Wirbel um Steinbrücks Putzfrau

Der eher laue Wahlkampf in Deutschland gewinnt nicht an Fahrt, sondern verliert an Niveau. Ein Unbekannter versucht seit zwei Wochen Peer Steinbrück zu erpressen. Der SPD-Kanzlerkandidat soll eine illegale Putzfrau beschäftigt haben. Steinbrück reagierte prompt.

Die SPD bestätigte einen Bericht der «Bild»-Zeitung, wonach dem Ehepaar Steinbrück vorgeworfen werde, vor 14 Jahren eine Putzfrau illegal beschäftigt zu haben. Der Täter drohte damit, dies öffentlich zu machen, wenn Steinbrück nicht auf seine Kandidatur verzichte.

Polizei und Staatsanwaltschaft in Bonn nahmen Ermittlungen gegen den unbekannten Täter wegen Nötigung auf. Steinbrück hatte sich am Freitag an das Bundeskriminalamt (BKA) gewandt.

Rückendeckung von Gabriel

Das Ehepaar Steinbrück bestreitet die anonymen Anschuldigungen. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat sich empört über einen Erpressungsversuch gegen ihn gezeigt. Er habe Anzeige erstattet, da es sich um einen strafrechtlich relevanten Vorgang handle, sagte Steinbrück.

Was er bislang im Wahlkampf erlebt habe, gehe weit über das hinaus, was akzeptabel sei. «Dass dazu ein Erpressungsversuch gehört, ist jenseits meiner Vorstellungskraft gewesen.»

Rückendeckung erhielt Steinbrück von SPD-Chef Sigmar Gabriel. Der hat den Erpressungsversuch gegen SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wegen einer angeblich schwarz beschäftigten Putzfrau als «Schmutzkampagne» angeprangert. «Dieser Erpressungsversuch ist bisher der absolute Tiefpunkt in diesem Wahlkampf», sagte er.