Zum Inhalt springen

International Deutschland unterstützt militärisch den Kampf gegen den IS

Nach den Terroranschlägen in Paris will sich Deutschland mit Aufklärungsjets, einem Kriegsschiff und Satellitenaufklärung am Militäreinsatz gegen die Terrormilz Islamischer Staat (IS) beteiligen. Das beschloss das Sicherheitskabinett der deutschen Regierung.

Legende: Video Deutschland plant militärische Unterstützung abspielen. Laufzeit 0:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.11.2015.

Die deutsche Bundesregierung vollzieht im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eine dramatische Kehrtwende: Deutschland will sich nun auch militärisch am internationalen Einsatz gegen die Terrororganisation beteiligen – und zwar auch ohne UNO-Mandat. «Die Regierung hat heute schwere, aber richtige und notwendige Schritte beschlossen», sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Berlin.

Tornado-Aufklärungsflugzeug am Boden
Legende: Deutschland will in Syrien Tornado-Aufklärungsjets einsetzen. Keystone

Konkret sollen Tornado-Aufklärungsflugzeuge zur Vorbereitung von Luftangriffen gegen Stellungen des IS bereitgestellt werden. Die Angriffe wurden bislang von einer Koalition der USA, Frankreich, Grossbritannien, Russland und von arabischen Staaten geführt. Vier bis sechs Flugzeuge sollen zum Einsatz kommen. Das beschloss das Sicherheitskabinett mit Kanzlerin Angela Merkel, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Aussenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin.

Daneben soll die Bundeswehr der Anti-IS-Koalition mindestens ein Tankflugzeug und ein Kriegsschiff zur Verfügung stellen. Die Fregatte soll dabei den Flugzeugträger «Charles de Gaulle» absichern, den die Franzosen ins östliche Mittelmeer geschickt haben. Zudem will Deutschland Unterstützung bei der Satellitenaufklärung anbieten.

Hollande fordert international Hilfe

Ein Mandat der Vereinten Nationen gibt es für den Einsatz nicht. Bislang hat sich Deutschland in der Region darauf beschränkt, die kurdische Peschmerga-Armee im Nordirak für den Kampf gegen den IS auszubilden, der auch mit deutschen Waffen geführt wird.

Bundeskanzlerin Merkel hatte dem französischen Präsidenten François Hollande nach einem Treffen am Mittwochabend eine weitergehende Hilfe im Kampf gegen den Terror zugesichert. «Wenn der französische Präsident mich bittet, darüber nachzudenken, was wir mehr tun können, dann ist das Aufgabe für uns, darüber nachzudenken», sagte Merkel.

Hollande setzte seine Bemühungen um eine internationale Koalition gegen den Terror auch heute fort – nach Treffen mit US-Präsident Barack Obama und Kanzlerin Merkel in den letzten Tagen. Hollande traf sich dazu am frühen Abend mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

57 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von N. Belg (Sinilga)
    "Verteidigungsministerin"? Das verstehe ich wirklich nicht, wenn eine Frau Verteidigungsministerin ist. Auf jeden Fall kann ich mir nicht in Russland vorstellen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Deutschland würde sich besser dafür einsetzen, dass die USA, Saudi-Arabien und Erdogan aufhören, den IS zu unterstützen und Waffen in die Region zu liefern. Ein Kampf oder Krieg gegen den IS, ohne deren Unterstützer und Geldgeber mal gehörig auf die Finger zu klopfen, ist verlogen und Sand in den Augen der Menschen gestreut und lässt am wirklichen Willen, den IS zu bekämpfen, zweifeln.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Roger Stahn (jazz)
    Schon, aber in Syrien, Irak und Iran sind ja bereits Schiiten an der politischen Macht. Und um die labile Zone zu stabilisieren, hätten ja alle drei dieselben Interessen den sunnitischen Einfluss, respektive den IS zurück zu drängen, was Russland im Fall von Syrien auch macht. Im Grunde könnten sich doch die schiitischen Kräfte vereinigen und gemeinsam Aktionen gegen den IS vornehmen, ohne dass der Iran in den Irak einmarschiert. Beim 1. Golfkrieg war ja die Ausgangslage eine andere als heute?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Das ist der "sprigende Punkt", R.Strahn. Die USA/ Nato will unbedingt verhindern, dass schiitische Kräfte mehr Einfluss gewinnen, denn damit käme 1.Israel vermehrt unter Druck, 2.das Ölgeschäft der USA würde sich vermutlich noch stärker in anderen Währungen als dem $ (Petrodollar) abspielen und 3.würde der Einfluss der USA durch die sunnitischen Verbündeten schrumpfen. Im 1.Golfkrieg hatten die USA beiden Seiten Waffen geliefert... das sei zwar zynisch gewesen, aber es habe funktioniert.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Immerhin ist die Golfregion nach den Worten des ehem. Aussenministers Deutschlands, Joschka Fischer, "DIE TANKSTELLE DER WELT"
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Roger Stahn (jazz)
      Ja, das macht Sinn m. mitulla. Eigentlich müsste sich ja nun der Westen USA/Deutschland, jetzt nachdem sich Holland an Russland gewendet hat zur Koordinierung der Bekämpfung des IS, ebenso nachziehen und damit eine Kehrtwende vollziehen, wenn es denn ihnen wirklich Ernst ist, effektiv gegen den IS angehen zu wollen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Ja, das sehe ich auch so, R.Strahn - und wenn mich nicht alles täuscht arbeitet Putin daran.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen