Kabinett nimmt Konturen an

Noch ist offen, ob die Mitglieder der SPD einem Regierungsbündnis mit CDU/CSU zustimmen. Doch offenbar sind die Entscheide über die Ämterverteilung schon gefallen. Einzelne Namen sind durchgesickert.

Sigmar Gabriel.

Bildlegende: SPD-Chef Sigmar Gabriel. Keystone

Noch steht der Entscheid aus, ob es in Deutschland überhaupt zur grossen Koalition kommt. In Berlin wird aber gemeinhin mit einer Zustimmung der SPD-Mitglieder zu einem Regierungsbündnis mit CDU/CSU gerechnet. Heute Abend wissen wir es genau.

Gabriel wird Superminister

Mehrere Medien berichten trotz dieses noch ausstehenden Ergebnisses seit Freitagabend von ersten Entscheidungen über Ministerien, die grossenteils aus Parteikreisen bereits bestätigt worden seien. Auf Seiten der SPD soll laut übereinstimmenden Medienberichten Parteichef Sigmar Gabriel ein kombiniertes Ministerium Wirtschaft und Energiefragen übernehmen, Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier soll Aussenminister werden und Generalsekretärin Andrea Nahles das Arbeitsministerium übernehmen.

Nur zwei Überraschungen

All dies war so erwartet worden. Einzige Überraschungen auf der Liste dieser voraussichtlichen Minister: Der Saarländer SPD-Chef Heiko Maas soll Justizminister werden, Barbara Hendricks aus Nordrhein Westfalen Umweltministerin. Die Online-Ausgaben der «Frankfurter Allgemeinen», der «Süddeutschen Zeitung» und von «Bild» sprechen übereinstimmend davon, diese Zuteilungen seien aus Kreisen der SPD-Parteileitung bestätigt worden.

Pofalla geht offenbar

Noch unbestätigt hingegen ist ein Bericht über die Seite der CDU: Laut «Spiegel Online» sollen Finanzminister Wolfgang Schäuble und Verteidigungsminister Thomas de Mazière ihre Ämter behalten. Aus der Regierung ausscheiden würde demnach Angela Merkels engster Vertrauter, der Kanzleramtsminister Ronald Pofalla. Diese Entscheidungen auf Seiten der CDU erscheinen zwar auch in verschiedenen Medien, die berufen sich allerdings fast alle auf dieselbe Quelle. Eine Bestätigung seitens der CDU liegt aber nicht vor.
(aebn;)

Wie das neue deutsche Kabinett aussehen könnte

    • Angela Merkel

      Bildlegende: Angela Merkel Keystone

      Kanzleramt: CDU

      Angela Merkel bleibt für eine dritte Legislatur im Amt. Sie ist seit 2005 Bundeskanzlerin.

    • Peter Altmaier.

      Bildlegende: Peter Altmaier. Reuters

      Chef des Kanzleramts: CDU

      Der bisherige Umweltminister Peter Altmaier soll Roland Pofalla ersetzen. Der langjährige Vertraute Merkels verlässt die Bundesregierung und wechselt in die Wirtschaft, wie die Zeitung «Bild» berichtet.

    • Sigmar Gabriel.

      Bildlegende: SPD-Chef Sigmar Gabriel. Keystone

      Vizekanzleramt, Wirtschaft und Energie: SPD

      SPD-Chef Sigmar Gabriel wird neuer Superminister und Stellvertreter von Merkel.

    • Frank-Walter Steinmeier.

      Bildlegende: Frank-Walter Steinmeier. Keystone

      Aussenbeziehungen: SPD

      Frank-Walter Steinmeier kehrt nach fünf Jahren in das Amt zurück und ersetzt Guido Westerwelle von der FDP. Der Chef der SPD-Fraktion war von 2005 bis 2009 bereits Aussenminister.

    • Andrea Nahles.

      Bildlegende: Andrea Nahles. Reuters

      Arbeit und Soziales: SPD

      Die bisherige SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles übernimmt das Amt von Ursula von der Leyen, CDU, die neu dem Gesundheitsressort vorsteht.

    • Heiko Maas.

      Bildlegende: Heiko Maas. Reuters

      Justiz: SPD

      Neu Heiko Maas, der bisherige saarländische Wirtschaftsminister, wechselt in die Bundespolitik. Er übernimmt das Ressort von FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

    • Barbara Hendricks.

      Bildlegende: Barbara Hendricks. spd.de

      Umwelt: SPD

      Die bisherige Schatzmeisterin der SPD Barbara Hendricks folgt auf CDU-Mann Peter Altmaier, der Chef des Kanzleramts werden soll.

    • Manuela Schwesig.

      Bildlegende: Manuela Schwesig. Keystone

      Familien: SPD

      Manuela Schwesig übernimmt das Amt von CDU-Frau Kristina Schröder. Bisher war die SPD-Politikerin Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern.

    • Wolfgang Schäuble.

      Bildlegende: Wolfgang Schäuble. Keystone

      Finanzen: CDU

      Wolfgang Schäuble bleibt voraussichtlich Ressortchef. Er war schon Innenminister unter Kanzler Helmut Kohl und seit 2009 ist er Finanzminister.

    • Ursula von der Leyen.

      Bildlegende: Ursula von der Leyen. Keystone

      Gesundheit: CDU

      Die bisherige Arbeitsministerin Ursula von der Leyen übernimmt das Amt von FDP-Mann Daniel Bahr.

    • Thomas de Maizière.

      Bildlegende: Thomas de Maizière. Reuters

      Verteidigung: CDU

      Thomas de Maizière bleibt offenbar Verteidigungsminister. In der grossen Koalition von 2005 bis 2009 war er Chef des Kanzleramts. 2011 wurde er in sein heutiges Amt berufen. Zuletzt geriet er wegen der Drohnen-Affäre in die Kritik.

    • Johanna Wanka.

      Bildlegende: Johanna Wanka. Keystone

      Bildung: CDU

      Johanna Wanka wird das Bildungsressort voraussichtlich behalten. Sie hatte es erst im Februar übernommen, nachdem Annette Schavan wegen der Aberkennung ihres Doktortitels zurückgetreten war.

    • Hermann Gröhe.

      Bildlegende: Hermann Gröhe. Reuters

      Wirtschaftliche Entwicklung: CDU

      Der bisherige CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe wird als neuer Entwicklungsminister gehandelt. Bisher hatte FDP-Mann Dirk Niebel das Amt inne.

    • Hans-Peter Friedrich.

      Bildlegende: Hans-Peter Friedrich. Keystone

      Inneres: CSU

      Hans-Peter Friedrich bleibt voraussichtlich Innenminister. Der CSU-Politiker ist seit 2011 im Amt.

    • Peter Ramsauer.

      Bildlegende: Peter Ramsauer. Keystone

      Verkehr: CSU

      Peter Ramsauer bleibt voraussichtlich im Verkehrsministerium, dem er seit 2009 vorsteht. Möglicherweise muss er aber auch das Landwirtschaftsressort übernehmen.

    • Alexander Dobrindt.

      Bildlegende: Alexander Dobrindt. Keystone

      Landwirtschaft und Konsumenten: CSU

      CSU-Chef Horst Seehofer hat seinem Generalsekretär Alexander Dobrindt einen Ministerposten versprochen. Laut «Bild» erhält Dobrindt das Landwirtschaftsressort. In der CSU selbst heisst es, er werde mit dem Verkehrsministerium belohnt.