet haben könnten.

Polizist mit einem Gewehr.
Legende: Die drei Syrer wurden von Spezialeinheiten der deutschen Polizei festgenommen. Keystone/Symbolbild

Die deutschen Sicherheitsbehörden haben womöglich einen Terroranschlag durch eingeschleuste Mitglieder der IS-Terrormiliz verhindert. Drei Syrer wurden am Morgen bei Razzien in den Bundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen festgenommen. Sie würden dringend verdächtigt, mit einem Auftrag des IS nach Deutschland gekommen zu sein oder sich für weitere Anweisungen bereitzuhalten, teilte der Generalbundesanwalt mit.

Die drei 17, 18 und 27 Jahre alten Männer seien mit Pässen, vierstelligen Dollar-Beträgen und Handys mit einem besonderem Kommunikationsprogramm ausgestattet gewesen. Am Einsatz zur Vollstreckung des Haftbefehls seien über 200 Beamte des Bundeskriminalamtes, der Bundespolizei und der Polizeien mehrerer Bundesländer beteiligt gewesen. Die Wohnung der Verdächtigen würden durchsucht.

Bisher keine konkreten Anschlagspläne

Die Ermittlungen zu den Verhafteten zeigen nach Angaben von Innenminister Thomas de Maizière Bezüge zu den Attentätern von Paris. So gebe es Hinweise darauf, dass die drei Männer über dieselbe Schlepperorganisation nach Deutschland gekommen seien, die die Attentäter von Paris nach Europa gebracht habe, sagte de Maizière am Dienstag in Berlin. Zudem spreche alles dafür, dass die Reisedokumente aus derselben Werkstatt stammten.

Legende: Video De Maizière: «Könnte sich um Schläfer-Zelle handeln» abspielen. Laufzeit 1:34 Minuten.
Vom 13.09.2016.

Es gebe den Verdacht, dass die drei Männer im Auftrag der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) im November 2015 nach Deutschland gekommen seien und sich möglicherweise für Anweisungen des IS bereit hielten. «Es könnte sich also insoweit um eine Schläferzelle handeln», sagte de Maizière.

Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen gebe es nach bisherigem Stand der Ermittlungen nicht. Es bestehe aber der Verdacht, dass die Festgenommen im Auftrag des IS nach Deutschland gekommen seien und sich möglicherweise für Anweisungen bereithielten. Es könne sich somit um eine «Schäferzelle» handeln.

Terror-Sympathisanten unter den Flüchtlingen

De Maiziere sagte, die Hinweise an die Sicherheitsbehörden lägen schon längere Zeit vor, die Ermittlungen hätten über mehrere Monate angedauert. Dazu gehörten auch persönliche Observierungen und die Kommunikationsüberwachung. Zu keinem Zeitpunkt sei von den drei Personen eine Gefahr ausgegangen.

Die Sicherheitsbehörden gingen allen Verdachtsmomenten und allen Hinweisen aus dem In- und Ausland nach, sagte de Maizère weiter. «Die Sicherheitslage in Deutschland ist nach wie vor unverändert ernst. Die Gefahrenlage hält an.» Die Behörden hätten Einzeltäter und mögliche Netzwerke im Blick.

Flüchtlinge dürften nicht generell unter Terrorverdacht gestellt werden, warnte er. Es gebe aber immer wieder Hinweise, dass auch unter Flüchtlingen einzelne potenzielle Terroristen oder Sympathisanten sein könnten. Aktuell gebe es etwa 60 Ermittlungsverfahren.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Dass mit den angeblichen "Flüchtlingen" auch Leute ins Land kommen, die anfällig sind für die Lockungen islamistischer Terrorgruppen, wissen scharfsinnige Menschen am Stammtisch im Hinterwald schon seit einigen Jahren.
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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Deutsche Behörden haben einen weiteren Terroranschlag verhindert. Nicht in Deutschland zwar, aber dafür in Kabul. Dorthin durfte ein abgelehnter afghanischer Asylbewerber nämlich nicht ausreisen, weil er einen Selbstmordanschlag in der heimatlichen Hauptstadt angekündigt hatte.
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    1. Antwort von Patrik Schaub (Kripta)
      Danke für die Info, Frau Helmers. Das geht natürlich wirklich nicht, so jemand behält man am besten schon selber. Das eigene Volk der Willkommenskultur opfern, ja, dass nenne ich wahre Uneigennützigkeit!
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    2. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Der wird natürlich überwacht, sehr günstige Lösung. Vor allem, wenn sich das bei den abgelehnten Asylbewerbern rumspricht... Man hätte den ja auch den Sicherheitsbehörden in Afghanistan übergeben können.
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  • Kommentar von S. Meier (SM)
    "Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen gebe es nach bisherigem Stand der Ermittlungen nicht." "... die Ermittlungen hätten über mehrere Monate angedauert. Dazu gehörten auch persönliche Observierungen und die Kommunikationsüberwachung. Zu keinem Zeitpunkt sei von den drei Personen eine Gefahr ausgegangen." Dann sind diese drei Personen jetzt in Präventivhaft, oder wie ist das zu verstehen?
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    1. Antwort von Kim Hansson (Freddy Tobler)
      Präventivhaft weil sie ein spezielles Kommunikationsprogramm auf dem Handy haben, vermutlich ein verschlüsselter SMS Dienst. Wer sich nicht gläsern gibt -seine Mahlzeiten auf facebook posted, seine Meinung auf Twitter verbreitet und Nachrichten über whatsapp sendet - der wird vorverurteilt und durchsichtig gemacht... PS: auch ich benutze eine End zu End verschlüsselte sms app, nicht aus Paranoia, sondern aus Prinzip. Wer nicht für Freiheit einsteht, kennt sie nicht.
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