Deutschland will 500 Flüchtlinge pro Monat von Italien übernehmen

Rund 10'000 Flüchtlinge haben Patrouillen im Mittelmeer in den vergangenen zwei Tagen gerettet. Das ist ein Spitzenwert. Und noch immer warten Tausende in Libyen oder Ägypten auf einen Platz in einem Schlepperboot. Deutschland reagiert und will seine Flüchtlingspolitik ausweiten.

Ab sofort will Deutschland jeden Monat 500 Flüchtlinge aus Italien übernehmen. Man wolle solidarisch sein mit Italien, aber auch ein Beispiel für andere Länder in Europa geben, sagte der deutsche Kanzleramtsminister Peter Altmaier am Mittwochabend in Rom.

10'000 Flüchtlinge in zwei Tagen

Italien hat in diesem Jahr schon über 132'000 Bootsflüchtlinge aufgenommen. Allein in den letzten zwei Tagen flohen weitere 10'000 Menschen aus Libyen übers Meer nach Sizilien – auf Holzbooten, Schlauchbooten und sogar Flössen.

Die meisten wurden bei insgesamt 72 Einsätzen von Schiffen der italienischen Küstenwache sowie von diversen EU- und privaten Hilfsorganisationen gerettet. 37 Menschen konnten nur noch tot geborgen werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel macht in einem Interview mit dem Wochenblatt «Die Zeit» klar, dass Deutschland und Europa den kriminellen Schleppernetzwerken die Geschäftsgrundlage entziehen und sich in einer neuen Weise mit Afrika befassen müsse.