Deutschland lieferte bis 2011 Chemikalien nach Syrien

Offiziell war es Chemie für Schmuck oder für sauberes Trinkwasser – Deutschland hat bis zu Beginn des Bürgerkriegs Chemikalien nach Syrien geliefert. Und zwar dreimal so viel wie bisher angenommen. Die Chemie kann auch zur Herstellung von Giftgas genutzt werden.

Das deutsche Bundeswirtschaftsministerium hat einen brisanten Bericht veröffentlicht. Danach exportierten deutsche Unternehmen zwischen 1998 und 2011 insgesamt rund 360 Tonnen Chemikalien nach Syrien, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Das ist fast drei Mal so viel wie bisher bekannt.

Die Lieferungen wurden erst zu Beginn des Bürgerkriegs in Syrien im Frühjahr 2011 eingestellt. Das Wirtschaftsministerium betonte, dass es weiterhin keine Zweifel an der zivilen Verwendung der Chemikalien gebe. Die Substanzen seien für die Verwendung in der Schmuckindustrie, zur Fluorierung von Trinkwasser oder auch zur Herstellung von Zahnpasta exportiert worden.

Vor zwei Wochen hatte das Ministerium nach einer parlamentarischen Anfrage der Linksfraktion bekannt gegeben, dass zwischen 2002 - 2006 insgesamt 134 Tonnen Chemikalien nach Syrien geliefert wurden. Sie können auch zur Herstellung von Giftgas verwendet werden. Jetzt liegt eine komplette Liste für die Jahre 1998 bis 2011 vor.