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Deutschland hat gewählt «Wir werden das Land verändern»

Sieger, Verlierer und ihre Reaktionen: Die AfD will «Merkel jagen», die SPD in die Opposition.

Legende: Video Merkel: «Gegen uns kann keine Regierung gebildet werden» abspielen. Laufzeit 1:04 Minuten.
Aus News-Clip vom 24.09.2017.

Das sagt der Sieger: Die Unionsparteien CDU/CSU haben trotz schwerer Verluste bei der deutschen Bundestagswahl die Regierungsbildung für sich beansprucht. Die Union habe sich ein besseres Ergebnis gewünscht, zugleich habe man aber die Wahlziele erreicht, sagte Fraktionschef Volker Kauder (CDU) am Sonntagabend in der ARD. «Wir haben einen Auftrag, eine Regierung zu bilden. Und gegen uns kann keine Regierung gebildet werden», sagte Merkel.«Wir haben einen Auftrag, Verantwortung zu übernehmen». Man brauche aber nicht drumherum zu reden, dass man sich bei der Bundestagswahl ein besseres Ergebnis gewünscht hätte. Mit Blick auf den Erfolg der AfD sagte sie: «Wir wollen die Wähler und Wählerinnen der AfD zurückgewinnen.»

Zudem lägen nun weitere grosse Herausforderungen vor der Union, sagte Merkel: «Dazu gehört vor allem, für wirtschaftlichen Wohlstand zu sorgen. Dazu gehört, die EU zusammenzuhalten und ein starkes Europa zu bauen. Dazu gehört, die illegale Migration zu bekämpfen.»

Legende: Video Gauland: «Wir werden Merkel jagen» abspielen. Laufzeit 0:41 Minuten.
Aus News-Clip vom 24.09.2017.

Das sagt die Überraschungspartei: Spitzenkandidat Alexander Gauland hat nach dem guten Abschneiden seiner Partei eine Kampfansage an die künftige Bundesregierung gemacht. «Wir werden sie jagen», sagte Gauland am Sonntag in Berlin. Die Partei wolle sich «unser Land und unser Volk zurückholen».
Die neue Bundesregierung «kann sich warm anziehen», sagte Gauland. «Wir werden die Regierung vor uns hertreiben», fügte Gauland unter dem Jubel der versammelten Parteianhänger hinzu. Gauland nannte den Einzug in den Bundestag einen «grossen Tag» in der Parteiengeschichte der AfD.
«Wir werden dieses Land verändern», sagte der stellvertretende Parteivorsitzende. Die AfD wolle sich dafür einsetzen, «dass das, was die Menschen auf der Strasse denken, im Bundestag wieder eine Rolle spielt». Die AfD wird den Prognosen zufolge drittstärkste Kraft im neuen Bundestag.

Legende: Video Schulz: «Ein bitterer Tag» abspielen. Laufzeit 2:43 Minuten.
Aus News-Clip vom 24.09.2017.

Das sagt der Verlierer: «Heute ist ein schwerer und ein bitterer Tag für die deutsche Sozialdemokratie» sagte Spitzenkandidat Martin Schulz in Berlin. Die SPD habe ihr Wahlziel verfehlt.

«Nach unserem Kernland Nordrhein-Westfalen haben wir auch die Bundestagswahl verloren», sagte Schulz am Sonntag vor Anhängern in Berlin. Die Aufnahme von einer Million Flüchtlinge in Deutschland spalte die Bevölkerung. Auch der SPD sei es nicht gelungen, einen Teil ihrer Wählerschaft von den Werten des Gemeinsinns und der Toleranz zu überzeugen.

Schulz will trotz der historischen Wahlniederlage Parteivorsitzender bleiben und die Sozialdemokraten in die Opposition führen.

Schulz nannte den historischen Wahlerfolg der rechtspopulistischen AfD «bedrückend». Er kündigte einen klaren Kurs gegen die AfD an, mit der erstmals eine rechtsextreme Partei in Fraktionsstärke in den Bundestag einziehe.
«Die SPD wird für ihre Werte und Prinzipien des Gemeinsinns, der Toleranz und des Respekts in der nächsten Wahlperiode kämpfen.» Für die Sozialdemokratie gelte: «Wir werden unseren Kampf für Demokratie, Toleranz und Respekt weiterführen. Wir sind das Bollwerk der Demokratie.»

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96 Kommentare

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  • Kommentar von Serena Gnabry (SerenaG)
    Also einfach mal ein ernst gemeintes Kompliment an unsere Linken Wutmitbürger. So viele Blogs wie die Redaktion gegen die bösi AFD aufschaltet ist es eine Herkules-Aufgabe in jedem Forum wie wild zu wettern und Andersdenkende anzugreifen...Wenn man dann noch einen Job hätte wäre es ein Ding der Unmöglichkeit. Viel Spass ich suche weiterhin wenigstens EINEN Blog gegen die SPD und ihre historische Niederlage. Während ich suche werden sicher 3 neue Blogs gegen die AFD geöffnet...
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    was die jüngere geschichte uns lehren könnte ist, dass rechtsparteien geradezu erpicht sind, demokratisch gewählt zu werden, um dann demokratische institutionen, ämter und das rechstwesen zu destabiliseren und mit eigenen leuten besetzt zur farce werden zu lassen. diese parteien funktionieren nur optimal, wenn ein klarer feind ausgemacht werden kann, denn lösungen, die die gesamheit der menschen, die ein land ausmachen, haben sie keine zur hand. zerstreite und atomisiere ist zentrales element.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (sensus communis)
    Kaum gewählt und schon ist Petry weg... das kann ja heiter werden! Adieu AfD...
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Petry hat sich schon lange von dieser Parteispitze distanziert. Jetzt tut man so, als wäre diese Entscheidung ganz neu. Petry zählte schon immer zu den Gemässigten in dieser Partei.
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    2. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Petry hat sich aus der Fraktion verabschiedet; von der Partei ist sie noch nicht weg. Diesen Entscheid hat sie verschoben. - Auch wenn ich einige ihrer Aussagen nicht goutiere und die allgemeine Ausrichtung der AfD nicht teile, so wäre diese Dame noch ein Gegengewicht zum rechten Flügel der Partei (und somit zu Gauland und Weigel an der Front mit vielen Adlaten im Hintergrund) gewesen. In der Fraktion reibt sie sich so zwar nicht auf, macht aber den Weg frei. Feige oder schlau?
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    3. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      schlau würde ich sagen, sie weiss genau, dass es mit Gauland zu grössten Schwierigkeiten kommen wird. Vielleicht wartet sie im Hintergrund darauf
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